21.06.2019 - 21:26 Uhr
AmmerthalSport

Ein Ex und ein totaler Fan: Ammerthaler Jungs freuen sich auf 1. FC Nürnberg

Einmal gegen Profis kicken - der Traum vieler Amateurfußballer. Für zwei Ammerthaler ist das Spiel gegen den Club am Mittwoch aus ganz besonderen Gründen ein Highlight.

Der Club kommt am Mittwoch nach Ammerthal.
von Josef Maier Kontakt Profil

Das könnte ein großes Hallo geben: "Mal schaun, ob sie mich noch erkennen." Daniel Gömmel wird vor dem Spiel ganz genau in das Gesicht einzelner Spieler des 1. FC Nürnberg schauen, wenn diese am Mittwoch, 26. Juni, um 18 Uhr bei der DJK Ammerthal antreten. "Mit einigen war ich in der Jugend beim Club", erzählt der Innenverteidiger der Ammerthaler. Sein Teamkollege Vinzenz Stemp wird das Spiel gegen die Zweitliga-Profis und das ganze Drumherum auch total aufsaugen. Der junge Sulzbach-Rosenberger ist eingefleischter Club-Fan.

Erras ein Jahr älter

Gömmel kennt durch seine Zeit beim FCN auch das Innenleben des neunmaligen Deutschen Meisters. Ab 2007, von der U12 bis zur U19, wurde er beim fränkischen Traditionsclub fußballerisch ausgebildet. "Patrick Erras ist ein Jahr älter als ich, Lukas Mühl ein Jahr jünger." Eine Freundschaft verband ihn auch mit dem gleichaltrigen Dennis Lippert, dem Weidener, der nach seiner schweren Knieverletzung immer noch im Aufbautraining ist. Mit allen dreien spielte er in den U-Mannschaften des Clubs. "Wir haben jetzt keinen Kontakt mehr", sagt Gömmel, "aber ich denke, sie könnten mich noch kennen."

Jetzt andere Prioritäten

Nach der U19 war Schluss für ihn beim FCN. "Das war alles schon ein bisschen enttäuschend", blickt er zurück, nachdem man dem jungen Fußballer aus der Nähe von Altdorf mitgeteilt hatte, dass er nicht in die U21 übernommen werde. "Ich hatte damals auch nicht das Gefühl, dass man beim Club auf regionale Talente setzt." Die hätten es immer schwerer gehabt als Neuzugänge von außen. Gömmel schob aber nicht lange Frust, er konzentrierte sich auf seine berufliche Zukunft. "Ich habe jetzt einfach andere Prioritäten." Er absolvierte eine Lehre zum Bauzeichner, strebt nun ein Ingenieursstudium in Erlangen an.

Fußball ist Hobby, allerdings sein allerliebstes. Der gut ausgebildete Kicker war auf Amateurebene sehr begehrt. Er spielte für den SC Feucht, danach für den FC Amberg und seit vergangener Saison für die DJK Ammerthal. Dort ist der 22-Jährige ein Eckpfeiler in der Defensive. 33 von 34 Bayernliga-Partien bestritt er vergangene Spielzeit. "Ich werde sicherlich kein Profi mehr", gibt er sich keinen Illusionen hin. Und auch mit dem 1. FC Nürnberg ist er wieder im Reinen. "Ich freue mich immer, wenn sie gewinnen. Ich bin jetzt aber nicht der klassische Fan."

Treffen mit Herrn Ishak

So einer ist auf jeden Fall Vinzenz Stemp, und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. "Ich glaube, es gibt keinen größeren Club-Fan bei uns in der Mannschaft als mich." Der 20-jährige Defensivspieler der DJK kann es kaum noch erwarten, bis er seine Idole, die er normalerweise von der Tribüne aus anfeuert, auf dem Rasen in direkten Duellen trifft. "Ich bin mir sicher, dass mir ein Herr Ishak am Mittwoch öfter mal über den Weg läuft", scherzt der Sulzbach-Rosenberger, der ebenfalls vor einem Jahr zur DJK Ammerthal kam. "Wenn es geht, bin ich in Nürnberg im Stadion", sagt Stemp. Allerdings ging das in der vergangenen Saison nicht so oft, weil der Club und die DJK oft zeitgleich spielten. "Ich informiere mich aber danach über die Spiele."

Mit T-Shirt und Schal

Früher sei er mit dem Opa und dem Papa ins Stadion gefahren, auch im Club-Trikot. Jetzt ist er mit Kumpels dort, "und da trage ich meist nur noch T-Shirt und Schal". An der Begeisterung für den Club hat das nichts geändert. "Für das Spiel in Ammerthal habe ich schon fast 30 Karten für Verwandte und Freunde besorgen müssen", berichtet Stemp, der im Juli in Amberg seine Lehre zum Versicherungskaufmann abschließt. Seine fußballerische Ausbildung genoss er bei seinem Heimatverein TuS Rosenberg und dem FC Amberg.

Am Mittwoch ist er aber nicht nur Fan, sondern auch Gegner: "Ich sag' mal, alles unter zehn Gegentore, wäre für uns ein Erfolg." Aber dann wird er doch noch forsch und grinst frech: "Gegen so ein 2:1 hätte ich auch nichts einzuwenden."

Vinzenz Stemp ist totaler Club-Fan.
Daniel Gömmel wurde beim FCN fußballerisch ausgebildet.
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