09.08.2021 - 16:52 Uhr
GebenbachSport

DJK Gebenbach kassiert zweimal Rot gegen Torhüter

Kurios: In zwei Spielen nacheinander sehen zuerst der Stamm- dann der Ersatztorwart der DJK Gebenbach jeweils eine Rote Karte wegen Notbremse. Was sagt Trainer Franz Koller dazu? Ein Interview.

Für sein Foul in der 24. Minute beim Derby in Ammerthal sah Gebenbachs Keeper Michael Nitzbon die Rote Karte und musste gehen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

ONETZ: Wie viele Torleute hat denn die DJK Gebenbach noch?

Franz Koller: (lacht): Wie hatten eigentlich viele, aber mittlerweile geht es dem Ende zu.

ONETZ: Es ist doch ungewöhnlich, dass zweimal hintereinander jeweils der Torwart einer Mannschaft die Rote Karte für eine Notbremse bekommt?

Franz Koller: Ja, das stimmt. Aber ich muss sagen: Beide Karten waren berechtigt. Die kann man geben. Da braucht man nicht großartig diskutieren. Beide Male waren es Aktionen Eins gegen Eins, gegen einen Stürmer, der alleine auf den Torhüter zuläuft.

ONETZ: Was denkt der Trainer, wenn so etwas zum zweiten Mal passiert?

Franz Koller: Da bist du schockiert. In beiden Spielen haben wir geführt, in Ammerthal 1:0. Und in beiden Zeiträumen bis zur Karte waren wir sehr gut im Spiel. In Ammerthal hat es nicht so ausgesehen, als ob wir verlieren könnten. Da waren wir richtig gut. Gegen Aschaffenburg haben wir 2:0 geführt und den Gegner beherrscht. Dann kommt die Aktion wieder. Wir machen zwar das 3:0, aber dann bekommst du zwei Gegentore. Und ich dachte: Hoffentlich bringen wir uns nicht schon wieder durch Unterzahl um den verdienten Lohn. Aber gottseidank kam es nicht so.

ONETZ: Weil am Samstag das Spiel beim Top-Favoriten der Liga, der DJK Vilzing, ansteht?

Franz Koller: Ja. Wir wären sonst gewaltig unter Zugzwang gestanden, wenn wir nur mit drei Punkten hingefahren wären. Dort kann man leicht verlieren. Dann wäre der Druck größer auf die Mannschaft und auch das Umfeld könnte nervös werden. Aber so haben wir sechs Punkte. Denn nach Vilzing kommen alles Mannschaften auf unserer Augenhöhe. Wir haben ja in den ersten sieben Spielen die Top-Fünf als Gegner.

ONETZ: Was erklärt ein Trainer nach so einer Situation mit den Roten Karten seinen Torleuten?

Franz Koller: Da kann man nicht mehr viel sagen. Das war alles sehr ärgerlich. Im Spiel kann man nicht so schnell reagieren. Die großen Gespräche werden erst in dieser Woche stattfinden.

ONETZ: Wie haben Sie die beiden Szenen von außen gesehen? War es richtig, dass die Torleute die "Notbremse" gezogen haben? Oder hätten sie die Stürmer durchlassen und lieber das Tor kassieren sollen?

Franz Koller: Das ist eine gute Frage. In beiden Spielen wäre es deutlich besser gewesen, man hätte die Stürmer durchgelassen. Also nicht aktiv zum Ball gehen. Da ist es besser, lieber das 1:1 zu kriegen, und wir können mit elf Mann weiterspielen. Und selbst wenn in Ammerthal Martin Popp vorbeigeht, muss er den Ball erstmal ins Tor bringen. Es ist ja nicht so, dass jede Aktion gleich zum Tor führt. Er geht vorbei und hat dann einen sehr spitzen Winkel. Ähnlich war es gegen Aschaffenburg. Da hat der Gegner nicht ansatzweise Gefahr ausgestrahlt. Aber ab der Karte wurde es wieder schwierig.

ONETZ: Wer steht am Samstag im Spiel bei der DJK Vilzing im Tor?

Franz Koller: Christoph Lindner. Als Ersatztorwart fährt Niklas Mecke von der zweiten Mannschaft mit. Mehr haben wir nicht.

ONETZ: Welche Tipps geben Sie Christoph Lindner? Wie soll er sich verhalten?

Franz Koller: Wenn möglich, ein Foul vermeiden (lacht). Da gibt es schon noch Einzelgespräche.

ONETZ: Bisher haben wir über die Torhüter gesprochen. Aber wenn es zu solchen Situationen kommt, dass ein Torwart Eins gegen Eins einem Stürmer gegenübersteht, dann ist doch in der Abwehr einiges schief gelaufen?

Franz Koller: Auf jeden Fall. Diese tiefen Pässe dürfen nicht passieren. Wir müssen hinten so gestaffelt stehen, dass nicht jeder tiefe Ball solche Szenen produziert. Vilzing hat auch eine ganz andere Qualität, da müssen wir so etwas vermeiden.

ONETZ: Wie lange sind Michael Nitzbon und Florian Veigl gesperrt?

Franz Koller: Das weiß ich noch nicht, ich denke, dass in den nächsten Tagen das Sportgericht verhandeln wird. Ich gehe aber von zwei Spielen Sperre für Michael Nitzbon aus, auch für Florian Veigl. Das wäre üblich.

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