Die Wiesn war doch eigentlich schon am Montag vorbei. Doch die Bayern verlängerten das größte Volksfest der Welt einfach um einen Tag und feierten am Dienstag ein richtiges Schützenfest - allerdings in Sport- und nicht in Lederhosen.
Drei Mal hat's gekracht ... und das gerade mal nach etwa 20 Minuten. Mit 5:0 (3:0) fertigten die Münchener Viktoria Pilsen im Gruppenspiel der Champions-League ab und verzeichnen nach drei Spielen drei Siege. Die Tschechen müssen sich vor allem zu Beginn wie in einer Schießbude auf der Theresienwiese vorgekommen sein. Leroy Sané (7./50.), Serge Gnabry (13.), Sadio Mané (21.) und Eric Maxim Choupo-Moting (59.) trafen vor 75000 Zuschauern für den Deutschen Meister gegen die Viktoria aus Westböhmen, die allenfalls Zweitligaformat hatte.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann erlebte einen entspannten Abend: "Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft das Spiel als Favorit angenommen hat." Pilsen sei immerhin tschechischer Meister, "da muss man erst einmal fünf Tore schießen". Das frühe Tor von Sané sei natürlich der ideale "Dosenöffner" gewesen. Wie schon am Freitag gegen Leverkusen habe man sich danach leichter getan.
Der junge Trainer hatte sein Team - auch gezwungenermaßen - etwas durchgemischt. Die corona-positiven Joshua Kimmich und Thomas Müller wurden durch Leon Goretzka und Serge Gnabry ersetzt. Das von Ajax gekommene große Talent Ryan Gravenberch spielte für Marcel Sabitzer. Die Pilsener bekamen zu Beginn nie einen Zugriff. Sané machte es bei seinem Führungstor in den linken Winkel besonders schön. Die Gastgeber legten sich die Pilsener zurecht, die Gäste kamen kaum an den Ball. Nach den Treffern von Gnabry und Manè, der auch als Zuspieler glänzte, hatten die Bayern noch weitere gute Chancen. Die erste richtige Möglichkeit der Tschechen wurde kurz vor der Pause aktenkundig. Der knapp zwei Meter lange Tomas Chory probierte es per Kopf - Bayern-Keeper Manuel Neuer hatte dann auch einen Tätigkeitsnachweis.
Jamal Musiala wurde nach der Pause für den Bundesliga-Hit in Dortmund geschont. Choupo-Moting bekam genauso Spielzeit wie Josip Stanisic (für Alphonso Davies). Einer hatte vom Zaubern derweil noch nicht genug: Sané nahm einen Mané-Pass sahnemäßig an und vollstreckte zum 4:0. "Ich halte Leroy für einen der besten Spieler in Europa", lobte Nagelsmann seinen Zehner. "Er kann jeder Mannschaft das i-Tüpfelchen geben." Choupo-Moting machte das 5:0 aus 14 Metern dann eher auf die rustikale Art. Die Bayern fühlten sich in der Arena-Schießbude weiter pudelwohl. So richtig schenkten sie den Pilsenern aber keinen mehr ein. Die Gäste waren aber auch so ordentlich bedient.













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