09.10.2018 - 14:35 Uhr
Sport

Der Club nur ein Spielball

Mit 8 Punkten steht der 1. FC Nürnberg in der Liga eigentlich gut da. Doch das nächste Desaster in Leipzig dürfte das Team tief erschüttern. Die Pleite lässt sich nicht nur am Torwart festmachen, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Club-Torhüter Fabian Bredlow sah in Leipzig einige Male schlecht aus.
von Josef Maier Kontakt Profil

Vergleiche ließen sich zur Genüge finden: Ferrari gegen Mittelklassewagen, Millionär gegen Normalverdiener. Und so weiter. Hier der aufstrebende Verein aus Leipzig, in dem vor der Saison diskutiert wird, ob man doch 20 Millionen mehr für Neuzugänge ausgibt. Dort der Altmeister aus Franken, der ob vieler Altlasten knausern und im Schlussverkauf schauen muss, was auf dem "Wühltisch" des Transfermarktes übrig ist.

Diese Fakten erklären einiges nach dem 0:6-Debakel, aber sie erklären bei weitem nicht alles. Es war eine Partie, in der es zwei Spielbälle gab: den einen aus Plastik und Leder, der andere war das Team des 1. FC Nürnberg.

Der Club hat gestandene Profis in seinen Reihen, die sich wehren müssen. Von Hanno Behrens, Tim Leibold, Mikael Ishak oder Georg Margreitter kam - nichts. Fatale Körpersprache, leerer Gesichtsausdruck. Die Pleite zu großen Teilen Torhüter Fabian Bredlow anzulasten, greift viel zu kurz. Es war klar, dass der Aufsteiger mit dem Vorzeigeprojekt des Brause-Imperiums spielerisch nicht mithalten kann. Aber ein bisschen mehr Kampf und Hingabe können erwartet werden. Und dass Spieler fähig sind, nach einem 0:2 nach zehn Minuten einigermaßen die Schotten dicht zu machen.

Der Aufsteiger hat noch mächtig Kredit bei den Fans. Doch die Unterstützung bröckelt. Solche Auswärtsdebakel in kurzen Abständen zermürben die stärkste Einheit.

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