11.06.2026 - 08:13 Uhr

„Letzte Meile“: So will Mexiko-Stadt den WM-Auftakt sichern

Bleibt es ruhig vor dem Eröffnungsspiel der XXL-WM? Die Stimmung ist angespannt angesichts möglicher Proteste und Blockaden einer radikalen Gewerkschaft.

Die Fußball-Welt schaut gespannt auf Mexiko-Stadt. Blockaden und Demos drohen, den heutigen Tag mit dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM um 13.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) zwischen Mexiko und Südafrika schwer zu beeinträchtigen. Mexiko-Stadt werde einen Chaos-Tag erleben, prophezeite die Zeitung „El Financero“. 

Eine Meile vor dem Stadion soll abgeriegelt werden

Nach tagelangen Protesten vor allem durch die radikale Lehrergewerkschaft CNTE herrscht eine angespannte und aufgeladenen Stimmung in der Hauptstadt des WM-Mitgastgeberlandes. Ein mehrstündiges Treffen am Abend vor der Partie zwischen der CNTE und Regierungsvertretern soll ohne Einigung ausgegangen sein, die Gewerkschaft wolle die Vorschläge zunächst prüfen.

Um das Auftaktspiel der WM und die anderthalb Stunden vorher beginnende Eröffnungsfeier abzusichern, wollen die Behörden laut Berichten zur FIFA-Maßnahme „Letzte Meile“ greifen. Schrittweise sollten Straßen gesperrt und Zugänge kontrolliert werden auf dem Weg zum Aztekenstadion. Die vollständige Sperrung der Zufahrten soll bis acht Stunden vor dem Anpfiff bis rund 1,6 Kilometer vor dem Stadion in Kraft treten. 

Nur zu Fuß oder mit dem Rad geht es mit Ausnahme autorisierter Autos dann noch für diejenigen weiter, die ins Stadion wollen.

Auch das Fan-Festival auf dem Zócalo, dem berühmten großen Platz im Herzen des historischen Kerns von Mexiko-Stadt, steht auf der Kippe. Der Weg dorthin führt bereits an Eisenwänden und einem Zeltcamp protestierender Lehrer vorbei. Von einer ausgelassenen Stimmung kann seit Tagen keine Rede sein.

Auch am Flughafen größerer Polizeieinsatz 

Zum Stadtbild gehören stattdessen Hundertschaften von Polizei und Nationalgarde. Ob am Stadion oder auch am Flughafen. Dorthin waren nicht mal 24 Stunden vor dem Anpfiff schwer ausgerüstete Polizisten ausgerückt. Auch hier wegen möglicher Proteste der Lehrer, die zwei Tage vor der WM-Eröffnung das Stadion blockiert hatten. „Selbst friedliche Demonstrationen können jederzeit in Gewalt umschlagen“, schreibt die Botschaft von Mitgastgeber Kanada warnend auf seiner Homepage an WM-Besucher. 

Darum geht es in dem Streik

Der Konflikt der Lehrer mit der Regierung ist allerdings nicht neu. Im Gegenteil. Die Gewerkschaft fordert die Abschaffung einer Rentenreform aus dem Jahr 2007, regelmäßig macht sie seit vielen Jahren nach dem Lehrertag im Mai mit Protesten auf ihre Forderungen aufmerken, die Lehrer fordern dabei höhere Renten. Um das zu finanzieren, fehle dem Land das Geld, heißt es von Regierungsseite immer. Allerdings hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum, die seit dem 1. Oktober 2024 im Amt ist, den Lehrern Verbesserungen bei den Rentenbedingungen in Aussicht gestellt.

© dpa-infocom, dpa:260611-930-205697/1

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