10.01.2021 - 20:20 Uhr
RegensburgSport

Listige Bochumer düpieren den SSV Jahn

Bis zehn Minuten vor dem Ende hält der SSV Jahn Regensburg in der 2. Fußball-Bundesliga ein torloses Remis gegen den Aufstiegsaspiranten aus dem Ruhrpott. Zwei raffinierte Standardsituation sorgen danach für die Entscheidung.

Regensburgs Erik Wekesser (rechts) im Laufduell mit Danny Blum vom VfL Bochum.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Zum fünften Mal in Folge kein Sieg: Der SSV Jahn Regensburg hat sein erstes Heimspiel 2021 gegen den VfL Bochum mit 0:2 (0:0) verloren. Gerade als der Jahn in der Schlussphase drauf und dran war, seine bis dato völlige Unterlegenheit wettzumachen, schlug der neue Tabellenzweite eiskalt zu. Der bundesligaerfahrene Robert Zulj erwies sich als echtes Schlitzohr, indem er einen Freistoß zehn Minuten vor dem Ende des bis dahin torlosen Spiels schnell ausführte. Regensburgs Jan Elvedi lag noch auf dem Boden, der Rest bemühte sich mehr schlecht als recht um eine Ordnung und schaute durch die Gegend, da steckte der Bochumer den Ball schon durch. Urplötzlich stand Stürmer Simon Zoller frei vor Jahn-Keeper Alexander Meyer und ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen.

"Robert ist schon so ein Fuchs. Der hat den Freistoß so schnell ausgeführt, dass ich das gar nicht mitbekommen habe. Als ich mich umgedreht habe, lag der Ball schon im Netz", sagte Bochums Trainer Thomas Reis über die geglückte Finte seines Spielgestalters. Sein Gegenüber Mersad Selimbegovic haderte mit der Schläfrigkeit seiner Truppe: "Da müssen wir besser aufpassen. Es ist bekannt, dass Bochum so etwas gerne macht."

Diese 1:0-Führung, so spät sie auch zustandegekommen war, war hochverdient. Vor allem im ersten Durchgang war die Heimelf hoffnungslos unterlegen, oder wie es SSV-Trainer Selimbegovic im Nachgang treffend formulierte: "Wir haben die erste Halbzeit verpennt." Und das, obwohl der Coach doch, für ihn ungewohnt, vier Startelfwechsel vorgenommen hatte, um der nun schon fünf Spiele andauernden Ertraglosigkeit endlich eine Ende zu bereiten. Pustekuchen. Und so macht sich im Regensburger Lager langsam Frust breit. "Wir sind genervt, dass wir gute Spiele machen und nichts holen. Heute haben wir schlecht gespielt und auch nichts geholt", sagte Selimbegovic, der schon mit Blick auf das Kellerduell am nächsten Sonntag gegen den SV Sandhausen philosophierte: "Wir müssen unsere Frustration in Inspiration umwandeln."

Wie diese erstaunliche Metamorphose gelingen soll, erscheint nach dem enttäuschenden Heimauftritt fraglicher denn je. "Unsere Offensivkräfte sind derzeit nicht so selbstbewusst, spielen nicht so sauber, wie das nötig wäre, und gewinnen keine offensiven Kopfballduelle", analysierte der Jahn-Coach treffend. Auch wenn nach der Pause mehr Power und Wucht im Jahn-Spiel zu sehen war, sobald sich auch nur der Hauch von Torgefahr entwickeln könnte, sind die Regensburger Spieler von allen guten Geistern verlassen. Siehe Angreifer André Becker: Fünf Minuten vor dem Ende schob er den Ball aus zehn Metern freistehend Bochums Schlussmann Manuel Riemann in die Arme. Es war die beste und zugleich einzige Torchance der Jahn-Elf. Selimbegovic' "Wir müssen weiter arbeiten" klang da schon sehr nach Durchhalteparole. Wie es gehen könnte, bewies Thomas Eisfeld in der fünften Minute der Nachspielzeit. Seinen Freistoß zirkelte der Bochumer Joker wunderschön zum 2:0-Endstand in den Winkel. Bitterer Anschauungsunterricht für die harmlose Jahn-Offensive.

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