25.05.2020 - 16:04 Uhr
RegensburgSport

Jahn gegen Club: Abstiegsgespenst spielt mit

Ganz Fußball-Deutschland schaut am Dienstag um 18.30 Uhr nach Dortmund, wenn der BVB den FC Bayern empfängt. Dabei rentiert sich auch ein Blick nach Regensburg, wo im Jahnstadion zeitgleich das bayerische Zweitliga-Derby steigt.

Schon im Hinspiel im Oktober 2019 lieferten sich Regensburgs Marcel Correia (links) und Hanno Behrens giftige Zweikämpfe. Am Dienstag steigt das Rückspiel in der Oberpfalz.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Es war eine spektakulärsten Szenen der bisherigen Zweitliga-Saison: Am 27. Oktober 2019 war die vierminütige Nachspielzeit im Nürnberger Max-Morlock-Stadion fast schon abgelaufen, als der SSV Jahn Regensburg einen allerletzten Eckball zugesprochen bekam. Jahn-Keeper Alexander Meyer stürmte mit in den Club-Strafraum, wuchtete die Kugel per Kopf an den zweiten Pfosten, wo Jan-Marc Schneider nur mehr den Fuß hinhalten brauchte: Tor, 1:1, Spiel aus. Am Dienstag, 26. Mai, um 18.30 Uhr (live auf Sky) muss der Torschütze verletzungsbedingt passen, wenn es zum Rückspiel im Jahnstadion Regensburg kommt. Dann wird der oberpfälzisch-fränkische Schlagabtausch aber als Geisterderby inmitten der Corona-Pandemie ausgetragen.

Jahn offensiv zu harmlos

Dabei von einem Krisengipfel zu sprechen, wäre vielleicht etwas übertrieben formuliert. Doch zum einen sind beide Kontrahenten nach dem Wiederbeginn noch sieglos, und andererseits haben weder der Jahn noch der Club den Klassenerhalt aktuell sicher. "Ich glaube, ganz Fußball-Deutschland ist vom aktuellen Tabellenstand der Nürnberger überrascht", sagte Regensburgs Trainer Mersad Selimbegovic, der sich jedoch weigert, den Club im Abstiegskampf zu verorten. "Es sind noch viele Spiele zu absolvieren, alles liegt eng beieinander, da kann noch einiges passieren. Die haben eine überragende Mannschaft mit viel Erfahrung." Da der Club diesen Nachweis zuletzt jedoch schuldig blieb, ist ein Favorit im bayerischen Zweitliga-Duell kaum auszumachen. Der SSV Jahn punktete sich mit zwei Remis gegen Kiel und in Sandhausen minimalistisch dem Saisonziel Klassenerhalt entgegen, bleibt aber schon seit der Winterpause vor allem im Offensivbereich vieles schuldig. Mickrige sechs Treffer stehen in neun Partien des Jahres bislang zu Buche. "Wir müssen effektiver werden. Wir erzielen derzeit weniger Tore, haben aber nicht weniger Chancen als noch vor der Winterpause", rechnete Selimbegovic vor. Für die Oberpfälzer wäre es wichtig, in Führung zu gehen, "dann müsste der Gegner aufmachen, das kommt unserem Spiel eher entgegen als tiefstehende Mannschaften".

Obwohl der personell sorgenfreie Jahn als Tabellenzehnter mit einem Derbydreier gegen den Zweitliga-15. einen großen Schritt in Klassenerhalt machen könnte, sieht der Coach das Nachbarduell keineswegs als Schlüsselspiel an. Das hat er mit seinem Nürnberger Pendant Jens Keller gemeinsam, der am Montag Ruhe und Ernsthaftigkeit einforderte. "Ich bin nicht bereit, meine Mannschaft öffentlich an den Pranger zu stellen", stellte er sich vor sein Team, das nach den biederen Darbietungen beim 0:1 auf St. Pauli und dem 1:1 daheim gegen Aue gewaltig in der Kritik steht. Dagegen widersprach Keller seinem Regensburger Trainerkollegen in einem Punkt: "Wir wissen, wir sind im Abstiegskampf." Relativierend fügte er an, dass die Leistung seines Teams derzeit im Missverhältnis zum Ertrag stünde. "Wir haben in beiden Spielen nicht viel zugelassen, waren in den entscheidenden Phasen aber auch nicht konsequent genug."

Mühl und Margreitter fehlen

Gegen den Jahn muss Keller seine Abwehr umbauen. Lukas Mühl zog sich gegen Aue eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zu und fällt mehrere Wochen aus. So dürfte der Ex-Regensburger Asger Sörensen neben Konstantinos Mavropanos in die Innenverteidigung rücken, da auch Georg Margreitter wegen Schwindelgefühlen weiter passen muss. Die Club-Rechnung ist einfach: Nur ein Sieg in Regensburg beendet das gefährliche Taumeln in Richtung 3. Liga. Doch Trainer Keller warnt: "Wir wissen, dass sie bis zur letzten Minute nicht aufgeben." Da sollte allein der Regensburger Last-Minute-Ausgleich aus dem Hinspiel Warnung genug sein.

Nach dem 1:1 gegen Aue: Beim Club rumort's

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