13.07.2020 - 17:15 Uhr
Raigering bei AmbergSport

1. FC Nürnberg oder gehen? Patrick Erras ein gefragter Mann

Er ist immer gerne bei seiner Familie in Raigering. Doch durch seinen Job ist er auch Franke geworden. Vielleicht wird er aber bald ein Nordlicht? Patrick Erras steht vor der wohl wichtigsten Entscheidung in seinem Berufsleben.

Trägt Patrick Erras (links) noch einmal das Trikot des 1. FC Nürnberg? Aus der Bundesliga soll es Interesse von Werder Bremen am Raigeringer geben.
von Josef Maier Kontakt Profil

Mehr als sein halbes Leben hat er beim 1. FC Nürnberg verbracht. Mit 12 Jahren wechselte Patrick Erras vom SV Raigering zum Club. Der mittlerweile 25-jährige Oberpfälzer ist trotz seines zurückhaltenden Wesens in all den Jahren ein Gesicht des fränkischen Traditionsvereins geworden. Seit zwei Tagen ist Erras kein Clubberer mehr. Sein Vertrag war für die späte Relegationsserie gegen den FC Ingolstadt noch für ein paar Tage in den Juli hinein verlängert worden. Seit Sonntag, dem Tag nach dem glücklichen Zweitliga-Erhalt, ist Schluss.

Erras ist vertragslos, aber bei weitem nicht perspektivlos. „Es gibt einige Vereine aus dem In- und Ausland, die Interesse haben“, sagte der Mittelfeldspieler am Montag gegenüber den Oberpfalz-Medien. „Das wird richtig spannend.“ Am Sonntagabend berichtete der „Kicker“, dass Bundesligist Werder Bremen sich mit der Personalie Erras befasse.

Die Hanseaten sind auf der Suche nach einem Sechser. Da würde Erras vom Typ her genau passen. Zudem wäre er auch als Innenverteidiger einsetzbar. Den Bremern gefallen vor allem das Stellungsspiel und die gute fußballerische Ausbildung des 1,96 Meter langen Schlaks. Die Größe zeigt schon, dass er sich auch in Kopfballduellen bestens behaupten kann. Die Grün-Weißen wissen aber auch, dass Erras ab und an die Dynamik, die Explosivität auf dem Platz fehlt. Ein großes Plus ist wiederum: Erras kostet keine Ablösesumme. Die Pandemie hat die Werderaner finanziell sehr hart getroffen, wegen der Coronakrise sollen 30 Millionen Euro in den Kassen fehlen. Schon vor einigen Wochen war kolportiert worden, dass auch Zweitligist Hannover 96 Interesse an Erras, dessen Transferwert vom Portal „transfermarkt.de“ auf 1,2 Millionen Euro geschätzt wird, hätte. Auch von englischen Klubs ist die Rede.

„Wir fahren jetzt erst einmal ein paar Tage in den Urlaub, um ein bisschen abzuschalten. Dann werde ich entscheiden“, sagt Erras auf seine Zukunft angesprochen. Die letzten Wochen mit dem Relegationskrimi waren turbulent. Es gab in dieser Saison kaum Gewinner beim 1. FC Nürnberg, dessen rasante Talfahrt fast in die 3. Liga geführt hätte. Erras war trotzdem eine positive Erscheinung nach dem Re-Start. Zuletzt stand er ständig in der Startelf, nachdem er lange Bankdrücker war. Erras war nicht frustriert, zeigte es zumindest nicht, arbeitete weiter beharrlich an seiner Fitness, die es nach seinem schweren Kreuzbandrisss im Jahr 2016 und dem drohenden Karriereende weiter zu verbessern gilt. Insgesamt absolvierte der Raigeringer noch 20 Zweitligaspiele. Sein Noten-Schnitt im „Kicker“ war nach Konstantinos Mavropanos (2,75) und Robin Hack (3,18) mit 3,33 der drittbeste im Club-Team. Drei Tore erzielte der Defensivspieler in dieser Saison. Drei wichtige Tore, alle per Kopf, gegen den KSC, Bielefeld und in Kiel. Die Relegation beim FCI ging noch in letzter Sekunde gut aus, weil Erras die entscheidende Vorlage zum wichtigen 1:3 von Fabian Schleusener gab. Auch wenn der FCN laut Vertrag für ihn jetzt erst einmal Geschichte ist und Erras am Sonntag vorerst verabschiedet wurde, er hat auch immer betont: „Der Club ist mein erster Ansprechpartner.“ Am Montag bekräftigte er erneut: „Der Club ist weiterhin eine Option für mich.“

Interview mit Patrick Erras zu Corona und den Folgen

Raigering bei Amberg

Aber jetzt urlaubt er erst einmal mit Frau und dem gut ein Jahr alten Nesthäkchen Emelie. Das sind ja auch so eine Art Flitterwochen, denn wenige Tage vor dem ersten Relegationsspiel hat der Oberpfälzer seine Julia geheiratet. Patrick Erras ist derzeit ein gefragter Mann – in jeder Beziehung.

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