11.09.2020 - 14:20 Uhr
Raigering bei AmbergSport

Patrick Erras über seine ersten Bremen-Wochen: "Fast die ganze Stadt ist Werder"

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Er ist wohl in Bremen die Überraschung der Vorbereitung: Patrick Erras hat sich nach dem Wechsel vom 1. FC Nürnberg zu Werder Bremen schnell an der Weser zurechtgefunden. Der Raigeringer hat nicht nur sportlich Grund zur Freude.

Werder Trainer Florian Kohfeldt (rechts) hat Patrick Erras (links) und dessen Teamkollegen Maxi Eggestein im Blick. Erras hat sich im Werder-Team schnell zurechtgefunden.
von Josef Maier Kontakt Profil

Der Papa hat einen neuen "Spielplatz", Tochter Emelie auch. Und auch die Mama fühlt sich wohl in Bremen. Patrick Erras, der bodenständige Oberpfälzer, hat sich mit seiner Familie bestens im Norden eingelebt. Der 25-Jährige hat nach seinem Wechsel vom 1. FC Nürnberg zum SV Werder Bremen erstaunlich schnell seinen Platz im Team des Erstligisten gefunden.

ONETZ: Moin, Patrick, haben Sie sich schon an die norddeutsche Begrüßungsformel gewöhnt oder rutscht ab und an nochmal ein Servus durch?

Patrick Erras: Eher selten gibt's das Servus noch, ich habe mich schon an das Moin gewöhnt und das klappt ganz gut.

ONETZ: Die Vorbereitung war intensiv. Haben Sie trotzdem schon etwas von Bremen gesehen.

Patrick Erras: Wir haben schon viel gesehen. Es gibt hier viele Parks, viel Grün, das gefällt uns ganz gut. Wir konnten uns schon ein paar Sachen anschauen. Und natürlich waren wir auch schon bei den Bremer Stadtmusikanten am Marktplatz.

ONETZ: Es heißt, wenn man dem Esel der Stadtmusikanten über die Füße streicht, soll das Glück bringen. Haben Sie das schon gemacht?

Patrick Erras: Das noch nicht, aber vielleicht machen wir das noch.

ONETZ: Sie verlassen sich ja ohnehin weniger auf Glück, sondern aufs Können. Da konnten Sie bisher bei Werder überzeugen ...

Patrick Erras: Ich habe mich die ersten Wochen hier gut eingefunden und bin sehr zufrieden, wie die Vorbereitung bisher lief.

ONETZ: Der Weser-Kurier hat Anfang der Woche getitelt: "Werders neuer Schrittmacher!" Da haben Sie anscheinend mächtig Eindruck hinterlassen ...

Patrick Erras: Ich weiß natürlich, was ich kann. Ich habe mich einfach in den ersten Wochen auf mich konzentriert, wollte mein Zeug machen. Ich glaube schon, dass ich mich im Training und den Testspielen immer gut präsentieren konnte.

ONETZ: Sie spielten in den Tests oft mit Maxi Eggestein auf der Sechser-Position. Haben Sie Ihren Platz schon gefunden?

Patrick Erras: Im letzten Testspiel gegen Hannover 96 war das alles sehr variabel. Ich war auch hinten in der Dreierkette und dann mit Ball mit Maxi Eggestein auf der Sechs. Das hat gut funktioniert. Es hat aber jetzt vom Trainer noch überhaupt keine Signale gegeben, dass ich am Samstag im Pokalspiel gegen Jena in der Anfangself stehe.

ONETZ: Florian Kohfeldt ist ein Trainer, der die Dinge offen anspricht. Er lobt Ihre bisherigen Auftritte, kritisierte zuletzt aber auch mal einen gefährlichen Fehlpass von Ihnen ...

Patrick Erras: Er fordert sehr viel, aber er bringt einen auch weiter. Er verbessert, er lobt, da ist sehr sehr dahinter. Aber es gibt noch einiges zu tun. Wir werden noch viel an mir arbeiten müssen. (lacht)

ONETZ: Sie selbst sind auch sehr kritisch, sagten, dass Sie noch mehr Geschwindigkeit bräuchten ...

Patrick Erras: Das mit der Geschwindigkeit wurde hier durch das Training schon viel besser, mit dem Tempo komme ich auch gut zurecht. Es ist schon ein Unterschied da zur zweiten Liga.

ONETZ: Wie konnten Ihnen Ihre alten Nürnberger Kumpels Kevin Möhwald und Niclas Füllkrug bei der Eingewöhnung helfen?

Patrick Erras: An den ersten Tagen war das schon gut. Es ist immer hilfreich, wenn man jemanden hat, wenn man Fragen hat. Aber eigentlich war es gar nicht so nötig, weil ich hier von allen sehr gut aufgenommen wurde.

ONETZ: Werder ist einer der großen Traditionsvereine in Deutschland. Der Bezug der Fans zu ihrem Klub ist besonders groß. Spüren Sie das auch?

Patrick Erras: Man merkt, hier wird die ganze Tradition gelebt, es ist auch sehr familiär im Verein. Man merkt diese Euphorie auch, wenn man durch die Stadt läuft, fast die ganze Stadt ist Werder.

ONETZ: Sportlich haben Sie Ihren Platz schon gefunden. Wie schaut es mit dem Zuhause aus?

Patrick Erras: Wir haben im Umland von Bremen ein schönes Häuschen gefunden. Da ist es ein bisschen ruhiger, es gibt dort viele Spielplätze für unsere kleine Tochter. Wir sind echt glücklich, dass wir so was schönes gefunden haben.

ONETZ: Nach so langer Zeit den 1. FC Nürnberg zu verlassen, war sicherlich nicht einfach für Sie. Wie ist jetzt der Kontakt zum Club?

Patrick Erras: Die erste Zeit gab es kaum Kontakt. Zuletzt habe ich Luggi Mühl und Hanno Behrens geschrieben und hab' nachgefragt, wie es so läuft. Es sind ja über all die Jahre Freundschaften entstanden, die man aufrecht erhält.

Werder Trainer Florian Kohfeldt (rechts) hat Patrick Erras (Zweiter von links) und dessen Teamkollegen Maxi Eggestein (Zweiter von rechts) im Blick. Erras hat sich im Werder-Team schnell zurechtgefunden.

ONETZ: Wie sagt man eigentlich "Auf Wiedersehen" im Norddeutschen?

Patrick Erras: Da hab' ich noch nichts gehört. Ich denke, Servus passt da auch.

Patrick Erras erklärt seinen Wechsel zu Werder Bremen

Raigering bei Amberg
Zur Person:

Das ist Patrick Erras

Patrick Erras wurde am 21. Januar 1995 in Amberg geboren. Mit fünf Jahren begann er beim SV Raigering mit dem Fußballspielen. Im Jahr 2007 wechselte er als D-Jugendlicher in die Jugendabteilung des 1. FC Nürnberg. Mit der B-Jugend wurde er Meister der Bundesliga Süd/Südwest, mit den A-Junioren stieg er in die Bundesliga auf. Ab 2014 gehörte er zur zweiten Mannschaft des Clubs. Mitte Oktober 2015 debütierte der 1,96 Meter große Mittelfeldspieler in der Profimannschaft im Zweitliga-Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Drei Wochen später machte er sein erstes Tor bei den Profis. Im März 2016 zog sich der Oberpfälzer im Training einen schweren Kreuzbandriss zu und war nahezu ein Jahr außer Gefecht. Im Mai 2018 stieg er mit dem Club in die Bundesliga auf, ein Jahr später ging es aber schon wieder runter. Am 1. August wechselte Erras ablösefrei zum SV Werder Bremen, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

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