18.05.2020 - 18:46 Uhr
MitterteichSport

SV Mitterteich und TuS-WE Hirschau: "Trainer-wechsel-dich"

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Wie geplant, aber doch früher als erwartet, machen der SV Mitterteich, der TuS-WE Hirschau sowie der FC Vorwärts Röslau Nägel mit Köpfen. Unabhängig vom Fortgang der Saison wird die Trainer-Rochade in die Tat umgesetzt.

Martin Schuster (Zweiter von rechts, bei seiner Vorstellung in Mitterteich im Januar) übernimmt ab 1. Juni das Traineramt beim SV Mitterteich.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Nun ist das Wechselspiel amtlich und startet sogar noch etwas früher als ursprünglich angedacht: Martin Schuster übernimmt trotz der bis mindestens 31. August ausgesetzten Spielzeit 2019/20 ab dem 1. Juni das Traineramt beim Nordost-Landesligisten SV Mitterteich. Sofern die Saison fortgesetzt und beendet wird, bringt der zuletzt vereinslose Tobias Heindl dann das Werk Schusters beim Amberger Kreisligisten TuS-WE Hirschau zu Ende. Und Mitterteichs bisheriger Trainer Andreas Lang nimmt sofort seine Arbeit beim oberfränkischen Liga-Konkurrenten FC Vorwärts Röslau auf. Dort schaut Ali Sener in die Röhre, der die aktuelle Saison nach eigener Aussage gerne in Röslau zu Ende gebracht hätte, wann auch immer das sein mag. Diese Trainer-Rochade bestätigten sowohl der SV Mitterteich als auch der TuS-WE Hirschau am Montag gegenüber Oberpfalz-Medien.

"Alle drei Vereine haben dieses Modell favorisiert. Es ist die sinnvollste Lösung, auch wenn es für Röslaus Trainer Ali Sener eine blöde Situation ist", sagte Rainer Fachtan, Sportlicher Leiter beim SV Mitterteich. Die Vorsitzenden Roland Eckert (Mitterteich) und Bernd Nürnberger (Röslau) hätten die neue Lage beim eigentlich zum Saisonende angedachten Wechsel via Telefon besprochen und anschließend entschieden, den Schnitt trotz der Coronapause und mitten in der Saison zu vollziehen. "Für die Spieler ist das wie ein Neustart. Es hätte keinen Sinn ergeben, mit dem alten Trainer weiterzumachen und einige Wochen später dann zu wechseln", führte Fachtan weiter aus. Somit erhält der Wiederbeginn in der Landesliga Nordost zusätzliche Brisanz: Das Nachholspiel des SV Mitterteich bei Vorwärts Röslau steht noch aus und bringt so das schnelle "Rendezvous mit dem Ex".

Die Coronakrise bringt auch den SV Mitterteich in Nöte

Mitterteich

Die Absprache zwischen Trainer Martin Schuster und dem TuS-WE Hirschau, den Wechsel trotz noch laufender Saison wie geplant umzusetzen, verlief ebenso reibungslos. "Das war für uns kein Thema. Alles andere als ein klarer Schnitt hätte nur unnötige Verwaltungsmehrarbeit bedeutet. Bei uns startet zum 1. Juli Tobias Heindl seinen Trainerjob", bestätigte Hirschaus Vorsitzender Christoph Weih. Ob dann allerdings schon wieder gewöhnliches Mannschaftstraining möglich sein wird, wagt Weih zu bezweifeln. "Da sind noch zu viele hygienetechnische und haftungsrechtliche Fragen offen, die zunächst noch geklärt werden sollten. Bis dahin setzt der ambitionierte Kreisligist sein Training via Whatsapp und Zoom-Meetings fort. Als Tabellendritter der Kreisliga Nord sind die Kaoliner noch mittendrin im Bezirksliga-Aufstiegsrennen. "Uns kann nichts mehr passieren, es kann nur nach oben gehen. Das ist ein optimaler Test-Einstieg für unseren neuen Trainer unter Wettkampfbedingungen", blickt Weih schon in Richtung Rest-Saison.

Ein fixes Datum für den Wiedereinstieg in das Mannschaftstraining hat der SV Mitterteich schon gefunden. "Wir legen um den 2. oder 3. Juni mit unserem neuen Trainer Martin Schuster wieder los. Je nach Vorgaben des Verbands in Mannschaftsstärke oder eben in Kleingruppen", sagte Fachtan. Die Freigabe der Stadt für den Schulsportplatz liegt bereits vor. Bis dahin arbeiten die Spieler noch ihre individuellen Hausaufgaben ab, doch die Ungeduld wächst von Tag zu Tag, wie Fachtan zu berichten weiß: "Jetzt wollen sich die Spieler langsam alle mal wieder sehen und miteinander trainieren und Fußball spielen." Das dürfen sie ab Anfang Juni dann mit einem neuen Trainer.

Interview mit Bezirksvorsitzendem Thomas Graml

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

BFV: Trainerverträge Sache der Vereine

Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat die Modalitäten bei Vereinswechseln von Spielern im Sommer vorläufig außer Kraft gesetzt. Sogenannte "Lösungsarbeitsgruppen" entwerfen derzeit veränderte Regularien. "Da befinden wir uns in der Endphase der Abstimmungen eines Grobkonzepts", sagte Bezirksvorsitzender Thomas Graml. Endgültig werden die Vereine über die Neuerungen aber erst informiert, wenn der BFV-Vorstand beschließt, inwieweit Entscheidungen des außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai in bayerische Regularien einfließen. Nicht betroffen sind davon Trainerwechsel und -verträge. "Dabei handelt es sich um einen privatrechtlichen Vertrag. Da hat der Verband keinerlei Handhabe, das müssen die Vereine untereinander klären", führte Graml weiter aus. Auch wenn es außerhalb Bayerns Saisonabbrüche im Amateurfußball hagelt, schließt Graml eine Kehrtwende in Bayern aus: "Nur wenn wir im Mai 2021 die aktuelle Spielzeit 2019/20 noch nicht wieder aufgenommen haben, sollten wir uns noch einmal unterhalten."

Abgang beim SV Mitterteich: Trainer Andreas Lang (rechts, mit Co-Trainer Christoph Hegenbart) wechselt "mitten in der Saison" zum Ligarivalen Vorwärts Röslau.

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