18.04.2021 - 12:19 Uhr
MünchenSport

Kommentar zum Flick-Abgang: Eine dicke Pleite für die Bayern-Bosse

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Hansi Flick will den FC Bayern am Saisonende verlassen. Absolut verständlich, meint unser Sportredakteur Josef Maier. Daran ist nicht nur Hasan Salihamidzic schuld, sondern auch Karl-Heinz-Rummenigge und Oliver Kahn.

Bye, bye, das war's am Saisonende mit Hansi Flick und den Bayern.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Das waren gut eineinhalb Jahre fast wie im Rausch. Was Anfang November 2019 für Hansi Flick mit einem glanzlosen Sieg gegen Olympiakos Piräus in der Champions-League begann, wird Ende Mai glorreich enden. Die Bayern werden dann ihren neunten Meistertitel in Folge einfahren - eine sensationelle Serie. Und wenn es in dieser Saison auch ein paar Problemchen mehr gab, die Schale wird deswegen nicht kleiner ausfallen. Der deutsche Meistertitel ist immer noch ein Qualitätsmerkmal.

Hansi Flick wird die Schale noch einmal stemmen - das war's. Er wird gehen. Und er wird wieder befreit lächeln können. Er war doch nicht mehr er selbst in den letzten Wochen. So dünnhäutig, so sarkastisch, wie er manchmal reagierte, so kannte man den eigentlich in sich ruhenden Badener nicht. Eigentlich wäre alles da gewesen, um bei den Bayern eine Ära zu prägen. Ein Mann, der in Spieler hineinhorchen kann, der sie mitreißen kann, den die Spieler lieben, der sie versteht - und der sie immer verteidigt.

Nur Flick selbst wurde nie verteidigt. Die dürre Erklärung von Karl-Heinz Rummenigge, über die Medien verbreitet, der Konflikt zwischen Trainer und Sportvorstand müsse aufhören, hätte er sich sparen können. Auf Sport 1 wurde am Sonntag kolportiert, Rummenigge habe wie ein Löwe um Flick gekämpft. Wie bitte? Warum hat dann der Vorstandsvorsitzende, formell der Ober-Bayer, dann nie richtig auf den Tisch gehauen? Auf wen muss er, der Ende des Jahres aufhört, denn Rücksicht nehmen?

Flick hatte bei den Bossen nie den großen Rückhalt - die graue Eminenz vom Tegernsee mit eingeschlossen. Eine enttäuschende Rolle spielte auch der designierte Chef Oliver Kahn. Olli war auf dem Platz ein Mann mit Eiern. Als Spieler hätte er einen, der so wie Flick vorgeführt wurde, bis aufs Blut verteidigt. Anknurren und Durchschütteln inklusive. Doch der Kahn im Vorstandszwirn ist anscheinend nicht mehr der im Trikot. Und Hasan Salihamidzic? Natürlich muss auch über dessen Weiterbeschäftigung diskutiert werden.

Die Bayern-Granden haben in den vergangenen Jahren viel richtig gemacht, bei der Flick-Posse haben sie krachend verloren. Die Sache ist ihnen entglitten. Man mag ihnen jetzt nur viel Spaß bei der Trainersuche wünschen. Wenigstens hat Bayern Deutschland geholfen. Leichter wird der DFB zu keinem Top-Trainer kommen.

Kommentar: Flick vor dem Abschied

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