20.05.2021 - 19:00 Uhr
HirschauSport

Kein Wort zum Sport: Sandskifahrer Bernhard Hornek

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Der neunfache Sandski-Europameister verrät in unserer wöchentlichen Rubrik, wie es zu einer Wohnmobil-Party mit Thomas D von den Fantastischen Vier kam, und warum er Ukulele spielt.

Bernhard Hornek beim Sandskifahren am Monte Kaolino.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Die Telefonnummer der Horneks stand in großen Zahlen auf dem Tor zum Campingplatz. „So groß, dass man sie von der Telefonzelle aus gut lesen konnte“, erinnert sich Bernhard Hornek. „Wenn Urlauber außerhalb der normalen Öffnungszeiten ankamen, klingelte bei uns zu Hause das Telefon.“ Sein Vater war Schwimmmeister am Monte Kaolino und auch zuständig für den Campingplatz am Fuße des Quarzsandberges bei Hirschau, die Mutter arbeitete ebenfalls dort an der Schwimmbadkasse. Und für Bernhard wurde der Monte so etwas wie das zweite Kinderzimmer. „Ich war damals eigentlich jeden Tag dort.“

Mit fünf Jahren fuhr er das erste Mal auf Skiern den Sandberg hinunter. Später war Bernhard Hornek bei fast allen Rennen am Monte dabei, wurde neunmal Sandski-Europameister und gewann den Sandspirit mit dem Sandboard. Der 46-Jährige lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern (13 und 7 Jahre) in Regensburg und arbeitet in Abensberg als Sozialpädagoge in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Bernhard Hornek: Dort, wo ich lebe: In Regensburg, der nördlichsten Stadt Italiens. Für einen Hirschauer nicht zu groß, und auch nicht zu klein. Ich bin aber auch ganz oft und sehr gerne in Hirschau: Oma besuchen, Schwimmbad, Sandskifahren ...

ONETZ: Über was können Sie so richtig lachen?

Bernhard Hornek: Am meisten erfreuen mich meine Kinder. Mit ihnen lache ich oft.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Bernhard Hornek: Mein Papa war mein Vorbild. Ich wollte so sein wie er: tiefenentspannt, überall beliebt, alle kannten ihn, er war ja Schwimmmeister am Monte Kaolino. Generationen von Hirschauern haben bei ihm das Schwimmen gelernt.

ONETZ: Was war Ihr erstes Auto?

Bernhard Hornek: Ein Toyota Starlet, in weiß, ein älteres Modell. Ein typisches Anfängerauto. Ich weiß noch, dass der ganz schmale Reifen drauf hatte. Damit konnte man es auch mit 45 PS an der Ampel quietschen lassen.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Bernhard Hornek: Genau so ein Wunsch ist schon mal in Erfüllung gegangen. Ich habe vor ein paar Jahren zusammen mit meinem besten Kumpel in unserem gemeinsamen Wohnmobil eine Nacht mit Thomas D von den Fantastischen Vier durchgefeiert. Das war in Regensburg hinter der Mälzerei nach einem Konzert. Ich arbeitete dort an der Bar und lernte Thomas D Backstage kennen. Er ist ein großes Idol für mich. Ja, das war genau so ein Treffen mit einem Promi. Aber Kaffee hat es keinen gegeben. (lacht

ONETZ: Welche App darf auf Ihrem Smartphone auf keinen Fall fehlen?

Bernhard Hornek: "Google Maps", weil ich nur über wenig Orientierungssinn verfüge. Sonst würde ich mich dauernd verlaufen. Und ein Stimmgerät für meine Ukulele und Trompete. Ich habe beim Musikzug in Hirschau Trompete gelernt und da fast zehn Jahre lang gespielt. Ukulele habe ich mir so mal beigebracht, nachdem ich Gitarre nicht kapiert habe.

ONETZ: Hotel oder Campingplatz? Berge oder Meer? Wie sieht der perfekte Urlaub für Sie aus?

Bernhard Hornek: Ich habe einen Rooftop-Pool in Kühtai bei einem Schneesturm genossen. Und ich kenne die Luftmatratze am Monte-Campingplatz. Da ist beides gut. Wichtig ist, am nächsten Tag zum Snowboarden oder Sandboarden gehen zu können. Egal, wo man schläft.

ONETZ: Welchen Traum würden Sie sich gerne erfüllen?

Bernhard Hornek: Ich möchte zum guten Freund meiner Kinder werden. Es wäre schön, wenn sie es lange Zeit cool finden, etwas mit mir zu machen.

ONETZ: Wenn Sie sich ein Talent aussuchen könnten, welches wäre das?

Bernhard Hornek: Da in unserer Rock-Reggae- und Ska-Band "Kräuterkur", der Name kommt übrigens von einem Shampoo, ein Bassist fehlte, habe ich in der Coronazeit versucht, Bassspielen zu lernen. Aber es führt kein Weg hin. Das ist für mich Grobmotoriker zu schwierig.

ONETZ: Welches Buch lesen Sie zurzeit?

Bernhard Hornek: Wenn mir ein Buch richtig gut gefällt, lese ich das nach ein paar Jahren noch mal: So ist das momentan mit „The Beach“ von Alex Garland. Das ist eine Hippie-Geschichte, die in Thailand spielt.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Bernhard Hornek: Mit 17 Jahren stand ich bei der Europameisterschaft im Sandskifahren im Halbfinale. Für den Sieger gab es damals 2000 D-Mark von einem Sponsor. Ein Haufen Geld! Ich habe dann zu mir gesagt: „Das kostet genau der Führerschein, jetzt reiß’ dich zusammen. Wenn du das gewinnst, kannst du dir die sechs Wochen Ferienjob sparen“. Das war die letzte Motivation, ich habe tatsächlich meinen ersten EM-Titel eingefahren. Den Ferienjob habe ich dann verkürzt auf ein, zwei Wochen.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Bernhard Hornek: Handwerklich macht mir alles Spaß. Ich repariere sehr gerne Sachen und bin da ein richtiger Tüftler. Dinge gleich wegzuwerfen, wenn etwas daran kaputt ist, nervt mich.

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