23.05.2021 - 18:08 Uhr
BayernSport

Bei Köllner ist der Bart mittlerweile ab, eine Party für die stolzen Verlierer

Der Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga ist für 1860 München geplatzt. Dafür gab es am Samstag nach dem Spiel beim FC Ingolstadt einen traumhaften Empfang.

von Josef Maier Kontakt Profil

G'lernt ist g'lernt. Mit einem Ruck öffnete er die Bierflasche am Kastenrand. Ein tiefer Zug aus der Flasche. So wars früher für ihn nach dem Fußball auf den Nordoberpfälzer Plätzen , so machte es Michael Köllner am Samstag in Ingolstadt. Die Mannschaft des Fuchsmühlers hatte soeben das Endspiel um Platz drei in der dritten Liga mit 1:3 beim FC Ingolstadt verloren, danach begann aber die von den Fans quasi organisierte Party.

Dieser Pfingstsamstag war ein seltsamer Samstag. Während die Sieger aus Ingolstadt, die jetzt die Aufstiegsspiele bestreiten, eher teilnahmslos vom Platz schlichen, wurden die Verlierer vor dem Audi-Park überschwänglich gefeiert. Auch in den sozialen Medien wurden die Sechziger trotz des undankbaren vierten Platzes in den digitalen Himmel gehoben.

Aber im Fußball zählt doch nur das Ergebnis? "Nein, nicht nur das Ergebnis zählt", entgegnete der Trainer des TSV 1860 München ergriffen. Die A9 von München Richtung Norden war am Samstag blau-weiß. 1000 Fans waren mit nach Ingolstadt gepilgert, machten während des Spiels hinter der Tribüne Lärm und forderten die Verlierer. Mit Megaphon in der einen und Bierflasche in der anderen Hand dirigierte Köllner den Fan-Chor, zwischen dem ganzen Tohuwabohu bekam auch Sascha Mölders seine Ehrung für den Drittliga-Torschützenkönig der Saison (22 Tore). Der Oldie war der Frustrierteste der "Löwen", auf dem Platz bissig wie immer, in Zweikämpfen - und in verbalen Scharmützeln mit Gegnern, Schiris, eigentlich jedem, der nicht das blaue Trikot trug.

Dabei hatte auch Mölders an diesem Nachmittag schon früh gemerkt, dass das mit den Relegationsspielen nichts werden wird. Als Sechzig-Keeper Marco Hiller nach acht Minuten unvermittelt seinen Strafraum verließ und gegen Ingolstadts Stürmer Fatih Kaya die Notbremse zog, wurde es ganz schwer. "Das hat die Statik des Spiel natürlich total verschoben", meinte Köllner. Nicht, dass sich die "Löwen" aber schon aufgegeben hätten. Doch mit dem 0:2 (Stefan Kutschke und Marc Stendera trafen für den FCI) zur Pause war jedem klar, dass jetzt nur noch ein kleines Wunder hilft. Nach dem Anschlusstor von Dennis Erdmann zehn Minuten vor dem Ende keimte kurz Hoffnung auf. Mit dem verwandelten Elfmeter von Marcel Gaus in der Nachspielzeit war alles vorbei für 1860. Und sozusagen auch der Bart ab, zumindest bei Michael Köllner. "Ich werde mich jetzt erst einmal rasieren." Die 11 ungeschlagenen Spiele vor Ingolstadt hatten ihre haarigen Spuren hinterlassen.

Über Nacht hatte der Oberpfälzer dann Haare gelassen. Glatt rasiert (und gefühlt auch drei, vier Jährchen jünger) erschien Köllner am Pfingstsonntag zum Training an der Grünwalder Straße. Ingolstadt war da schon weit weg.

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