05.12.2018 - 09:09 Uhr
NürnbergSport

Jetzt will der Club die Bayern ärgern

Ein Remis, das sich wie ein Sieg beim 1. FC Nürnberg anfühlt: Nach dem 1:1 gegen Leverkusen bleibt der Club weiterhin seit sieben Spielen ohne Dreier. Welche Lehren kann Köllner aus dem Wasserkick ziehen?

Wasserschlacht und natürlich Standprobleme: In dieser Szene kämpft der Nürnberger Federico Palacios (links) mit Leverkusens Wendell (Mitte) und Leon Bailey um den Ball.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

"Für unsere geschundene Fußballerseele der vergangenen Wochen war das wohltuend", erklärte der sichtlich erleichterte Torschütze und Abwehrchef Georg Margreitter. Bei normalen Verhältnissen hätte man es sicher schwerer gehabt gegen eine solche Leverkusener Topmannschaft. "Bei dem nassen Boden musst du alles auf die Kiste hauen, was geht. Da kann jeder Ball gefährlich werden. Wenn der Versuch reingeht, ist es umso schöner." Ein Remis, das sich fast wie ein Sieg anfühlt. Trotzdem bleiben die Franken seit sieben Spielen ohne Dreier. Welche Konsequenzen und Lehren für kommende Gegner wohl Trainer Michael Köllner aus diesem Wasserkick ziehen kann? Taktisch und spielerisch aussagekräftig war das Montagabendspiel eher nicht. "Bevor wir auf den Platz gegangen sind, hatten wir einen Plan. Aber schon beim Aufwärmen haben wir gemerkt, dass ein Pass über 15 Meter schwierig werden könnte", gab Lukas Mühl Einblick. Der 1. FC Nürnberg hatte den Vorteil auf seiner Seite, denn der Boden machte der spielstarken und individuell klasse besetzten Truppe aus dem Rheinland einen Strich durch die Rechnung. "Ein sehr komisches Spiel", resümierte Patrick Erras, der nach langer Zeit wieder einmal ran durfte. "Wir konnten uns nur schwer merken, wo eine Pfütze ist und wo nicht, wo der Ball einfach liegen bleibt oder plötzlich schneller wird."

Was der Club - vor allem im zweiten Durchgang - zeigte, war "Herz und viel Mentalität", lobte Köllner. "Meine Mannschaft hat gesehen, dass sich all die Schinderei im Training auszahlt. Die Physis war sehr entscheidend." Das Team habe spielerisches Ungleichgewicht egalisiert, indem es viel Kampfgeist gezeigt hat.

Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler kritisierte dennoch die Entscheidung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die Partie überhaupt freizugeben. "Ich habe schon zur Halbzeit unter Zeugen gesagt: Ich hätte es nicht angepfiffen, obwohl wir 1:0 geführt haben. Da ist zu viel Zufall, das muss heutzutage nicht mehr sein." Köllner sah das in seiner bekannt bodenständigen Art etwas anders: "Wir leben in Deutschland. Es ist normal, dass es Anfang Dezember regnet oder schneit. Wichtig ist, dass du das annimmst und einen Plan entwickelst. Wir können froh sein, dass wir Plusgrade haben, sonst wäre vielleicht während des Spiels regelmäßig der Schneepflug über den Rasen gefahren." Die Platzverhältnisse würden in den kommenden Wochen nicht besser werden.

Ist das eine Chance, die sich der Club beim FC Bayern München am Samstag ausrechnet? "Durch so einen erkämpften Punkt sind die Köpfe bei uns wieder weiter oben. Da nehmen wir auf jeden Fall Selbstvertrauen mit", sagte Mühl. "Natürlich sind wir klarer Außenseiter", erklärte Köllner. "Doch auch gegen die Bayern geht es bei 0:0 los." Und wer weiß? Spätestens seit dem 3:3 von Fortuna Düsseldorf in München, weiß der Zuschauer: "Der Fußball schreibt immer wieder schöne Geschichten", gab sich Köllner selbstbewusst.

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