13.08.2019 - 11:03 Uhr
BayernSport

Ivan Perisic mehr Notlösung als Wunschspieler

Der FC Bayern leiht Ivan Perisic für ein Jahr von Inter Mailand aus. Der Transfer des 30-Jährigen ist die Reaktion auf die Verletzung von Leroy Sané. Der Weisheit letzter Schluss ist er aber nicht, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Ivan Perisic trägt künftig das Trikot des FC Bayern München.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Ivan Perisic statt Leroy Sané. Das klingt im ersten Moment wie Nudelsuppe, wenn man sich auf ein Fünf-Gänge-Menü gefreut hat: Auch gut, aber eben nicht das, was man sich erhofft hatte. Der kroatische Vizeweltmeister ist gewiss ein ganz passabler Back-up für Coman oder Gnabry und das finanzielle Risiko des Leihgeschäfts überschaubar, doch ein Invest in die Zukunft und Teil des vollmundig angekündigten Umbruchs ("Wenn Sie wüssten, ...") ist der 30-Jährige nicht. Den Bayern fällt nun ihre verdaddelte Planung für die Zeit nach Ribéry und Robben auf die Füße. So überraschend kam deren Ende in München nun wahrlich nicht, dass Uli, Kalle und Brazzo nicht bereits im Vorfeld einige Transfers hätten auf den Weg bringen können, ja müssen. Eine langfristige Personalplanung sieht anders aus. Gewiss ist großes Pech dabei, wenn sich die Wunschspieler just in dem Moment schwer verletzen, in dem eine Einigung (vermutlich) kurz bevorstand - siehe Callum Hudson-Odoi oder eben Sané. Und mögliche B-Lösungen (Ziyech) nicht länger auf ein Signal aus der Säbenerstraße warten wollten. Doch das ist der Preis, den das Münchener Triumvirat nun für zu spätes Agieren und hektische Transfers unter Zeitdruck bezahlen muss: Notlösung statt Wunschspieler, Magerkost statt Sterneküche. Na dann, Mahlzeit.

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