DJK Gebenbach auf Platz eins der Bayernliga Nord: "Einfach nur gigantisch"

Gebenbach
15.12.2022 - 16:10 Uhr
OnetzPlus

Die Mannschaft überwintert ganz vorne in der Tabelle – dank der besten Offensive. Aber "hinten scheppert es zu oft", sagt Trainer Kai Hempel. Das will er ändern – denn am Ende der Saison könnte der Regionalliga-Aufstieg stehen.

Platz eins in der Fußball-Bayernliga Nord zur Winterpause – für die DJK Gebenbach ist die bisherige Saison top gelaufen. "Wir sind hoch zufrieden mit dem bisher Erreichten. Aber wir sind nur auf dem Papier die Nummer eins, offiziell sind wir Nummer zwei", schränkt Franz Wittich ein. Der Sportliche Leiter der DJK weist darauf hin, dass der FC Eintracht Bamberg ein Spiel weniger hat und auch nur einen Punkt hinter Gebenbach rangiert. Dennoch gerät Wittich ins Schwärmen: "Wir haben unsere Zielsetzung übertroffen. Schön ist es, unter den ersten Fünf zu sein, aber dass wir auf Platz eins stehen, ist einfach nur gigantisch." Ein Grund für die hervorragende Platzierung sei der Teamgeist, der in der Mannschaft herrsche. Der Sportliche Leiter betont, es sei der Erfolg des "großen Ganzen und nicht eines einzelnen Spielers".

Da liegt er auf der gleichen Linie wie Kai Hempel, der zusammen mit Markus Kipry das Trainer-Duo der DJK Gebenbach bildet. Hempel verweist auf seine langjährige Erfahrung als Spieler – und was er aus dieser Zeit mitgenommen hat. "Ich bin in meiner Karriere zigmal aufgestiegen und Meister geworden, und es hat immer die Mannschaft funktioniert, aus der man nicht irgendjemanden herausnehmen kann." Die Basis sei immer, dass die Mannschaft als solche auch auftritt. "Dann gewinnt man solche Spiele wie in Würzburg oder wie in Weiden, wo wir in der 85. Minute 3:4 hinten lagen und noch gewonnen haben."

Mehr Psychologe als Trainer

Als Trainer, so Hempel, müsse man inzwischen mehr als 50 Prozent ein Psychologe sein. Beim Umgang mit den Spielern müsse man authentisch sein, offen und das auch vorleben. "Man hat nicht immer 20 zufriedene Spieler. Das hat man in keiner Mannschaft. Das ist aber auch richtig so, dass die, die auf der Bank sitzen, nicht zufrieden sind", erklärt Hempel. Und umgekehrt auch, dass diejenigen, die auf dem Platz sind, ganz genau wissen: "Da sitzen drei, die scharren schon mit den Hufen, und dann geben die auf dem Feld Gas."

Die DJK Gebenbach verfügt über den besten Angriff der Liga, mit bisher 61 Toren vor dem SV Donaustauf mit 55. "Hinten scheppert es manchmal zu oft, aber das haben wir in Gebenbach in den Genen, dass wir eher 4:3 spielen als 1:0", sagt Hempel und lacht. Für die Zuschauer unterhaltsamer, nur für die Verantwortlichen am Spielfeldrand manchmal nervenaufreibend. Das spricht sich herum, die DJK liegt mit 585 Besuchern pro Heimspiel auf Platz zwei hinter Aufsteiger SpVgg SV Weiden mit 894. "Wir hatten einige Highlights mit Bamberg, Weiden und natürlich Ammerthal. Das kommt aber auch von unserer Spielweise, bei uns ist immer Spektakel. Entsprechend viele graue Haare haben wir", sagt Franz Wittich und lacht. Ein zufriedenes Lachen, denn auch aus dem weiteren Umkreis kommen inzwischen viele Zuschauer nach Gebenbach. Für den Sportlichen Leiter ist klar, warum: "Ein toller Fußball, der bei uns zelebriert wird."

Kader bewusst zusammengestellt

Dass die Zuschauer aus der Umgebung nach Gebenbach kommen, ist kein Zufall. Denn Kai Hempel legt Wert auf die richtige Kaderzusammenstellung. "Wir haben absichtlich gesagt, dass wir keine Spieler aus der 3. Liga oder sonst woher holen. Sondern aus der Region." Er nennt als Beispiele Maurice Albers aus Grafenwöhr, Marco Geier aus Wernberg und Fabian Vogl aus Raigering. Nur eine kleine Truppe fährt von Nürnberg nach Gebenbach, aber sonst seien es Spieler, die hier heimisch sind. "Da kommt dann die Familie, dann kommen die Kumpels und so weiter", sagt Hempel. Bisher läuft also alles top beim Tabellenersten oder -zweiten der Bayernliga Nord – je nach Betrachtungsweise.

Aber wie geht es weiter, wenn offiziell am 4. März 2023 die Saison fortgesetzt wird? "Wir verschwenden noch keinen Gedanken an die Regionalliga. Machbar wäre es auf jeden Fall. Wir hatten ja schon mal den Antrag gestellt, als wir vier Tage vor Saisonende Erster der Bayernliga waren. Aber das ist momentan noch weit, weit weg", erklärt Franz Wittich. Zudem haben sich die Bedingungen in Gebenbach verbessert, die Tribüne wurde erweitert und die Flutlichtanlage auf LEDs umgestellt. "Ich bin für spektakulären Fußball. Aber ich weiß, dass die beste Abwehr Meister wird, und da hat Bamberg ein Dutzend Tore weniger kassiert als wir", schränkt Wittich ein. Er will die nächsten Spiele abwarten, denn da warten gleich "ein paar Granaten" (Hempel), gegen die die DJK in der Hinrunde verloren hat: der SV Donaustauf, der SC Eltersdorf und der FC Eintracht Bamberg, das Rückspiel war wegen Nebel abgebrochen worden.

"Es gibt definitiv Sachen, die verbessert werden müssen. Da gehört das Abwehrverhalten dazu, aber nicht nur von der letzten Reihe und dem Torhüter. Sondern von der ganzen Mannschaft", sagt Hempel. Gerade bei Standardsituationen habe man zu einfache Gegentore kassiert. Daran werde er mit seiner Truppe in der Winterpause arbeiten. Bei der Serie von elf Siegen in Folge – Bayernliga-Rekord, sagt Wittich – habe die komplette Mannschaft nach hinten gut gearbeitet. "Das muss wieder in die Köpfe rein", so Wittich. "Wir versuchen, jeden Spieler neu zu kitzeln. Im Kopf müssen sie schnell sein, wir haben ja eine super Qualität in der Truppe." Veränderungen werde es in der Winterpause nicht geben, der Kader bleibe so zusammen.

Kassier sagt: Werdet Zweiter

Und der soll wenn möglich genauso gut aufspielen wie bisher. Denn am Ende könnte wirklich der Aufstieg in die Regionalliga stehen. Als Meister oder als Zweiter über die Relegation? "Unser Kassier hat schon vor der Saison die Devise ausgegeben: Zweiter", sagt Franz Wittich und lacht. "Unser Anspruch ist, erfolgreich zu sein. Aber ohne jeden Druck", ergänzt Hempel. Die Kunst werde sein, die Platzierung aus den Köpfen zu verbannen um den Schalter wieder umzulegen, und um eine "gewisse Zufriedenheit" (Wittich) zu vermeiden: "Man muss trotzdem hungrig bleiben. Das wird die Aufgabe des Teams sein, zu Beginn wieder voll da zu sein." Trainingsauftakt ist am 23. Januar 2023.

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.