Der Oberpfälzer bleibt im Norden, wechselt aber das Bundesland, und vor allem die Vereinsfarben. Von den grün-weißen Bremern geht es zu den blau-weiß-roten Kielern. Ein mächtiger Farbkontrast. Und den soll es für Patrick Erras auch in seiner weiteren Karriere nach dem Jahr in Bremen geben. Am Freitagnachmittag unterzeichnete der Fußballprofi, der in Raigering aufgewachsen ist und dessen Familie dort wohnt, einen Dreijahresvertrag beim Zweitligisten Holstein Kiel. Die Ablösesumme soll laut Onlineportal "Deichstube" bei 250 000 Euro liegen. Die beiden Vereine äußerten sich dazu nicht.
Die eine Saison bei Werder Bremen war für ihn - ganz vorsichtig formuliert - nicht gerade zufriedenstellend. "Ich freue mich total, nach einem schwierigen Jahr in Bremen nun hier in Kiel schnellstmöglich Fuß zu fassen und meinen Teil zu einer erfolgreichen Saison beizutragen", spricht der 26-jährige Mittelfeldspieler die missliche Lage in Bremen offen an.
Nur anfangs gefragt
Dorthin war Erras vor einem gewechselt. Vom 1. FC Nürnberg, für den er schon in der D-Jugend gespielt hatte, war der 1,96 Meter lange Defensivspieler an die Weser gekommen. Anfangs lief es auch ganz gut. Doch nach einem ersten Einsatz im DFB-Pokal in der ersten Runde beim FC Carl Zeiss Jena war er bei Trainer Florian Kohfeldt eigentlich nicht mehr gefragt. Hinzu kam, dass sich der Oberpfälzer im Winter eine hartnäckige Muskelverletzung am Hüftbeuger zugezogen hatte. Auch danach kam Erras in Bremen nicht richtig in Tritt. Werder taumelte immer der Abstiegszone entgegen, und stieg schlussendlich überraschend ab. Erras war kein Thema mehr, saß eigentlich nur auf der Bank. In sieben Kurzeinsätzen kam er gerade einmal auf 87 Spielminuten.
Baumann erklärt sich
Werder Sportdirektor Frank Baumann, der Erras von seinem Ex-Klub zu seinem jetzigen Klub geholt hatte, thematisierte den Transfer am Freitag noch einmal: "Es ist leider nicht so gelaufen, wie er sich das vorgestellt hat", sagte der Würzburger in der "Deichstube": "Wir haben ihn als Backup dazugeholt, ablösefrei aus der zweiten Liga. Mal funktioniert das, jetzt hat es eben nicht ganz so gut funktioniert. Zudem sei es der Wunsch von Erras gewesen, wieder mehr ins Spielen zu kommen. "Wir haben für alle Beteiligten eine gute Lösung gefunden."
In Kiel trauen sie Erras durchaus zu, wieder eine bessere Rolle in einem Team zu spielen. "In Patrick Erras gewinnen wir einen robusten Mann für unser defensives Zentrum", wird Geschäftsführer Uwe Stöver auf der Vereinshomepage zitiert. Erras zeichne sich durch ein gutes Pass- und Stellungsspiel aus: "Wir sind überzeugt, dass Patrick uns mit seinen Qualitäten bereichern und sich schnell zu einer festen Größe in unserem Spiel entwickeln wird." Seine zweite Chance im Norden will Erras nutzen.















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