06.07.2020 - 16:21 Uhr
NürnbergSport

FCN-Trainer Wiesinger: Mit Leidenschaft und Feuer gegen Ingolstadt die Liga halten

Alles ändern konnte FCN-Trainer Michael Wiesinger in den wenigen Tagen vor der Relegation gegen den FC Ingolstadt nicht. Es geht ihm darum, ein "emotionales Feuer" zu entfachen. So soll die drohende Abstiegs-Katastrophe verhindert werden.

Volle Konzentration: Michael Wiesinger (Mitte) fordert von den Profis des 1. FC Nürnberg "Lauffreude, Willenskraft und die Gier, dem Partner auf dem Platz zu helfen". Zum ersten Schlagabtausch in der Relegation gegen den FC Ingolstadt kommt es am Dienstag (Anpfiff 18.15 Uhr).
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Als Trainer des FC Ingolstadt schaffte er 2010 in der Relegation den Zweitligaaufstieg, Ex-Clubprofi ist er noch dazu: Michael Wiesinger, der eigentlich das Nachwuchsleistungszentrum der Franken leitet, soll das Drama um einen möglichen Abstieg in die 3. Liga beim 1. FC Nürnberg abwenden. Zum ersten Schlagabtausch kommt es daheim am Dienstag um 18.15 Uhr.

Am vergangenen Samstag verfolgte Wiesinger am Bildschirm, auf wen der Club in der Relegation treffen wird. "Dass es ausgerechnet Ingolstadt ist", sagt Wiesinger schmunzelnd, "solche Geschichten kann nur der Fußball schreiben." Zwar kenne er in Oberbayern noch viele, doch das will der 47-Jährige komplett ausblenden. Selbst die Freundschaft "zu meinem Förderer", zu FCI-Vorstandsvorsitzenden Peter Jackwerth, solle da ruhen. Lieber schildert Wiesinger, was man im Kurztrainingslager in Bad Gögging unternommen hat.

"Neuer Geist in Mannschaft"

Einzelgespräche, Teamsitzungen: Wiesinger und Co-Trainer Marek Mintal hätten die Tage genutzt, "um einen neuen Geist entstehen zu lassen". Man habe versucht, das Vertrauen der Spieler zu gewinnen und den Spaß am Fußball wieder zu finden. "Die Drucksituation können wir nicht ändern", jedoch aber Lauffreude, Willenskraft und die Gier, dem Partner auf dem Platz zu helfen.

Zudem ging es um Grundlagen: "Das Verhalten mit und ohne Ball." Der Club müsse resoluter verteidigen, fordert Wiesinger von der Mannschaft, die in dieser Saison 58 Gegentore kassierte. "Die Zeit, alles komplett auf den Kopf zu stellen, haben wir nicht." Das Ziel ist es, sich für das Rückspiel eine "gute Ausgangslage zu erarbeiten". Das könne eben auch zum Nerven zehrenden Geduldsspiel werden.

Emotionales Feuer in der Kabine entfachen

Fokus sei eine stabile Grundordnung und das Vermitteln einer passenden Reaktion, wenn Fehler passieren. "Dagegen halten" und das mit Leidenschaft, das sagt Wiesinger immer wieder, wenn es um die Stärken des Gegners ("wenig Gegentore") und wiederum die Schwächen seiner Mannschaft geht. "Auch verbal. Indem wir uns auch in der Kabine emotional anzünden."

Kommentar: "Nach Relegation muss Tabula Rasa gemacht werden"

Nürnberg

Heidenheims Trainer Frank Schmidt fand bei einem Waldspaziergang den Matchplan, mit dem er Werder Bremen in der Relegation schlagen will. Durch den Lorenzer Reichswald ist Wiesinger, der Schmidt von der gemeinsamen Trainerausbildung kennt, nicht gelaufen. "Matchpläne entwickeln wir im Team", sagt er. Eher mache sich Wiesinger die Gedanken nachts, wenn er nicht schlafen könne. "Mit Frank bin ich aber in regem SMS-Austausch, denn wir stärken uns in dieser Situation gegenseitig."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.