12.04.2019 - 23:24 Uhr
NürnbergSport

Club verzweifelt an Alexander Nübel

Der 1. FC Nürnberg lässt in dieser Saison nichts aus: Ein aberkanntes reguläres Tor, ein verschossener Elfmeter, vergebene Großchancen und ein Ausgleich aus dem Nichts. Gegen Schalke verzweifeln die Gastgeber am Gästekeeper.

Hanno Behrens (links) war gar nicht mehr zu beruhigen: Schiedsrichter Robert Kampka erkannte ihm ein reguläres Tor ab. Zum allem Überfluss verschoss der Club-Kapitän auch noch einen Elfmeter.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Drei Minuten lang durfte der 1. FC Nürnberg gegen Schalke von einem eminent wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga träumen. Der japanische Joker Yuya Kubo hatte den Club spät in der 82. Minute in Führung geköpft und das ausverkaufte Max-Morlock-Stadion erbeben lassen. Doch fünf Minuten vor dem Ende glichen erschreckend schwache Schalker durch einen abgelenkten Schuss von Matija Nastasic doch noch zum 1:1-Endstand aus. Ein äußerst schmeichelhafter Punkt für die Elf von Huub Stevens. Zwar bot auch der Club viel Stückwerk, doch die Franken stellten die wesentlich aktivere und willigere Mannschaft. Zum tragischen Held avancierte Club-Kapitän Hanno Behrens, dem im Schlussakt des ersten Durchgangs zunächst ein reguläres Tor aberkannt wurde. Kurze Zeit später scheiterte Behrens zu allem Überfluss auch noch mit einem Strafstoß am überragenden Alexander Nübel im Schalker Kasten. "Heute war mehr drin. Wir haben eine tolle Leistung gebracht und es versäumt, uns mit drei Punkten zu belohnen", haderte Patrick Erras nach der Partie. "Ich bin einfach nur enttäuscht. Dieses Spiel müssen wir einfach gewinnen", ärgerte sich Sebastian Kerk vor allem über seine große Möglichkeit Mitte des zweiten Abschnitts: "Aus dieser Position mache ich normalerweise von zehn Schüssen zehn rein."

Krasse Fehlentscheidung

Die erste Hälfte lässt sich auf die letzten fünf Minuten reduzieren. Zunächst riss Hanno Behrens die leicht vor sich hin dösenden Zuschauer aus dem Schlummermodus. Bei einem schlampigen Rückpass von Daniel Caligiuri auf Schalke-Keeper Nübel bewies der Club-Kapitän den richtigen Riecher, spritzte dazwischen, spitzelte den Ball an Nübel vorbei und letztlich über die Linie (43.). Der Jubelschrei blieb den Club-Fans aber umgehend in der Kehle stecken, da Schiedsrichter Robert Kampka ein gefährliches Spiel von Behrens gegen den Schalker Keeper erkannt haben wollte. Diese Ansicht hatte Kampka aber exklusiv.

In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs rückte erneut Behrens in den Mittelpunkt. Mit Wut im Bauch kombinierte sich der FCN mit lange ungekannter Eleganz durch die Schalker Statisten, bis der quirlige Matheus Pereira von Nübel nur mehr per Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Strafstoß aber parierte Nübel, weil Behrens zunächst allzu lässig anlief und den Ball dann zu unplatziert aufs vom Schützen aus gesehen linke Eck schob (45.+1). Der Rest war dem Tabellenstand beider Teams entsprechend viel Kampf, noch mehr Krampf und ganz wenig Fußball auf Bundesliga-Niveau.

Auch nach dem Wechsel blieb der Club die agilere zweier schwacher Mannschaften. Die auffälligste Szene hatte wieder Nürnberg: Nach einem Konter über Pereira und Ishak scheiterte Sebastian Kerk freistehend am glänzend parierenden Nübel und Schalkes Omar Mascarell klärte den Ball auf der Linie (64.). Auch bei Pereiras Fernschuss war der überragende Nübel im Schalker Kasten zur Stelle (75.). Danach klingelte es auf beiden Seiten. Am Ende muss sich der Club über zwei verpasste Zähler ärgern.

Bastian Oczipka (rechts) versucht am Nürnberger Eduard Löwen vorbeizugehen.
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