Der SSV Jahn Regensburg geht schweren Zeiten entgegen. Die 1:3-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld war bereits das vierte sieglose Spiel in Serie. Joan Simun Edmundsson, Manuel Prietl und Reinhold Yabo trafen für die Gäste. Der zwischenzeitliche Ausgleich vor 9514 Zuschauern durch Max Besuschkow war zu wenig für die Oberpfälzer. Viel mehr als die Ergebnismisere hinterlässt der Regensburger Auftritt Fragezeichen, der so gar nichts mehr mit dem attraktiven Jahn-Fußball der Vorjahre zu tun hat. Nur 15 Minuten Powerfußball nach der Pause waren einfach zu wenig, eine ausgebuffte und deutlich versiertere Mannschaft aus Ostwestfalen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
„Wir müssen nach dem Ausgleich kurz nach der Pause das 2:1 nachlegen. Dann nehmen wir auch was mit“, haderte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic nach der Partie. Dennoch sah der Beierlorzer-Nachfolger „eine deutliche Steigerung gegenüber der Vorwoche“. Die Hoffnung des Trainers: „Wenn wir so weitermachen, werden wir bald Punkte einfahren. Hoffentlich schon nächste Woche.“ Sein Gegenüber, Uwe Neuhaus, sah einen „verdienten Sieg“ seiner Mannschaft. „Wichtig war, dass wir die wilde Phase nach dem Ausgleich gut überstanden haben“, sagte der Trainer von Arminia Bielefeld.
Die erste Hälfte war lange Zeit nichts für Fußball-Ästheten. Viele Zweikämpfe, etliche Unterbrechungen und zahlreiche Abspielfehler ließen keinerlei Spielfluss aufkommen. Wenn ein Team so etwas wie Struktur in sein Spiel brachte, waren das die Gäste. Die Arminia war stets um einen geordneten Spielaufbau bemüht und investierte wesentlich mehr ins Offensivspiel. Einzig der finale Pass wollte noch nicht gelingen. Reinhold Yabo (8.) vergab früh die beste Gelegenheit, als er freistehend aus 13 Metern zu hoch zielte. Der Jahn blieb im Angriffsspiel dagegen erneut vieles schuldig. Eine einzige gefällige Offensivaktion stand nach 45 mageren Minuten zu Buche. Eine gefällige Kombination über Benedikt Saller schloss Sebastian Stolze ab. Amos Pieper warf sich jedoch in dessen Abschluss und lenkte den Ball über den Kasten (28.). Kurz vor der Pause belohnten sich die überlegenen Ostwestfalen doch noch. Jonathan Clauss hatte alle Zeit der Welt, seine Flanke von der rechten Seite optimal zu timen, Kapitän Fabian Klos legte per Kopf wunderbar auf Joan Simun Edmundsson ab, der zur verdienten Bielefelder Führung einnickte. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Klos fast noch auf 2:0 gestellt, doch sein Kopfball strich knapp über den Kasten.
Und nach der Pause? Da waren weder der SSV Jahn noch die Arminen wiederzuerkennen. Die Heimelf machte ordentlich Dampf und erinnerte zumindest wieder ansatzweise an die Jahn-Elf, die in den vergangenen beiden Jahren so begeisternden Fußball geboten hatte. Der Ausgleich durch Max Besuschkow war die Konsequenz des veränderten Regensburger Auftritts (46.). Der Maskenmann – nach Nasenbeinbruch in Fürth – verwertete einen Stolze-Rückpass trocken mit links. Den Treffer bestätigte auch der Video-Assistent, der eine mögliche Abseitsstellung überprüft hatte. Die Oberpfälzer blieben am Drücker, doch weder Saller noch George brachten den Ball im Netz unter. Besser machten es die Gäste, die mit der ersten gelungenen Aktion des zweiten Durchgangs erneut in Führung gingen. Manuel Prietls Abschluss kullerte ins Netz, nachdem Besuschkow zuvor einen Freistoß unglücklich an die Latte des eigenen Tores gelenkt hatte (63.). Der Überraschungstreffer verfehlte seine Wirkung nicht. Die Partei verflachte wieder und erinnerte stark an den Langweiler aus Halbzeit eins. Und so reichte Bielefeld noch ein passabler Konter, um den Auswärtssieg einzutüten. Klos legte wunderbar quer auf Yabo, der keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu drücken (84.).
SSV Jahn Regensburg – Arminia Bielefeld 1:3 (0:1)
SSV Jahn: Meyer – Saller, Besuschkow, Geipl (69. Hein), George (61. Heister), Wekesser (73. Albers), Correia, Grüttner, Stolze, Nachreiner, Okoroji
Bielefeld: Ortega – Behrendt (5. Pieper), Nilsson, Hartherz, Klos, Yabo (85. Salger), Edmundsson, Prietl, Voglsammer (69. Schütz), Clauss, Hartel
Tore: 0:1 (43.) Edmundsson, 1:1 (46.) Besuschkow, 1:2 (63.) Prietl, 1:3 (84.) Yabo – SR: Pascal Müller (Löchgau) – Zuschauer: 9514



















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