12.10.2021 - 15:20 Uhr
KemnathSport

Speerwurf-Talent Ronja Melzner und die Reise nach Jerusalem

Erst im September wurde Ronja Melzner vom SC Eschenbach Deutsche Jugendmeisterin im Speerwerfen. Pause macht sie deshalb nicht. Sie trainiert für einen internationalen Wettkampf.

Ronja Melzner mit ihrer Goldmedaille von den deutschen Jugendmeisterschaften im Speerwurf.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Den 4. September 2021 wird Ronja Melzner aus Kemnath (Landkreis Tirschenreuth) so schnell nicht vergessen. Denn an diesem Tag flog ihr Speer im Erika-Fisch-Stadion in Hannover so weit, wie noch nie zuvor. Die 15-jährige Sportlerin vom SC Eschenbach knackte damit nicht nur ihre persönliche Bestweite, sondern wurde in ihrer Altersklasse deutsche Juniorenmeisterin im Speerwerfen. Nun hat sie sich ein großes Ziel gesteckt - und das liegt in Jerusalem.

"Ich war immer gut im Sprinten und im Weitsprung", blickt sie im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien zurück. Dass sie einmal einen 500 Gramm schweren Speer durch die Luft schleudern würde, daran hat Ronja noch vor ein paar Jahren nicht gedacht. Erst ab der Altersgruppe W14 gibt es die Disziplin Speerwerfen. "Ich hab' es einfach mal ausprobiert", sagt sie. Gut war der Versuch nicht, aber schon ein Jahr später wirft sie den Oberpfalzrekord. Das war 2020. Rund 14 Wettkämpfe bestreitet die Kemnatherin normalerweise pro Jahr, durch Corona waren es 2021 nur acht.

Bundesnachwuchstrainer gratuliert

An die deutsche Meisterschaft in Hannover denkt sie besonders gerne zurück. "Ich war so nervös", sagt Ronja. Es war ihre erste Teilnahme an einem nationalen Wettbewerb. "Bevor es losging, wurden die Spikes an unseren Schuhen gemessen." Auch die Vorstellung durch den Stadionsprecher war für sie eine neue Erfahrung. Unterstützung bekam Ronja von ihren Eltern und den drei Geschwistern, die als Zuschauer auf der Tribüne saßen. "Es hat mich sehr gefreut, dass sie trotz Corona dabei sein konnten." Der Wettkampf selbst begann allerdings mit einem Fehlwurf. "Dann wurde ich mit jedem Versuch besser", blickt sie zurück und lacht. Der fünfte ist dann der buchstäblich große Wurf: 47,98 Meter - persönliche Bestweite. "Beim letzten Versuch wollte ich nochmal einen oben draufsetzen, aber das hat dann nicht geklappt", erzählt die ehrgeizige Gymnasiastin. Die Goldmedaille an einem rot-weißen Band, durfte sich Ronja bei der Siegerehrung selbst um den Hals hängen. Glückwünsche gab es unter anderem von Bundesnachwuchstrainer Jonas Bonewitt und dem Präsidenten des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes, Gerhard Neubauer.

Mit Speergymnastik warm werden

Für das kommende Jahr hat sich Ronja ein großes Ziel gesteckt: Die Leichtathletik-U18-Europameisterschaft in Jerusalem. Vier bis fünf Mal trainiert sie dafür pro Woche. Neben Trainingseinheiten in der Gruppe stehen auch Einzel- und Krafttraining mit ihrer Trainerin Hannelore Ott auf dem Programm. Dabei gibt es verschiedene Schwerpunkte wie Technik, Sprung und Sprint. "Fürs Techniktraining machen wir die Schultern mit der Speergymnastik warm."

Während der Pandemie hielt sich Ronja zunächst zu Hause mit einem Trainingsplan fit. "Später gab es für Kaderathleten eine Ausnahme", sagt sie. Jetzt, wo die Wettkämpfe in diesem Jahr bereits gelaufen sind, "stehen wieder Kraft und Ausdauertraining auf dem Programm", sagt Ronja. Und wenn mal kein Speer in der Nähe ist? Die 15-Jährige überlegt und lacht: "Dann fahre ich gerne Inline oder gehe Schwimmen."

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Foto mit Breze? Als Gewinn der Deutschen Meisterschaft Josef: Bayerische Meisterin im Speerwerfen im August 46,49m
Hintergrund:

Ronja Melzner

  • 15 Jahre, Schülerin
  • Deutsche Jugendmeisterin W15 im Speerwurf
  • Bestweite: 47,98
  • Wohnt mit ihren Eltern und drei Geschwistern in Kemnath
  • Verein: SC Eschenbach

 

 

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