28.09.2021 - 20:34 Uhr
Deutschland und die WeltSport

Kommentar zur Diskussion über Dahouds Gelb-Rot: Genau das richtige Zeichen von Aytekin

Ein Pfiff, eine abwertende Geste. Alltag in den deutschen Stadien, auch am Samstag bei Gladbach gegen Dorttmund. Die Entscheidung des Schiedsrichters war die einzig richtige, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Die Aufregerszene: Schiedsrichter Deniz Aytekin (Dritter von rechts) zeigt Dortmunds Mahmoud Dahoud (links) die Gelb-Rote Karte.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Es war beileibe kein brutales Foul - und doch erhitzt es die Gemüter in Fußball-Deutschland wie selten zuvor. Die Attacke des Dortmunders Mo Dahoud gegen Gladbachs Joe Scally am Samstag hat das Zeug dazu, wieder für etwas mehr Hygiene auf dem Fußballplatz zu sorgen.

Schiri Deniz Aytekin sanktionierte ja auch nicht das Foul an sich, sondern die Szene danach mit der Gelb-Roten Karte. Es ist zur Unsitte in deutschen Stadien geworden, nach jedem Pfiff des Schiedsrichters, und sei er noch so gerechtfertigt, sich aufzuführen, abfällig zu gestikulieren, sich zu beschweren, die eigenen Fans gegen den Unparteiischen aufzuwiegeln. Da kann man Spieler aller Klubs hernehmen, da ist kein Verein besser als der andere - von München bis Sandhausen, von Dortmund bis Darmstadt. Das ist auch keine Unsitte, das ist einfach nur pure Unverschämtheit .

Wir alle wollen keine kreuzbraven Musterknaben auf dem Fußballplatz. Knackige Zweikämpfe, unwiderstehliche Dribblings, klasse Tore, auch mal eine Diskussion mit dem Schiri und jetzt auch wieder Fangesänge sorgen für jede Menge Gefühlsausbrüche in den Stadien. Bei solchen Aktionen wie am Samstag wird aber Emotion mit Respektlosigkeit verwechselt. Tausende in den Stadien, Millionen vorm Fernseher und Aytekin haben ein klares Foulspiel Dahouds gesehen - und der "Sünder" selbst weiß auch, dass der Pfiff gerechtfertigt war. Und so hat Schiri keine Verwarnung verdient, so wie es viele BVB-Fans jetzt gerne hätten, sondern er hat das absolut richtige Zeichen gesetzt.

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