18.05.2020 - 21:27 Uhr
MünchenSport

Kommentar zu Streit Rummenigge / DFB: "Kasperltheater der Alphatiere"

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Die Bundesligen haben gerade ihren ersten Geister-Spieltag zu Ende gebracht. Das Zittern geht dennoch weiter. Da kommt ein Streit Profifußball/DFB völlig ungelegen, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (rechts) und DFB-Präsident Fritz Keller liegen im Clinch.
von Josef Maier Kontakt Profil

Theateraufführungen sind in der Coronakrise eigentlich weiter verboten. Doch Karl-Heinz Rummenigge und Fritz Keller inszenieren fleißig. Ihr Stück "Kasperltheater der Alphatiere" hat zwar einen fröhlichen Titel, ist aber doch eher ein Trauerspiel.

Die zwei mächtigsten Männer im deutschen Fußball, der Bayern-Boss und der DFB-Präsident, liefern sich ausgerechnet in der größten Krise des deutschen Fußballs seit Jahrzehnten ein Scharmützel, das in dieser Form keinem nutzt.

"Kalle" und Keller auf Konfrontationskurs. Dabei bräuchte es keinen Streit. Beide haben so etwas von Recht. Der DFB-Chef via "Spiegel" mit dem Vorwurf der Großkotzigkeit im deutschen Profifußball und dem Gehabe der Neureichen. Ja, in einigen Bereichen ist es schlimm geworden. Und dabei geht es nicht nur ausschließlich um das berühmt-berüchtigte goldene Steak.

Und Rummenigge hat Recht, dass der DFB kaum ein Fettnäpfchen auslässt. Sommermärchen-Affäre samt Steuerhinterziehung, Grindels Luxusuhren-Affäre. Den Bayern-Boss ärgert auch, dass Keller, der seit gut einem halben Jahr im Amt ist, nicht wie angekündigt frischen Wind in die DFB-Zentrale gebracht hat. Die Fußball-Behörde ist weiter eine eigene Welt. Der badische Winzer an der DFB-Spitze hält es wohl mit dem Spruch: "Alter Wein in ein paar neuen Schläuchen."

Dass die Fußball-Bosse so auf die Bereiche des jeweils anderen losgehen und eigene Fehler verschweigen, zeigt die Zerrissenheit im deutschen Fußball. Gerade in Krisenzeiten bräuchte es aber Einigkeit und vor allem Vorbilder. Und dem werden sie derzeit in keinster Weise gerecht.

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