Update 26.05.2026 - 12:33 Uhr

Mit Plan und „Menschenkenntnis“: Paderborn spielt Bundesliga

Paderborn feiert den Aufstieg. Der Club sieht sich besser aufgestellt als beim bis dato letzten Bundesliga-Gastspiel. Der Matchwinner hat in den kommenden Tagen viel Grund zu feiern - auch privat.

Selbst im Party-Trubel und begleitet von lauter Musik dachte Paderborns Sportchef schon an die Zukunft und die Planung für die Bundesliga. „Die Mannschaft wird zusammenbleiben. Wir werden uns punktuell verstärken“, sagte Sebastian Lange in den Stadion-Katakomben. „Jetzt wird sich auch nochmal ein anderer Markt für uns öffnen.“

Der 38-Jährige war mit seinem Verhalten nach dem 2:1-Sieg im Relegations-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg irgendwie typisch für den Aufsteiger: Die Paderborner ließen es krachen, feierten mit Bierduschen und tanzten ausgelassen. Die Paderborner hatten aber wie für das Sportliche auch für ihre Aufstiegsfeier einen Top-Plan. Sogar der Platzsturm der Fans lief halbwegs strukturiert und vom Stadionsprecher orchestriert ab. Auf einem fix aufgebauten Podest ließen sich die Spieler von ihren Fans feiern.

„Jetzt wird gefeiert - heute, morgen, wie es sich gehört“, sagte Lange. Der frühere Torwart kündigte rund um die große Party am und im Rathaus am Dienstag aber auch schon Vertragsgespräche mit Spielern an.

Trainer Kettemann: „Ich werde rübenrabenvoll sein“

Sein Trainer ist in diese dann nach eigenen Angaben nicht involviert. „Auf keinen Fall, ich werde rübenrabenvoll sein“, erklärte Ralf Kettemann und lächelte. Der 39-Jährige trainierte bis zum vergangenen Sommer die Jugend des Karlsruher SC. Bei seiner Vorstellung als Nachfolger von Lukas Kwasniok kannten ihn nur absolute Branchenkenner. Nun ist er für den dritten Bundesliga-Aufstieg des SC Paderborn nach 2014 und 2019 verantwortlich.

Den Paderbornern ist es erneut gelungen, einen Coach zu holen, der den Club direkt bei seiner ersten großen Trainerstation in die Erstklassigkeit führt. Zuvor war das bei André Breitenreiter und Steffen Baumgart schon so gewesen. „Unsere Menschenkenntnis hat uns nicht verlassen“, stellte Präsident Thomas Sagel stolz fest.

„Werden hier jetzt keine wilden Sachen machen“

Nach den bisherigen beiden Aufstiegen musste Paderborn am Ende der Erstliga-Saison jeweils sofort wieder runter in die 2. Bundesliga. Sagel ist zuversichtlich, dass es diesmal besser läuft.

„Die Voraussetzungen sind jetzt ganz andere“, sagte der 62-Jährige und erklärte: „Damals, als wir aufgestiegen sind 2018/19, mussten wir auch einen Teil Verbindlichkeiten tilgen. Das brauchen wir dieses Jahr nicht. Somit werden wir sicher auch den Kader aufwerten - aber gemäß unserer DNA, gemäß unseres Weges.“ Sagel verdeutlichte in klassischer SCP-Art: „Wir werden hier jetzt keine wilden Sachen machen.“

Für viele Experten werden Paderborn und die SV Elversberg wohl die klarsten Abstiegskandidaten im Oberhaus sein - auch, wenn Kettemann von der Konkurrenzfähigkeit seines Teams, das wohl nur wenige Abgänge haben wird, überzeugt ist. „Wir werden besser sein“, sagte er. „Wir haben jetzt auch ein bisschen andere Möglichkeiten. Wir müssen besser sein.“

Auf den Aufstieg folgt die Hochzeit

Wie sein Coach freut sich auch Paderborns Matchwinner auf das Abenteuer Bundesliga. Laurin Curda, der in der Verlängerung zum Sieg traf, hat davor aber noch Termin-Stress. Ob er mit der Mannschaft auf Party-Reise geht und wie überhaupt seine nächsten Tage aussehen werden, wusste der 24-Jährige nach der Partie noch nicht - aus gutem Grund.

„Ich habe am Freitag noch 'ne Hochzeit selber zu feiern. Deswegen ist der Plan ein bisschen eng getaktet“, sagte er. Erst aufsteigen, dann heiraten - „mal schauen, wie es läuft“, sagte Curda zum weiteren Verlauf der Woche und grinste.

© dpa-infocom, dpa:260526-930-128542/2

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