17.05.2021 - 11:08 Uhr
NürnbergSport

Nürnberger und Bochumer Fans sorgen für "Stimmung"

Obwohl Zuschauer in deutschen Fußball-Stadien nach wie vor tabu sind, gelang es den härtesten Anhängern beim Zweitliga-Kick des 1. FC Nürnberg gegen den VfL Bochum, auf sich aufmerksam zu machen.

Wie steht's in Nürnberg? Nicht nur in Bochum verfolgten die VfL-Fans vor dem Stadion das Geschehen. Ein besonders treuer Teil des Anhangs hatte sich sogar auf den Weg ins Frankenland gemacht - ohne ins Max-Morlock-Stadion zu dürfen.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Schlappe 450 Kilometer sind es aus Bochum bis nach Nürnberg (sofern man dem Routenplaner Glauben schenken kann). Die Aussicht auf die nach elf Zweitliga-Jahren so herbeigesehnte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ließ etliche Anhänger des Ruhrpott-Clubs am Sonntag daher gen Frankenland pilgern – wohlwissend, dass Fans in deutschen Stadien nach wie vor tabu sind. Immer wieder schallten deutlich vernehmbare "VfL, VfL"-Rufe aus dem Rücken der Südtribüne ins (fast) menschenleere Max-Morlock-Stadion. Doch auch die Club-Anhänger machten beim 1:1 am letzten Heimspiel-Sonntag auf sich aufmerksam. In den Spielminuten 18, 28 und 33 ertönte für jeweils 60 Sekunden ein Hupkonzert im Stadion-Vorfeld.

Abschied von Behrens, Mühl und Margreitter

Diese auffällige, musikalisch jedoch fragwürdige Hommage war an Hanno Behrens, Lukas Mühl und Georg Margreitter adressiert. Die jahrelangen Nürnberger Stammkräfte absolvierten gegen Bochum ihr letztes Heimspiel für den Club – und trugen stets die Rückennummern 18, 28 und 33. Zumindest der Österreicher Margreitter durfte dabei fast so etwas wie einen Abschied aus dem Klassiker "Geschichten, die nur der Fußball schreibt" feiern. Genau 5 Minuten nach dem Hup-Getöse zu seinen Ehren nickte er per Kopf zur 1:0-Führung für den Club ein. "Das ist eine runde Sache für mich mit diesem Tor. Es waren versöhnliche letzte Wochen für mich. Ich fühle mich wohl auf dem Platz und in der Mannschaft. So ist es ein würdiges Ende für meine Zeit hier in Nürnberg, die mit dem Tor heute noch abgerundet wird", sagte Margreitter. Mühl verblieb dagegen 90 Minuten auf der Bank: „Für mich fühlt es sich heute schon ein wenig traurig an. Ich bin mit 14 Jahren hierher gekommen und der Club hat mir hier die Chance gegeben, Profi zu werden. Nürnberg wird deshalb natürlich in meinem Herzen bleiben.“ Behrens fehlte verletzt komplett im Kader, verabschiedete sich aber zumindest winkend vom "Stadion-Balkon" von den davor ausharrenden Anhängern.

Disput zwischen Geis und Dovedan

Wie ernst dem Club dieses letzte Heimspiel einer Gerade-nochmal-gutgegangen-Spielzeit war, verdeutlichte auch ein Disput zwischen Johannes Geis und Nicolas Dovedan: Die beiden Kunstschützen im Nürnberger Dress zofften sich um die Ausführung eines Freistoßes aus vielversprechender Distanz. Wie zwei Kindergartenkinder rissen sie sich gegenseitig den Ball aus den Händen. Letztendlich setzte sich Dovedan durch und den Ball in die Bochumer Mauer. Viel Lärm um nichts.

So könnte man auch den Sonntagsausflug der Bochumer Anhänger überschreiben. Zwar gelang Robert Zulj noch der späte Ausgleich, aber dieser eine Zähler war letztlich zu wenig, um den direkten Aufstieg bereits vor dem Schlussakt am kommenden Sonntag feiern zu dürfen. Doch bereits ein Zähler im heimischen Stadion gegen den SV Sandhausen genügt dann, um endlich die Sektkorken knallen lassen zu dürfen. Daran werden gewiss auch die Bochum-Fans gedacht haben – auf ihrer 450 Kilometer langen Rückreise und unverrichteter Aufstiegsfeierlichkeiten aus dem Stadionumfeld das Max-Morlock-Stadions in den Pott.

Kollege Josef Maier hat die neue personelle Strategie beim 1. FC Nürnberg unter die Lupe genommen

Nürnberg
Statistik:

1. FC Nürnberg - VfL Bochum

  • 1. FC Nürnberg: Mathenia - Sörensen, Geis, Handwerker, Dovedan, Krauß (78. Krätschmer), Hack (85. Schleusener), Valentini, Margreitter, Latteier (71. Rosenlöcher), Shuranov
  • VfL Bochum: Drewes - Soares, Zoller, Eisfeld, Bockhorn, Bonga, Holtmann (68. Ganvoula), Tesche, Leitsch, Zulj, Bella Kotchap
  • Tore: 1:0 (38.) Margreitter, 1:1 (76.) Zulj
  • SR: Markus Schmidt (Stuttgart)
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