03.09.2018 - 18:11 Uhr
EtzenrichtSport

Geduld und Vertrauen regieren beim SV Etzenricht

Der Auftakt verläuft verheißungsvoll. Doch seit dem Dreier vom ersten Spieltag gegen Bach und mittlerweile acht Partien ist der SV Etzenricht in der Landesliga Mitte sieglos. Aktionismus? Torschlusspanik? Mitnichten.

Der SV Etzenricht (im Bild Helmut Jurek) ist aktuell am Boden. Doch aufgegeben hat sich der Mitte-Landesligist auch nach acht Spielen ohne Sieg noch längst nicht.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

(fle) Die 0:2-Heimniederlage vom Samstag gegen den TSV Bad Abbach steht sinnbildlich für den bisherigen Saisonverlauf des SV Etzenricht in der Landesliga Mitte. Auf Augenhöhe mit dem Kontrahenten, Chancenwucher und unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen gegen das eigene Team: "Dieser Negativlauf hat nicht immer mit unserer Leistung zu tun. Es sind einfach Kleinigkeiten, die derzeit konstant gegen uns laufen. Und in der Summe werfen diese so ein junges Team, wie wir es Woche für Woche aufs Feld schicken, eben aus der Bahn", versucht sich Sportlicher Leiter Markus Hofbauer an einer Erklärung.

Aber ausschließlich auf äußere Umstände schiebt Hofbauer die mittlerweile acht Partien andauernde Sieglos-Serie nicht. "Die Partien in Pfreimd, Ettmannsdorf und mit Abstrichen in Neukirchen kreide ich der Mannschaft an. Das war fahrlässig." Im Derby beim Aufsteiger Pfreimd hätte Etzenricht, nach Hofbauers Ansicht, zur Pause mindestens 4:1 führen müssen und unterlag stattdessen mit 1:2. In Ettmannsdorf (1:2) verspielte die Truppe von Trainer Rüdiger Fuhrmann eine 1:0-Führung, in Neukirchen (2:2) gar eine zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung. Gegen die SpVgg SV Weiden (0:2) hätte ein "unberechtigter Platzverweis" dem Nachbarn in die Karten gespielt. "Wir haben Weiden in Unterzahl an die Wand genagelt, uns aber nicht belohnt. Aber wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen. Wir setzen auf junge Akteure, bringen die nötige Geduld auf, geben ihnen Zeit und lassen sie auch Fehler machen."

Hofbauer verweist auf die Ermer-Brüder Christian und Sebastian, die aus der Kreisklasse vom SV Parkstein kamen. Oder die Teenager Felix Diermeier (18), Michael Wexlberger (19) und Lukas Neumeier (19). "Auf diese Leute bauen wir. Tschechische Spieler als Notlösung sind für uns keine Option." So hat sich auch der vor der Saison als Hoffnungsträger verpflichtete Vaclav Kule (kam aus der U23 von Viktoria Pilsen) bereits wieder zum SV Poppenreuth (Bezirksliga Oberfranken Ost) verabschiedet. "Wir müssen uns unsere Stammspieler der Zukunft eben selbst züchten. Wir sind immer noch im Amateursport. Da sollten die Werte gelten, die mit einem Dorfverein vereinbar sind", kritisiert Hofbauer die charakterlichen Wesenszüge vieler Talente aus dem Umkreis.

Außerhalb jeglicher Kritik steht für die Vereinsverantwortlichen Trainer Rüdiger Fuhrmann. Die körperliche Verfassung der Landesliga-Truppe sei absolut in Ordnung. "Viele unserer Gegentreffer resultieren aus individuellen Fehlern, während uns in der Offensive das Schussglück abgeht." Und aus diesem Grund schiebt der Sportliche Leiter hinterher: "Unser Trainer leistet gute Arbeit. Rüdiger Fuhrmann steht überhaupt nicht zur Disposition." Das Saisonziel direkter Klassenerhalt sei trotz der derzeit mickrigen Punkteausbeute von fünf Zählern "nach wie vor greifbar". Dazu muss aber mal wieder ein Dreier her. Am besten schon am Freitag in Burglengenfeld.

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