21.05.2020 - 20:59 Uhr
NürnbergSport

Erras und das Abstiegsgespenst beim Geisterspiel des 1. FC Nürnberg

Wenn es jetzt noch ein Gruselkick wird, dann ist die schaurige Veranstaltung perfekt: Das Abstiegsgespenst ist vor dem Spiel gegen Aue beim 1. FC Nürnberg endgültig angekommen. Doch einer fürchtet sich dennoch nicht.

Patrick Erras (links/Szene aus dem Spiel gegen Dynamo Dresden) lässt sich vor dem wichtigen Heimspiel gegen Erzgebirge Aue nicht verrückt machen. Der Oberpfälzer setzt auf einen Sieg gegen die Sachsen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Der Druck könnte größer nicht sein: Wenn der 1. FC Nürnberg am Freitag (18.30 Uhr) im Geister-Heimspiel auf Erzgebirge Aue trifft, dann ist ein Sieg eigentlich Pflicht, denn der Vorsprung auf den Relegationsrang 16 beträgt nur noch ein Pünktchen.

Einer bleibt bei der brenzligen Situation aber gelassen. "Für uns ist doch jetzt jedes verbleibende Spiel wichtig", sagt Patrick Erras im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. "Gegen Aue wollen wir jetzt unbedingt die drei Punkte holen." Seine Zuversicht zieht der Raigeringer, der seit seinem zwölften Lebensjahr für den Club spielt, ausgerechnet aus einer Pleite: "Gegen St. Pauli haben wir keine schlechte Leistung gebracht." Beim 0:1 auf dem Hamburger Kiez war der Oberpfälzer eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt worden.

Die Erinnerungen an sein erstes Geisterspiel in seiner Karriere sind zwiegespalten: "Es war zwar alles neu und gewöhnungsbedürftig, Aber nach dem ersten Spiel weiß man nun, wie genau die Vorgaben und Abläufe sind." Deswegen würden die kommenden Partien mit dem Wissen aus dem ersten Spiel entspannter ablaufen, ist sich Erras sicher. Auch im Privatleben nimmt der Mittelfeldspieler, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft ("Es gibt noch nichts Neues zu vermelden"), die Vorgaben für die Profis ganz genau. Er will die Fortsetzung der Saison keineswegs mit unnötigen Kontakten und einer möglichen Infektion gefährden: "Ich habe schon in den vergangenen Wochen versucht, meinen Kontaktkreis so klein wie möglich zu halten. Das wird auch in den kommenden Tagen und Wochen genauso sein." Erras geht außer dem Training so wenig wie möglich raus. "Und wenn, dann mit Abstand und Mundschutz."

Auf dem Spielfeld wollen die Nürnberger gegen die Gäste aus dem Erzgebirge nicht vorsichtig sein. Trainer Jens Keller fordert von seinen Jungs, ihre spielerisch guten Auftritte endlich auch in Punkte umzumünzen. "Die Mannschaft ist überzeugt und weiß, dass sie eine gute Leistung mit Toren versehen muss." Zuletzt wurde dem Trainer vorgeworfen, den Auftritt auf St. Pauli nicht kritisch genug bewertet zu haben. "Bei uns wird nichts schöngeredet", wehrte sich Keller, dem mit Felix Lohkemper und Sebastian Kerk wieder zwei Mann zur Verfügung stehen, die am vergangenen Wochenende gefehlt haben. Iuri Medeiros und Enrico Valentini fallen weiter aus. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Georg Margreitter (leichte Schwindelgefühle).

Nach seiner Roten Karte in Hamburg muss Keeper Christian Mathenia für ein Spiel pausieren. Für ihn wird Felix Dornebusch in diesem wichtigen Spiel das Tor hüten. Vorsichtig sein muss Patrick Erras: Er hat schon vier Gelbe Karten gesehen. Bei einer weiteren Verwarnung wäre der Oberpfälzer ausgerechnet am Dienstag gesperrt - beim Gastspiel des Clubs in der Oberpfalz, beim SSV Jahn.

Interview mit Patrick Erras in der Coronakrise

Raigering bei Amberg
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