06.05.2026 - 13:03 Uhr

Finale vor Abschied? Juwel Manzambi imponiert Schweinsteiger

Der SC Freiburg steht im Halbfinale der Europa League vor dem wichtigsten internationalen Auftritt der Vereinsgeschichte. Ein Schlüsselspieler: Johan Manzambi. Betreibt er Werbung in eigener Sache?

Auch Bastian Schweinsteiger ist ein Fan des Freiburger Senkrechtstarters Johan Manzambi. Erst witzelte der ARD-Experte kürzlich mit Moderatorin Esther Sedlaczek, dass ihm der 20 Jahre alte Schweizer nicht nur optisch, sondern auch fußballerisch gefalle. Dann schwärmte der Fußball-Weltmeister von 2014. „Er weiß auf jedem Quadratmeter auf dem Spielfeld, was zu tun ist“, sagte Schweinsteiger. „Manzambi ist ein Allrounder. Er kann viel laufen, er ist technisch sehr gut, er kann dribbeln, er kann Tore schießen.“

Diese Qualitäten sind auch am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) gefragt. Dann will der junge Mittelfeldspieler mit dem SC Freiburg das 1:2 in Portugal wettmachen und mit einem Sieg gegen Sporting Braga ins Endspiel der Europa League einziehen. Schillernder war die Bühne für die Badener, die vor dieser Saison nicht übers Europapokal-Achtelfinale hinausgekommen waren, international noch nie. Manzambi könnte im Halbfinale eine Schlüsselrolle spielen. 

Ruhm und Millionen-Einnahmen für Freiburg?

Zusätzlich sieben Millionen Euro Prämie für den Finaleinzug stehen auf dem Spiel. Weitere sechs Millionen Euro wären mit dem Titelgewinn verbunden. 

„Wir müssen alle, die ganze Mannschaft, der ganze Staff und die Fans, Gas geben“, sagte Manzambi. „Dann schaffen wir das. Ich habe ein gutes Gefühl.“

Er selbst könnte dem SC ebenfalls eine Millionensumme einbringen. Nach Abgängen wie Kevin Schade (25 Millionen Euro/FC Brentford), Ritsu Doan (21 Millionen Euro/Eintracht Frankfurt) oder Nico Schlotterbeck (20 Millionen Euro/Borussia Dortmund) dürfte er der nächste große Top-Verkauf werden. 

Womöglich sogar ein Rekord-Transfer. Auf 35 Millionen Euro taxiert das Portal „transfermarkt.de“ seinen Marktwert. Vor knapp eineinhalb Jahren betrug dieser 750.000 Euro. „Weiß ich nicht, ob der im nächsten Jahr oder in zwei Jahren noch beim SC Freiburg spielt oder sogar eine Etage höher“, urteilte Schweinsteiger, als er beim DFB-Pokal-Halbfinale in Stuttgart über ihn sprach. 

Vom Probekandidat zum Unterschiedsspieler

Als 17-Jährige wechselte Manzambi von Servette Genf in die Fußballschule. Als 18-Jähriger debütierte er in der Bundesliga. „Wir haben am Anfang gesagt, er bekommt mal zwei Wochen und dann mal schauen, wohin es sich entwickelt, ob er wieder zurückgeht in die Fußballschule“, berichtete Trainer Julian Schuster. Das Resultat war ein anderes: Trainingslager mit den Profis. Und ein rasanter Aufstieg zum Leistungsträger, der einem Geheimtipp entwachsen ist. 

Mit technischer Finesse und Tordrang glänzt Manzambi im Mittelfeld neben Dauerbrenner Maximilian Eggestein. Weil Spielgestalter Yuito Suzuki mit einer Schlüsselbeinfraktur ausfällt, wird er noch wichtiger. Gegen Wolfsburg bereitete Manzambi das 1:1 vor, scheiterte in der Schlussphase aber knapp daran, zum Matchwinner aufzusteigen. Das soll gegen Braga noch besser laufen. 

Der Traum vom Großen

Es werde bei all dem Rummel wichtig, in diesen Tagen das Handy beiseitezulegen, sich zu fokussieren, Kraft zu schöpfen, sagte Schuster. „Das wird wichtig sein für einen klaren Kopf, den wir unbedingt haben müssen“.

Schließlich träumt Manzambi nicht nur vom Finale, sondern von der Champions League. Mit dem SC könnte er im Falle eines Titelgewinns in der Königsklasse spielen - wenn der Club dann nicht schon zu klein für ihn geworden ist.

© dpa-infocom, dpa:260506-930-41978/1

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