23.06.2020 - 16:00 Uhr
RegensburgSport

Kein Wort zum Sport: Mersad Selimbegovic

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In unserer wöchentlichen Rubrik verrät der Trainer des SSV Jahn Regensburg, warum er schon immer wie sein Vater werden wollte, ihn Jürgen Klopp begeistert, und weshalb er von Zeitreisen in die Vergangenheit so gar nichts hält.

Mersad Selimbegovic, der Trainer des SSV Jahn Regensburg, in Aktion am Spielfeldrand.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Mersad Selimbegovic ist seit Beginn der Saison 2019/20 Cheftrainer beim Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg, wo er auf Achim Beierlorzer folgte. Nach dem Aufstieg 2017 ins deutsche Unterhaus fungierte der gebürtige Bosnier zunächst als Co-Trainer. Als Spieler schnürte der 38-Jährige in seinem Heimatland die Stiefel für den Rekordmeister FK Zeljeznicar Sarajevo, ehe Selimbegovic zur Saison 2006/07 zum damaligen Bayernligisten SSV Jahn stieß. Erst ging es zurück in die Regionalliga, und 2008 gelang die Qualifikation für die neugeschaffene 3. Liga. Bis zum verletzungsbedingten Karriereende 2012 absolvierte der beinhart auftretende Defensivspezialist 99 Einsätze für die Regensburger.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Mersad Selimbegovic: Genau da, wo ich jetzt lebe, also hier in Regensburg. Am wichtigsten ist für mich sowieso, dass ich meine Familie um mich habe.

ONETZ: Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Mersad Selimbegovic: Das ist immer eine etwas unangenehme Frage. Ich rede nicht gerne über mich und meine Stärken. Das sollen besser andere tun.

ONETZ: Was war Ihr größter Fehler?

Mersad Selimbegovic: Wir machen täglich Fehler. Mir selbst fallen so viele ein, dass ich mich schwer damit tun würde, den größten herauszupicken. (lacht)

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Mersad Selimbegovic: Mein Vater. Ihn konnte nie etwas aus der Ruhe bringen, egal was passierte, er blieb immer bei sich. Außerdem war er in unserer Nachbarschaft derjenige, der immer gerufen wurde, wenn Hilfe gefragt war. Egal, ob das Auto oder irgendetwas im Haushalt kaputt war, jeder wusste: Mein Vater kriegt das hin. Da dachte ich mir: "So will ich auch sein."

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Mersad Selimbegovic: Da gab es schon einige. (lacht) Einmal habe ich meine Mitschüler dazu überredet, dass wir uns vor der Stunde vor unserer Lehrerin verstecken. Die war ziemlich überrascht und sauer, als sie ins leere Klassenzimmer kam. Noch lustiger war, dass wir uns dann natürlich alle brav auf unsere Plätze gesetzt haben, bis sie mit einem anderen Lehrer wieder kam.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Mersad Selimbegovic: Mit Jürgen Klopp. Er ist ein super Typ, und ein Gespräch mit ihm wäre sicher total spannend. Nach der Vorstellung würden wir bestimmt schnell über Taktik sprechen. Er hat eine Aura, mit der er es schafft, die Menschen um ihn herum mitzunehmen und für seine Idee zu begeistern. Das begeistert mich.

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Mersad Selimbegovic: Sätze, die mit "Ja, aber..." beginnen. Wir finden gerne Ausreden oder Rechtfertigungen. Das regt mich oft auf.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Mersad Selimbegovic: Eine Stereoanlage – mit einem Wechsler für bis zu drei CDs. Die war wirklich stark.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Mersad Selimbegovic: Definitiv bei zu vielen. Milchreis finde ich besonders lecker. Man muss aber echt aufpassen, dass es eine Nachspeise bleibt und nicht zur eigentlichen Mahlzeit wird. (lacht)

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Mersad Selimbegovic: Die Sportschau ist Pflicht, Reality-Shows schalte ich sofort weg. Das kann ich mir nicht anschauen.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mersad Selimbegovic: Reden, zumindest muss ich das sowohl im Job als auch zu Hause die ganze Zeit. (lacht)

ONETZ: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ...

Mersad Selimbegovic: Ich mag dieses "hätte, wenn und aber" einfach nicht, deshalb würde ich das gar nicht wollen. Natürlich gibt es viele Dinge, die man gerne verändern möchte, aber ich glaube, dass alles, auch die schlimmsten Dinge, seinen Zweck hat und aus einem Grund passiert. Das habe ich selbst in meinem Leben erfahren. Meine Erlebnisse im Krieg haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Hätte ich meine Karriere nicht so früh beenden müssen, wäre ich heute wahrscheinlich noch kein Trainer. Es bringt nichts, in der Vergangenheit zu leben.

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