Vor gut drei Wochen schaute es blendend aus: Blau-Weiß Linz hatte mit seinem Trainer Michael Köllner gegen den Wolfsberger AC mit 3:0 gewonnen und erstmals seit Monaten den letzten Platz in der österreichischen Bundesliga verlassen. Die Euphorie im schmucken Stadion direkt an der Donau war riesengroß, die Rettung nah. Am Samstag nun ist die Truppe des Trainers aus Fuchsmühl (Landkreis Tirschenreuth) abgestiegen. Am letzten Spieltag gab es eine 0:3-Heimpleite gegen den Grazer AK. Die Linzer wären mit einem Sieg gerettet gewesen.
„Ausgerechnet zum ungünstigsten Zeitpunkt machten die Linzer eines ihrer schlechtesten Spiele der Saison“, analysierte der ehemalige Dortmunder und Kölner Trainer Peter Stöger die Partie als Experte bei Sky Austria. Auch er mutmaßte, dass die „Königsblauen“ den Klassenerhalt schon im Herbst verspielt haben. Damals lagen die Oberösterreicher weit abgeschlagen am Tabellenende. Kurz vor Weihnachten holten sie Michael Köllner als Trainer. Der Oberpfälzer krempelte einiges um. Die Aufholjagd in der Abstiegsrunde, die in Österreich im Frühjahr gespielt wird, gelang zunächst. Wolfsberg sah nach der Niederlage in Linz wie der sichere Absteiger aus. Die Linzer besiegten drei Tage später auch noch den SCR Altach mit 3:0. In den letzten drei Spielen gab es allerdings nur noch einen Punkt – es reichte nicht.
Gegen den Grazer AK am Samstag hatte Ronivaldo nach wenigen Minuten die Chance auf die Führung, im Gegenzug ging der GAK mit 1:0 in Führung. Linz fand nie ins Spiel, der Druck war zu groß. Die Gäste, die sich somit retteten, legten noch zwei Tore nach.
„Wir haben heute nicht unsere Bestleistung gezeigt“, sagte Köllner nachher bei Sky Austria. „Die wäre aber nötig gewesen.“ Er sei unendlich traurig. „Ich bin ja auch noch nie als Trainer abgestiegen“, ergänzte der einstige Coach des 1. FC Nürnberg, von 1860 München und des FC Ingolstadt. „Deswegen ist es einer der bittersten Momente.“ Man habe aber viel erreicht, seit er da sei. „Ich bin auch sehr dankbar, was die Mannschaft geleistet hat.“
Über seine Zukunft wollte er nach dem Spiel nicht sprechen. Bei Klassenerhalt hätte sich der Vertrag des 56-Jährigen automatisch um ein Jahr verlängert. Vor drei Wochen deutete er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien an, dass er durchaus auch bei einem Abstieg bleiben könnte. Am Tag des Abstiegs wies er aber alle Spekulationen von sich. Die nächsten Tage werde man zunächst alles analysieren, sagte der Fuchsmühler.
Den Frust verarbeitet er derweil auf seine Weise: „Ich werde jetzt laufen und Sport treiben bis zum Umfallen.“ Und der Oberpfälzer merkte noch süffisant an: „Meine Frau wird jetzt wochenlang meine schlechte Laune ertragen müssen.“

















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