12.04.2021 - 18:32 Uhr
MünchenSport

Kommentar zum Duell beim FC Bayern: Hasan Salihamidzic spielt ein falsches Spiel

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Der FC Bayern hat vor der Champions-League in Paris Probleme: Richtige, was das verletzte Personal betrifft. Und überflüssige, was den Machtkampf Salihamidzic/Flick anbelangt. Schuld an allem ist nur einer, meint Sportredakteur Josef Maier.

Sie würdigen sich keines Blickes mehr. Sportvorstand Hasan Salihamidzic (links) und Trainer Hansi Flick (Mitte).
von Josef Maier Kontakt Profil
Kommentar

Ganz Fußball-Deutschland interessiert nur die eine Frage: Wie geht dieses Duell aus? Nein, nicht die Partie des FC Bayern am Dienstag in Paris. Das Rückspiel im Viertelfinale der Champions-League, wohl mit das wichtigste Spiel der Saison, läuft irgendwie so mit.

Wie geht dieses Duell aus? Hasan gegen Hansi! Salihamidzic gegen Flick! Sportvorstand gegen Trainer! Der Rekordmeister hat eine interne Schlammschlacht am Hals, die überflüssiger kaum sein könnte. Eine richtige Schmierenkomödie. In den Hauptrollen: eigentlich nur eine Person.

Was reitet Salihamidzic? Es mag um unterschiedliche Meinungen bei Transfers, Vertragsverlängerungen und mehr Mitspracherecht des Trainers gehen. Es geht aber auch um Eitelkeiten, um Persönliches.

Da hilft ein Rückblick weiter: Am 19. Oktober 2018 fiel Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei der Wut-PK der Münchener Führungsriege gegen die Berichterstattung dem damaligen Sportdirektor Salihamidzic ins Wort und beantwortete eine brisante Frage über dessen Kopf hinweg. Der Bosnier stand wie ein Bubi da. Er war halt doch nur der "Brazzo", das Bürschchen, das auf dem Fußballplatz früher die Außenlinien rauf und runter rannte. Salihamidzic war gekränkt, wollte es allen zeigen, war fortan sehr fleißig, tätigte auch mal gute Transfers und wurde zudem zum Sportvorstand befördert.

Doch genügend gewürdigt sah und sieht sich der 44-Jährige nie. Trainer Hansi Flick durfte sich dagegen im Glanze der sechs Titel in einer Saison sonnen. Er war der Vater des Erfolgs, ihm jubelten die Fans zu, er ist der Liebling. Salihamidzic stand im Schatten - irgendwo zwischen dem Erfolgstrainer und den großen Chefs Rummenigge und Kahn. Doch jetzt zeigt er dem "Untergebenen" Flick mal richtig, dass er offiziell der Boss in dieser Arbeitsbeziehung ist.

Die Situation ist total verfahren. Die beiden würdigen sich keines Blickes mehr. Am Saisonende wird einer gehen (müssen). Wenn das der Trainer wäre, dann wäre das eine mittlere Katastrophe für die Bayern, und das nicht nur, weil es keinen adäquaten Ersatz auf dem Markt gäbe. Den Job von Salihamidzic dagegen könnten andere genauso gut erledigen.

Die Gegensätze beim Bayern-Konflikt

München
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.