14.04.2021 - 19:50 Uhr
MünchenSport

Kommentar zum Aus des FC Bayern: Das war das letzte Champions-League-Spiel von Hansi Flick

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Bei den Münchenern stehen die Zeichen auf Trennung. Das Statement von Trainer Hansi Flick nach dem Ausscheiden gegen Paris hatte schon mehr als nur den Hauch einer Abschiedsrede, meint Sportredakteur Rudi Gebert.

Es geht auch anders: Trainer Hansi Flick (links) und Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic feiern im vergangenen Jahr gemeinsam den Pokalerfolg.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil
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Aus im DFB-Pokal! Aus in der Champions-League! Für den FC Bayern München bleibt in dieser Saison "nur" noch die deutsche Meisterschaft. Auch wenn es die neunte in Folge wäre, für den Titelsammler ist es nach dem Triple im Vorjahr eine zu geringe Ausbeute - irgendwie nur ein Trostpreis.

In der ruhmreichen Geschichte des deutschen Rekordmeisters wird die Saison 2020/21 mehr wegen der unsäglichen Grabenkämpfe zwischen Trainer Hansi Flick, der in einem Jahr sechs Titel holte, und Sportvorstand Hasan Salihamidzic in Erinnerung bleiben. Dieser Zwist überschattet längst das sportliche Geschehen - und trotz aller Beteuerungen wird sich das Verhältnis zwischen Erfolgscoach Flick und "Brazzo" nicht bessern. Die Zeichen stehen klar auf Trennung.

Flick, zuletzt sehr dünnhäutig und wortkarg bei Interviews, gab nach dem Viertelfinal-Aus in Paris in einem minutenlangen Monolog ein paar Einblicke in sein Seelenleben, wobei sich das Ganze schon fast wie eine Abschiedsrede anhörte. Der 56-Jährige, der beim FC Bayern einen Vertrag bis Juni 2023 hat, äußerte sich auch zu den aktuellen Debatten um die deutsche Nationalelf. Flick gilt beim DFB als heißer Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw, dessen Amtszeit nach der EM im Sommer endet.

Flicks Worte lassen viel Spielraum für Spekulationen. Seine Familie würde ihn, "egal, was ich machen würde, immer unterstützen und hinter mir stehen", sagte er nach seinem wohl letzten Champions-League-Spiel. Er sprach auch von sich aus von einem möglichen "anderen Rhythmus", wenn er wieder beim DFB arbeiten würde. Es deutet also viel darauf hin, dass Flicks Arbeit beim FC Bayern nach dem letzten Bundesliga-Spiel am 22. Mai in der Arena gegen den FC Augsburg endet.

Die Bayern-Fans werden es bedauern, wenn der Erfolgstrainer wirklich gehen sollte. Den meisten Beobachtern wird es aber wohl egal sein, dass der Zwist Flick/Salihamidzic großen Anteil an dieser Entwicklung hat. In Corona-Zeiten haben die Menschen andere, größere und existenziellere Sorgen. Streitereien bei einem Fußballverein oder Debatten bei politischen Parteien um eine Kanzlerkandidatur spielen da nur eine untergeordnete Rolle.

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