09.11.2019 - 20:26 Uhr
MünchenSport

Die Bayern schießen Dortmund aus dem Stadion

Der FC Bayern München zeigt just im Gipfeltreffen der Fußball-Bundesliga mit Borussia Dortmund seine beste Saisonleistung. Im zweiten Spiel unter Interimstrainer Hansi Flick dominiert der Rekordmeister seinen Dauerrivalen nach Belieben.

Robert Lewandowski traf auch gegen Borussia Dortmund.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

"Oh wie ist das schön" hallte es am Samstagabend durch die Münchener Allianz-Arena. Und tatsächlich: So eine Galavorstellung hatten die Anhänger des FC Bayern schon lange nicht mehr zu sehen bekommen. Mit 4:0 (1:0) schickten die Münchener ihren Dauerrivalen Borussia Dortmund auf die Heimreise. Robert Lewandowski (2), Serge Gnabry und ein Eigentor von Mats Hummels krönten die beste Saisonleistung und machten den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Interimstrainer Hansi Flick perfekt. Wenn der 2:0-Sieg unter der Woche in der Champions-League gegen Olympiakos Piräus die Vorspeise war, servierten die Münchener Meisterköche im deutschen Gipfeltreffen den Hauptgang. Lange nicht mehr gesehene Dominanz gepaart mit unbändiger Spielfreude und giftiger Zweikampfführung kamen dabei auf den Tisch und dürften - quasi als Nachtisch - Flicks Chancen auf ein längerfristiges Engagement als Münchener Chefcoach steigen lassen.

Die Partie begann eigentlich sehr ausgeglichen mit leichten Feldvorteilen für die Gäste. Doch nach 15 Minuten nahmen die Bayern das Heft des Handelns in die Hand – und wie. Zunächst nutzte Robert Lewandowski die erste Torchance des Spiels sogleich zum ersten Treffer. Nach einer Flanke von der rechten Seite von Benjamin Pavard stand der Pole im Zentrum mutterseelenallein und nickte zur Bayern-Führung ein. Das war sein 15. Saisontreffer im elften Ligaspiel in Folge, Lewandowski traf so in jeder Bundesliga-Partie dieser Saison und baute diese Rekordmarke weiter aus. Von Minute zu Minute schwoll die Brust der Bayern auf lange nicht mehr gesehenes "Mia-san-mia"-Format an, während der Respekt bei den Gästen spürbar anwuchs. Der BVB wurde teilweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt und fand kein Mittel gegen das aggressive und extrem hohe Pressing der Hausherren. Das Passspiel der Dortmunder ist mit fahrig noch wohlwollend umschrieben, und vom gefürchteten Umschaltspiel nach Ballgewinn waren maximal Spurenelemente erkennbar. Julian Brandt, Jadon Sancho, Mario Götze oder Thorgan Hazard hatten im Zentrum gegen Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Thomas Müller keinen Auftrag. Die Bayern spielten sich in einen Rausch mit dem bloßen Manko, die Führung nicht noch weiter ausgebaut zu haben. Oftmals fehlte die letzte Präzision beim finalen Pass oder der Abschluss war zu ungenau. Doch das war zum Pausenpfiff schon nörgeln auf äußerst hohem Niveau.

Sollten sich die Dortmunder in der Pause neuen Mut und frisches Selbstbewusstsein zugesprochen haben, so zertrümmerten die Bayern dieses zarte Pflänzchen Hoffnung bereits weniger als zwei Minuten nach Wiederbeginn. Thomas Müller war über die linke Seite durchgebrochen. Robert Lewandowski verpasste seine Hereingabe noch knapp, doch Serge Gnabry war am zweiten Pfosten auch noch mit von der Partie und stellte auf 2:0. Nachdem auch der Videoschiedsrichter grünes Licht gegeben hatte, durfte der rot-weiße Anhang ausgelassen jubeln. BVB-Coach Lucien Favre wollte sich nicht geschlagen geben und brachte mit Marco Reus und Paco Alcacer seine besten, aber nicht hundertprozentig fitten Torschützen. Außer einem Brett für den Spanier verpuffte aber auch diese Maßnahme völlig wirkungslos. Stattdessen blieben die Bayern haushoch überlegen und dominierten ihren Kontrahenten wie in alten (Guardiola-) Zeiten. Das 3:0 durch Lewandowski nach einer herrlichen Kombination mit Thomas Müller sowie ein Eigentor von – man ist fast geneigt zu sagen ausgerechnet – Mats Hummels waren nur die Krönung eines wahren bayerischen Chancenfeuerwerks (76./80.).

Statistik:

FC Bayern München – Borussia Dortmund 4:0 (1:0)

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Alaba, Martinez, Davies – Kimmich, Goretzka (72. Thiago) – Gnabry (70. Coutinho), Müller, Coman (75. Perisic) – Lewandowski

Borussia Dortmund: Bürki – Hakimi, Hummels, Akanji, Schulz – Weigl (61. Reus), Witsel – Sancho (36. Guerreiro), Brandt, Hazard – Götze (61. Alcacer)

Tore: 1:0 (17.) Robert Lewandowski, 2:0 (47.) Serge Gnabry, 3:0 (76.) Robert Lewandowski, 4:0 (80./Eigentor) Mats Hummels – SR: Felix Zwayer (Berlin) – Zuschauer: 75000 (ausverkauft)

Dortmund Jadon Sancho (links) konnte sich kaum gegen Bayerns Not-Außenverteidiger Alphonso Davies durchsetzen.
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