München
Update 26.01.2026 - 14:45 Uhr

Söder gegen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft

Sollte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM daheim bleiben? Für CSU-Chef Söder ist das „völliger Quatsch“. Mit Blick auf den Umgang mit den USA warnt er aber vor noch mehr „Unsinn“.

Ein Boykott der Fußball-WM in den USA, Kanada und in Mexiko würde aus der Sicht von CSU-Chef Söder weder sportlich noch außenpolitisch Sinn machen. Bild: Peter Kneffel/dpa
Ein Boykott der Fußball-WM in den USA, Kanada und in Mexiko würde aus der Sicht von CSU-Chef Söder weder sportlich noch außenpolitisch Sinn machen.

CSU-Chef Markus Söder lehnt einen Boykott der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko ab. Dies sei „völliger Quatsch“, sowohl im Interesse der Sportler als auch außenpolitisch, sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung des Parteivorstands in München. „Was soll denn das sein, mal abgesehen davon, dass die Fußball-WM nicht nur in den USA stattfindet, sondern auch in Kanada und in Mexiko.“ Die Weltmeisterschaft startet am 11. Juni 2026.

Göttlich hatte Debatte über deutsche WM-Teilnahme gefordert

Der Präsident des FC St. Pauli, Oke Göttlich, und Präsidiumsmitglied des DFB und der DFL, hatte zumindest eine Diskussion über die Lage in den USA mit Bezug auf die Weltmeisterschaft gefordert. 

„Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen“, sagte er. „Das Leben eines Profifußballers ist nicht größer als das Leben von sehr vielen Menschen in verschiedenen Regionen, die derzeit von dem WM-Gastgeber direkt oder indirekt angegriffen oder bedroht werden.“

Söder nennt auch jede Form von US-Boykotten „unsinnig“

Auch andere Formen des Boykotts - etwa den Verzicht auf Waren aus den USA - seien aus Söders Sicht „Unsinn“. Am Ende schade dies auch Deutschland. Für den Umgang mit den Vereinigten Staaten mahnte Söder vielmehr einen „Mix aus Besonnenheit und Klarheit“ an. 

Es wäre falsch, mit Amerika zu brechen, es brauche vielmehr eine „langfristige Strategie“, sagte Söder. Er sei gegen diese Aufgeregtheit, gegen die Aggression und auch klar gegen ein totales Abkoppeln von Amerika. Mit Blick auf die zwischenzeitliche Forderung von US-Präsident Donald Trump zur Übernahme Grönlands gab Söder aber zu, dass dies auch ihn „emotional durchgerüttelt“ habe.

© dpa-infocom, dpa:260126-930-598764/2

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.