16.09.2018 - 12:30 Uhr
EtzenrichtSport

Der SV Etzenricht verliert in der Schlussphase

Bei der 4:6-Heimniederlage gegen den 1. FC Bad Kötzting gibt es strittige Schiedsrichterentscheidungen. Ein Handelfmeter in der Nachspielzeit sorgt dafür, dass der SVE mit leeren Händen dasteht.

Trotz der Niederlage gegen den 1. FC Bad Kötzting war Luca Wittmann eine sehr gute Vertretung für Michael Heisig im SVE-Tor . Auch der Treffer zum 3:2-Zwischenstand war für ihn nicht zu verhindern.
von Norbert DietlProfil

(otr) Der SV Etzenricht kann nicht mehr gewinnen. Den deutlich höher eingeschätzten 1. FC Bad Kötzting hatten die Etzenrichter am Samstag am Rande einer Niederlage. Am Ende ging die Mannschaft mit einem etwas kuriosen 4:6 dann aber doch leer aus. Dass nicht wenigstens das im Vorfeld angepeilte Unentschieden heraussprang, dafür sah man beim Gastgeber in Schiedsrichter Felix Lang aus Schweinfurt den Schuldigen.

Zwar nichts für schwache Nerven, letztendlich aber höchst unterhaltsam, so ist die Landesligabegegnung zwischen dem SV Etzenricht und dem 1. FC Kötzting einzuordnen. Zehn Tore insgesamt, zwei davon in der Nachspielzeit und der aus Etzenrichter Sicht entscheidende Treffer zum 4:5 per Handelfmeter, da war auf dem Siegfried-Merkel-Sportplatz richtig was los. Von Anfang an war erkennbar, dass die Heimelf dem insgesamt doch erkennbaren leichten spielerischen Übergewicht der Gäste einen Kampfeswillen entgegensetzten wie schon lange nicht mehr. Die personell auf dem Zahnfleisch daherkommende SV-Truppe hätte sich das angepeilte Unentschieden auf jeden Fall verdient gehabt, bei konsequenterer Chancenausnutzung wäre sogar mehr drin gewesen.

Spektakulär war bereits die SV-Führung in der 12. Minute. Stefan Hofner brachte mit einem nicht unbedingt erwarteten Rückpass seinen Keeper Moritz Riedl in Verlegenheit. Der Schlussmann der Badstädter schoss beim Abwehrversuch den nachsetzenden Christian Ermer an und der Abpraller landete zum 1:0 in den Maschen. Die Freude über die Führung hielt aber nur vier Minuten an. Bei einem von Michael Faber auf den langen Pfosten gezogenen Freistoß hatte die SV-Hintermannschaft Jakub Süsser nicht auf der Rechnung – 1:1. Nach 20 Minuten fiel die erneute Etzenrichter Führung, als Konstantin Graßl nach einem Freistoß per Kopfball bedient wurde und das Spielgerät artistisch über die Linie drückte. Da beide Abwehrreihen doch etwas unorthodox agierten, gab es in der Folgezeit hüben wie drüben noch weitere gute Torchancen.

Ein Paukenschlag nach Wiederbeginn: Walter Müller wollte zu seinem Torhüter zurückspielen, setzte allerdings den erneut schlitzohrig dazwischen sprintenden Christian Ermer in Szene, der zum 3:1 einlochte (48.). Der wohl beste Gästespieler Miroslav Spirek brachte mit einem sehenswert verwandelten Freistoß in der 60. Minute seine Farben wieder ins Match zurück. Vier Minuten später glich Stefan Hofner zum Entsetzen des heimischen Anhangs sogar zum 3:3 aus. Die Euphorie bei den Gästen war offensichtlich so groß, dass deren Hintermannschaft weitere vier Minuten später im Tiefschlaf Christian Ermer nicht auf der Rechnung hatte, der Etzenricht mit seinem dritten Treffer 4:3 in Führung brachte. Die wohl größte Chance die Führung auszubauen ließ Felix Diermeier ungenutzt. Nach einem Ballverlust der Gäste (81.) marschierten gleich vier Etzenrichter beim Konterangriff Richtung Gästetor. Statt einen seiner Mitstreiter in Position zu bringen, vertändelte Diermeier den Ball aber im Dribbling.

Und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. In der 82. Minute köpfte der eingewechselte Mario Weber zum 4:4 ein, nachdem er von der Grundlinie aus am Fünfmeterraum glänzend bedient wurde. Nun hat man in der Landesliga keinen Videobeweis, aber nach Reklamationen der SV-Spieler soll der Ball zuvor schon die Torauslinie überschritten haben. Die Diskussionen mit dem ansonsten in der Bayernliga eingesetzten Schiedsrichter eskalierte in der Schlussphase. In der Nachspielzeit bekam der eingewechselte Marek Sisa in aussichtsreicher Position den Ball zugespielt. Andreas Koppmann versuchte zu retten, was zu retten war, und grätschte in den Schuss. Nach Meinung des Unparteiischen wehrte Koppmann den Schuss nicht mit dem Fuß, sondern mit dem nach oben gestreckten Arm ab – Elfmeter. Jakob Süsser nahm dieses Geschenk in der Nachspielzeit dankend an und brachte Bad Kötzting in der 93. Minute 5:4 in Front. Dass dann praktisch mit dem Schlusspfiff Miroslav Spirek sogar noch das 6:4 für Bad Kötzting gelang, interessierte angesichts der Diskussionen um den Handelfmeter niemanden mehr.

SV Etzenricht - 1. FC Bad Kötzting 4:6 (2:1):

SV Etzenricht: Wittmann, Diermeier, Graßl, Koppmann, Pasieka, Herrmann, Christian Ermer (84. Weihermüller), Zivatovic, Nürnberger, Sebastian Ermer, Jurek

1. FC Bad Kötzting: Riedl (63. Mader), Aschenbrenner Hofner, Spirek, Jenne, Müller, Christoph, Faber (52. Sisa), Süsser, Frisch, Trantina (80. Weber)

Tore: 1:0 (12.) Christian Ermer, 1:1 (15.) Jakob Süsser, 2:1 (21.) Konstantin Graßl, 3:1 (49.) Christian Ermer, 3:2 (60.) Miroslav Spirek, 3:3 (64.) Stefan Hofner, 4:3 (68.) Christian Ermer, 4:4 (82.) Mario Weber, 4:5 (90.+3/Handelfmeter) Jakob Süsser, 4:6 (90.+5) Miroslav Spirek

SR: Felix Lang (TV Jahn Schweinfurt) ‒ Zuschauer: 220 ‒ Gelb-Rot: (81.) Helmut Jurek (SV Etzenricht)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.