03.10.2021 - 18:02 Uhr
NürnbergSport

Nur Nullnummer für den Club: Dovedan lebt auf zu großem Fuß

Der 1. FC Nürnberg bleibt in der 2. Bundesliga nach dem 0:0 gegen Hannober 96 weiter ungeschlagen. Zwei Szenen standen besonders im Blickpunkt - zum Nachteil des Clubs.

Schiedsrichter Tobias Reichel (Zweiter von links) zeigt Nikola Dovedan (Vierter von links) elf Minuten vor Schluss die Gelb-Rote Karte. Die Nürnberger tobten, die Partie gegen Hannover endete 0:0.
von Josef Maier Kontakt Profil

Es hätte sein Abend werden können: Nikola Dovedan ist jetzt nicht unbedingt der Publikumsliebling beim 1. FC Nürnberg. Wenn's nicht läuft, trifft die Kritik den Österreicher als erstes. Am Samstagabend, beim 0:0 gegen Hannover 96, lief es nur bei ihm, im Gegensatz zu seinen Kollegen, von Beginn an. "Die ersten 30 Minuten waren wir nervös, hatten viel Unruhe und Hektik im Spiel", erklärte Club-Trainer Robert Klauß die erste halbe Stunde. "Das war kein guter Fußball", merkte auch Christian Mathenia an. In Wirklichkeit war'schlimmer. Der Club war von der Rolle. Der Coach erklärte, dass das auch ein bisschen damit zu tun gehabt habe, dass seine Jungs nervös gewesen seien. "Viele haben zum ersten Mal vor so großer Kulisse gespielt." Am Samstag waren knapp 25000 da. Nur Dovedan funktionierte von Anfang an. Quirlig unterwegs war er, mit seinen flotten kleinen Schritten.

So wie in der 66. Minute. Der Club nahm mit dem zunehmend stärker werdenden Lino Tempelmann Tempo auf, der Ex-Freiburger passte zu Dovedan, der den Ball in den Strafraum spielte, wo Tom Krauß zum vielumjubelten 1:0 traf. Blöd nur: Der große Zeh war beim Zuspiel Tempelmanns im Abseits. Hauchzart. Manche meinten, es wäre nur der Zehennagel des großen Zehs gewesen. Die kallibrierte Linie im Videokeller in Köln dokumentierte eindeutig: Dovedan lebt in dieser Szene auf zu großem Fuß. Das Füßchen des Ex-Heidenheimers spielte auch in der 79. Minute eine Rolle: Nachdem er zuvor wegen eines Zusammenstoßes mit 96-Keeper Ron-Robert Zieler Gelb gesehen hatte, hatte er in einem Zweikampf Dominik Kaiser getroffen – meinte Schiedsrichter Tobias Reichel. Die Nürnberger tobten. "Weder die erste, noch die zweite Aktion waren eine Gelb-Rote Karte", polterte Klauß. Ergo: "Das war kein Platzverweis." Das sah natürlich auch Dovedan so, der später von seinen Teamkollegen vom Sturm auf den Schiedsrichter zurückgehalten werden musste.

Gegen Ende der ersten Hälfte hatte Mats Möller Dahli bei den Nürnbergern noch den Außenpfosten getroffen. In der zweiten Hälfte waren die Gastgeber klar überlegen. Selbst in den letzten zehn Minuten, als sie in Unterzahl waren, griffen sie an. Trotzdem bewertete Torwart Mathenia die Leistung ganz richtig: "Am Ende geht es aus meiner Sicht in Ordnung, dass es unentschieden ausgeht.“ Immerhin feierte der 29-jährige Keeper ein persönliches Erfolgserlebnis. Das fünfte Spiel zu Null in dieser Saison, gerade einmal sieben Gegentore im bisherigen Saisonverlauf (bei neun Spielen) sind die wenigsten aller Klubs. Ob das allerdings Nikola Dovedan an diesem Abend interessiert hat ...

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