07.05.2021 - 18:05 Uhr
AmmerthalSport

Fußball-Toto-Pokal: "Das kann doch nicht euer Ernst sein"

Der Bayerische Fußballverband, der Toto-Pokal und die Vereine: Die Meinungen gehen auseinander, ob und unter welchen Voraussetzungen gespielt wird. Stefan Badura, Vorstandsmitglied der DJK Ammerthal, spricht Klartext.

Hygienekonzept? Verantwortung? Aufwand? Schutz der Spieler? Die DJK Ammerthal will unter all den Voraussetzungen, die komplett in der Verantwortung des Vereins liegen, nicht am Toto-Pokal teilnehmen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Die Fußballsaison 2019/20 im Amateurbereich findet immer noch kein Ende, betroffen davon ist auch die Austragung des Toto-Pokals. In zwei Videokonferenzen mit den betreffenden Vereinen hat der Bayerische Fußballverband die unterschiedlichen staatlichen Maßgaben und die detaillierten Vorgaben des BFV nochmals erläutert und sowohl den Regionalligisten als auch den aktuell noch verbliebenen 24 Toto-Pokal-Teilnehmern freigestellt, ob sie an ihrem Startrecht festhalten oder aber darauf verzichten. Die Regionalligisten hatten für ihre Rückmeldung bis zum 7. Mai Zeit, die übrigen Klubs müssen sich bis 10. Mai (jeweils 12 Uhr) melden.

"Keine Profis"

"Wir haben mit Nein gestimmt, weil wir unsere Spieler und die Offiziellen nicht diesem Risiko aussetzen wollen. Egal ob mit Corona-Hygienekonzept oder nicht. Es sind alles keine Profis", erklärt Stefan Badura, Vorstandsmitglied der DJK Ammerthal. Der Bayernligist nehme, so Badura, den Schutz der Spieler und der Offiziellen, sehr ernst.

Der Fußballverband schiebt die Verantwortung von sich und verweist auf die Entscheidungsträger vor Ort, die je nach Inzidenz Sport erlauben dürfen oder auch nicht: "Wir wissen um die sehr hohen Hürden besonders für die Vereine von der Bayernliga abwärts, die letztlich auf ihre lokalen Behörden angewiesen sind und bei der Umsetzung des Hygienekonzeptes vor einer großen Herausforderung stehen", betont BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (Waldsassen), der im Präsidium für den Spielbetrieb im Freistaat zuständig ist.

Verantwortung bei den Vereinen

Badura, der bei der letzten Videokonferenz des BFV mit dabei war, hatte aber den Eindruck, dass der Verband unbedingt den Pokal durchziehen wolle. Faltenbacher habe gesagt, die Aufgabe des BFV sei es, den Spielbetrieb zu organisieren. Die Verantwortung für den Spielbetrieb, die Umsetzung des Hygienekonzepts, die Abstimmung mit den lokalen Behörden und das Ganze dann noch ohne Zuschauer liege ausschließlich in der Verantwortung der teilnehmenden Vereine.

Badura spricht Klartext: "Da habe ich mir gedacht: Das kann doch nicht euer Ernst sein in der momentanen Lage." Wenn im Juni gespielt werden solle, dann müssten die Mannschaften jetzt mit dem Training beginnen. "Ich kann doch nicht ignorieren, dass die Spieler über ein halbes Jahr nicht Fußball gespielt haben", klagt der Ammerthaler Funktionär.

"Alles andere wäre fährlässig"

"Natürlich würden wir gerne Toto-Pokal spielen. Natürlich würden wir gerne so weit wie möglich kommen, das steht ja außer Frage. Aber ich muss mich doch als Verantwortlicher eines Vereines auch mit dem Risiko auseinandersetzen. Alles andere wäre fahrlässig," so Badura.

Die Verantwortlichen der DJK Ammerthal sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es nach wie vor keinen Sinn mache, unter diesen Bedingungen beim Toto-Pokal mitzuwirken.

Bei Absage keine Prämie

Was Badura auch sauer aufstößt, war eine Äußerung eines BFV-Funktionärs in der Videokonferenz: Wer trotz Zusage nach dem 10. Mai nicht spielen kann, weil jemand aus der Mannschaft an Corona erkrankt ist oder sich infiziert hat und in Quarantäne muss, würde die zugesicherte Prämie von 2000 Euro nicht erhalten.

"Natürlich würden wir gerne Toto-Pokal spielen. Natürlich würden wir gerne so weit wie möglich kommen."

Stefan Badura

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