23.07.2021 - 18:09 Uhr
MünchenSport

Michael Köllner und der Vergleich mit "Löwen"-Ikone Werner Lorant

Am Samstag startet 1860 München gegen die Würzburger Kickers in die neue Drittliga-Saison. Trainer Michael Köllner sieht sein Team bestens gewappnet. Vor dem ersten Anpfiff hat der Fuchsmühler schon Sonderlob für einige Spieler parat.

Was sie wohl wieder aushecken? "Löwen"-Coach Michael Köllner (links) und sein wichtigster Ansprechpartner im Team, Sascha Mölders.
von Josef Maier Kontakt Profil

ONETZ: Servus Herr Köllner, der "Kicker" vergleicht Sie wegen Ihrer Popularität bei den "Löwen"-Fans schon ein bisschen mit Werner Lorant. Zu viel der Ehre?

Michael Köllner: Es ist immer schön, wenn man in der Öffentlichkeit so eingestuft wird, dass die Leute mit einem zufrieden sind. Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren aber auch wirklich hart gearbeitet. Und da ist es schon ein großes Lob, wenn man mit einem der erfolgreichsten Trainer bei 1860 München verglichen wird.

ONETZ: Haben Sie Werner Lorant eigentlich schon mal getroffen?

Michael Köllner: In der Zeit, in der ich jetzt hier bei Sechzig bin, noch nicht. Aber ich kenne ihn von früher, aber da wird er sich sicherlich nicht mehr daran erinnern. (lacht)

ONETZ: Die Saison 19/20 hat 1860 mit Platz 8 abgeschlossen, vergangene Saison mit Platz 4. Wie groß ist der Aufstiegsdruck?

Michael Köllner: Ich denke, dieser Druck ist intern momentan nicht gegeben. Wir stehen vor einer ganz langen Saison, das kann erst zum Ende der Spielzeit ein Thema werden. Ein gutes Auftaktspiel am Samstag gegen Würzburg hinzulegen, ist Druck genug. Und seit eineinhalb Jahren sind erstmals wieder Zuschauer da. Wir freuen uns riesig darauf, vor knapp 4000 Fans unser erstes Spiel bestreiten zu können.

ONETZ: Aber die Fans träumen doch schon alle vom Aufstieg ...

Michael Köllner: Es gibt schon eine Gruppe, die mit der 2. Bundesliga liebäugelt. Die meisten Fans aber, die in den vergangenen Jahren richtig leidgeplagt waren und alle Höhen und Tiefen erlebten, schätzen die Situation realistisch ein und genießen jetzt einfach die Zeit. Genießen, dass wir im Verein ruhig arbeiten, sportlich Kontinuität aufweisen, sowohl auf Führungspositionen als auch in der Mannschaft, und dass wir uns richtig gut verstärkt haben. Die sind jetzt erst einmal mit dem Ist-Zustand zufrieden.

ONETZ: Zweitligatauglichkeit hat Ihre Truppe ja zuletzt bei der 2:3-Niederlage beim Club schon in einigen Phasen gezeigt ...

Michael Köllner: Ja, sicherlich. Mir haben viele Sachen richtig gut gefallen. In den ersten 20, 30 Minuten haben wir souveränen Fußball gezeigt, hatten eine gute Balance in der Mannschaft. Aber wir müssen uns weiter Woche für Woche verbessern.

ONETZ: Ist Neuzugang Marcel Bär der Gewinner der Vorbereitung? Er ist richtig torgefährlich, Sascha Mölders ist jetzt nicht mehr der Alleinunterhalter ganz vorne ...

Michael Köllner: Es ist wichtig, dass wir uns bei den Neuzugängen nicht vertan haben. Alle sind für uns eine Bereicherung. Wobei mit Marcel Bär und Yannick Deichmann zwei externe Neuzugänge auf Anhieb das Zeug für die Startelf haben. Sie haben eine super Vorbereitung gespielt. Aber das gilt ja nicht nur für die Neuen ...

ONETZ: Wer von den Arrivierten hat da besonders herausgestochen?

Michael Köllner: Merveille Biankadi hat eine richtig starke Vorbereitung gespielt. Wir haben jetzt auch einen breiteren Kader als vergangene Saison. Wir können jetzt öfter mal Veränderungen vornehmen, das war letztes Jahr nicht gegeben.

ONETZ: Haben Sie die Defensive stabilisieren können? Die war ja vergangene Saison das ein oder andere Mal nicht so sattelfest.

Michael Köllner: Das Defensivverhalten geht ja schon vorne los. Wir müssen einfach als Mannschaft kompakter verteidigen. Wir haben das auch vergangene Saison öfter hinbekommen, waren auswärts mit die beste Mannschaft.

ONETZ: Der gerade 18 Jahre alt gewordene Lorenz Knöferl hat jüngst seinen ersten Profivertrag unterschreieben, gilt als großes Talent. Hat er überhaupt Chancen auf Einsatzzeiten?

Michael Köllner: Grundsätzlich haben wir die Tür offen für unsere Talente, das ist nicht alltäglich. Wir haben Jugendförderung nicht nur außen draufstehen, sondern praktizieren das auch nach innen. Aber natürlich ist es für junge Spieler sehr schwer, in eine gestandene Mannschaft reinzurücken. Vor allem bei einem Traditionsverein. Sie müssen sich in einer gestandenen Mannschaft weiterentwickeln.

ONETZ: Unruhe gab es in der Vorbereitung wegen der Wechselgerüchte von Dennis Dressel. Darmstadt hat angeklopft ...

Michael Köstler: Das ist vorbei, beendet. Das wurde dann medial auch etwas aufgebauscht. Das ist vorbei. Wir haben ein Statement abgegeben, Dennis auch. Jetzt passt es.

ONETZ: Wer sind denn Ihre Favoriten in der kommenden Drittliga-Saison. In einer Liga, die enger zusammengerückt ist, als je zuvor ...

Michael Köllner: In der dritten Liga ist es ganz anders als etwa in der Bundesliga. Hier können viel mehr Mannschaften um die ersten Plätze mitspielen. Da klafft die Etatstruktur nicht so weit auseinander wie in der 1.Bundesliga. Dort liegt ja zwischen Fürth und dem FC Bayern nicht eine Welt, sondern Welten. Die drei Zweitliga-Absteiger Braunschweig, Würzburg und Osnabrück gehören in der dritten Liga grundsätzlich zum Kreis der Aufstiegskandidaten. Dazu kommen Teams wie Viktoria Köln oder Magdeburg, die eine Bomben-Rückrunde gespielt haben. Türkgücü München hat sich außerordentlich auf dem Transfermarkt bedient. Dazu kommt Saarbrücken. Auch ein Traditionsverein wie Kaiserslautern, der vergangene Saison deutlich unter den Erwartungen geblieben ist. Und dann gibt es sicherlich auch wieder eine Überraschungsmannschaft wie Verl in der vergangenen Saison.

ONETZ: Da wird's vorne aber richtig eng ...

Michael Köllner: Ja, da gibt es sehr viele, und wir wollen auch dazugehören. Aber man hat gesehen, wie es gehen kann. Duisburg und Kaiserslautern wollten vergangene Saison auch vorne mitspielen und wären dann fast abgestiegen.

ONETZ: Wie gut tut es Ihnen und den Spielern eigentlich, dass auch am Spielfeldrand und den Tribünen zumindest etwas Normalität einkehrt?

Michael Köllner: Wir haben es jetzt im Trainingslager gemerkt, wie gut es tut, wenn Fans beim Spiel live vor Ort dabei sind. In Nürnberg waren zuletzt 4000 Fans. Ich hoffe, dass die Fans, die das Glück haben, am Samstag gegen Würzburg im Stadion zu sein, viel Stimmung und Dampf machen, damit wir gleich von der ersten Minute an voll drin sind.

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München
Info:

Die Zu- und Angänge von 1860 in der Saison 20/21

  • Zugänge
    Yannick Deichmann (VfB Lübeck)
    Kevin Goden (1. FC Nürnberg)
    Marcel Bär (Eintracht Braunschweig)
    Milos Cocic (eigene U19)
    Nathan Wicht (eigene U17)
  • Abgänge
    Leon Klassen (WSG Tirol)
    Matthew Durrans (FC Edmonton)
    Dennis Erdmann (1. FC Saarbrücken)
    Ahanna Agbowo (vereinslos)
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