Etzenricht
04.11.2018 - 16:39 Uhr

Lebenszeichen des SV Etzenricht

Personalprobleme? Negativserie? War da was? Mit einem überraschenden 3:1 gegen den 1. FC Passau hat sich der SV Etzenricht in der Landesliga Mitte zurückgemeldet. Rechtzeitig vor dem prestigeträchtigen Derby am nächsten Spieltag.

Der "Tunnel" war kurzzeitig offen, doch Etzenrichts Keeper Michael Heisig bekam gegen Passaus Patrick Rott noch rechtzeitig die Beine zusammen. Bild: otr
Der "Tunnel" war kurzzeitig offen, doch Etzenrichts Keeper Michael Heisig bekam gegen Passaus Patrick Rott noch rechtzeitig die Beine zusammen.

Mit einem kaum für möglich gehaltenen 3:1-Heimsieg über den 1. FC Passau haben sich die Etzenrichter das nötige Selbstvertrauen für das am Samstag anstehende Derby bei der SpVgg SV Weiden geholt und schöpfen jetzt neue Hoffnung in Sachen Klassenerhalt. Für die Gäste aus Niederbayern bedeutete die Niederlage den endgültigen Absturz ins Mittelmaß.

Langsam weiß SVE-Trainer Rüdiger Fuhrmann schon nicht mehr, wo er die Spieler für sein Landesliga-Team hernehmen soll. Unmittelbar vor Beginn des ersten Rückrunden-Heimspiels gegen den hochkarätig besetzten 1. FC Passau meldete sich Helmut Jurek krank, gleiches galt für Co-Trainer Andreas Weihermüller, der angesichts der Etzenrichter Personalsorgen zuletzt notgedrungen die Fußballstiefel geschnürt hatte. Damit war klar, dass der SVE dem Gast aus der Drei-Flüsse-Stadt spielerisch nicht auf Augenhöhe wird begegnen können. Körpereinsatz und Laufen bis zum Umfallen lautete stattdessen die Devise.

Und das taten die Akteure von Trainer Rüdiger Fuhrmann dann auch. Passau war zwar in spielerischer Hinsicht dominant, entwickelte gegen die mit viel Herzblut agierende Heimelf aber nicht die befürchtete Offensivwucht. Die frühe Führung spielte dem SV zusätzlich in die Karten. Nach einem Eckball von Stephan Herrmann in der 7. Minute hatte die Passauer Abwehr den nach vorne geeilten Michael Wells nicht auf der Rechnung. Der tat, was man von einem hochgewachsenen Abwehrspieler hin und wieder erwarten darf, und köpfte völlig freistehend zur Führung ein. Wirkliche Torgefahr ging auch in der Folgezeit nur von den Hausherren aus. Martin Pasieka leitete einen Einwurf von Michael Wexlberger per Kopf zu dem zwischen Fünfmeterraum und Elfmetermarke stehenden Johannes Pötzl weiter, dessen Direktabnahme aber ging knapp über das Tor (16.). Fünf Minuten später nahm Pasieka auf der linken Seite eine weite Flanke an, traf aber nur den Pfosten des Passauer Gehäuses.

Überaus unglücklich musste Etzenricht den Ausgleich hinnehmen: Bei der scharfen Hereingabe von Patrick Rott machte Michael Wells bei seinem Abwehrversuch eine überaus unglückliche Figur, traf den Ball nicht richtig und legte das Spielgerät so für David Svalina auf, dass der am Elfmeterpunkt stehend flach zum 1:1 einschießen konnte (24.). Nennenswerte Aktionen bis zur Pause verzeichneten weiterhin nur die Gastgeber. Johannes Pötzl (28.) und Michael Wexlberger (42.) scheiterten aber jeweils am guten Gästetorwart Matthias Lippert.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste zwar den Druck, so richtig in Verlegenheit brachten sie die SV-Hintermannschaft aber nicht. Als alle schon mit einem Unentschieden rechneten, was aus Sicht der Gastgeber auch schon ein Erfolg gewesen wäre, schlugen die Etzenrichter nochmals zu. Es lief bereits die 90. Spielminute, als sich Patrick Mühlberger und Patrik Weber bei einem hohen Ball in den Strafraum nicht einig waren. Der drei Minuten zuvor eingewechselte Lukas Neumeier spritzte dazwischen und wurde vom herauslaufenden Gästekeeper Matthias Lippert ungestüm über den Haufen gerannt.

Schiedsrichter Nögel zögerte keinen Moment und entschied sofort auf Strafstoß. Andreas Mark, der bislang lediglich sechs Landesliga-Minuten gegen Waldkirchen verzeichnet hatte und für Jurek kurzfristig ins Team gerückt war, schnappte sich den Ball und versenkte den Strafstoß cool zum 2:1. War es die Enttäuschung auf der einen oder die Euphorie auf der anderen Seite? Egal, Pasieka schnappte sich vom Anpfiff weg den Ball, stürmte auf der linken Außenbahn in Richtung Passauer Tor und traf mit einem satten Flachschuss ins lange Eck direkt ins Passauer Herz zum 3:1-Endstand.

Selbst der Passauer Trainer Alexander Schraml räumte am Ende den verdienten Sieg der Heimelf ein: „Mit einer solchen Leistung haben wir keine Punkte verdient. Etzenricht hat uns mit weiten Bällen immer wieder vor Probleme gestellt.“

Statistik:

SV Etzenricht: Heisig, Diermeier, Wexlberger, Mark, Graßl, Pasieka, Herrmann, Pötzl (87. Neumeier), Wells, Nürnberger, Sebastian Ermer (68. Christian Ermer)

1. FC Passau: Lippert, Mühlberger, Wiesmaier, Pillmeier, Schröder, Weber, Rott, Moser (68. Schneider), List, Slodarz (46. Ziegler), Svalina

Tore: 1:0 (7.) Michael Wells, 1:1 (24.) David Svalina, 2:1 (90./Foulelfmeter) Andreas Mark, 3:1 (90.+1) Martin Pasieka

SR: Dominik Nögel (DJK Weingarts)

Zuschauer: 180

 
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