26.06.2020 - 13:46 Uhr
RegensburgSport

Marco Grüttner verlässt den SSV Jahn Regensburg - ein Interview

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Beruflich ist er hier voll durchgestartet, aber auch privat hatte er an der Donau eine tolle Zeit erlebt. Marco Grüttner verlässt den SSV Jahn. Sein schönstes Erlebnis in der Oberpfalz hat aber nichts mit Fußball zu tun.

Marco Grüttner bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Jubeln. Am Sonntag bestreitet der Schwabe gegen Erzgebirge Aue sein letztes Spiel für den SSV Jahn Regensburg. Nach vier Jahren kehrt er in seine Heimat zurück.
von Josef Maier Kontakt Profil

Schwieberdingen, Ludwigsburg, Großaspach, Ulm, Freiberg am Neckar, Aalen und natürlich Stuttgart – mehr Schwabenländle geht nicht. Dort hat er überall gekickt. Den richtigen Durchbruch als Profifußballer hat Marco Grüttner (34) aber erst 2016 in der Oberpfalz geschafft. Beim SSV Jahn Regensburg wurde der Stürmer in den vergangenen vier Spielzeiten zur Führungs- und Identifikationsfigur.

Am Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue läuft der Vater zweier Kinder ein letztes Mal für Regensburg auf. Ein paar Gedanken zum Abschied ...

ONETZ: Ist der Umzugswagen schon bestellt?

Marco Grüttner: Ja, aber das läuft bei uns über die Familie ab. Da kommen meine zwei Schwager mit dem LKW vorbei, der wird vollgeladen und dann fahren wir heim. Mitte nächster Woche, ein paar Tage nach dem letzten Spiel, geht's heim.

ONETZ: Lassen Sie noch einen Koffer in Regensburg? Haben Sie noch eine Wohnung da oder eine Anlaufstelle?

Marco Grüttner: Das nicht, aber wir werden immer wieder nach Regensburg kommen. Wir haben hier viele Freunde gefunden.

ONETZ: Sie sind seit 2016 beim SSV Jahn. Vielen kommt es so vor, als wären sie schon ewig da ...

Marco Grüttner: Das waren sportlich und familiär sehr intensive Jahre. Wir haben so viel erlebt hier. Sportlich den Aufstieg und immer wieder den Klassenerhalt. Dann ist unser Sohn hier in Regensburg zur Welt gekommen, er ist quasi ein Oberpfälzer. (lacht) Das waren schon sehr bewegende Jahre.

ONETZ: Haben Sie einiges von der Oberpfalz gesehen. Auch ein bisschen was von der nördlichen Oberpfalz?

Marco Grüttner: Mit der Familie sind wir in diese Richtung nicht gekommen, aber bei einigen unserer Testspiele waren wir da, wenn ich da nur an das Spiel in Tirschenreuth denke. Regensburg ist als Stadt einfach sensationell und das Umland ist auch wunderschön.

ONETZ: Was war Ihr schönstes Erlebnis in Regensburg?

Marco Grüttner: Klar, das war die Geburt unsere Sohnes, der jetzt eineinhalb Jahre alt ist,.

ONETZ: Und sportlich?

Marco Grüttner: Da gab es so viele Dinge: Den Aufstieg aus der 3. in die 2. Liga, die Klassenerhalte. Oder das Spiel gegen Düsseldorf, das wir nach einem 0:3-Rückstand noch 4:3 gewonnen haben. Oder dieses 5:0 beim HSV.

ONETZ: Gab es auch negative Erlebnisse?

Marco Grüttner: Da fällt mir echt wenig bis nichts ein.

ONETZ: Sie kehren nach Freiberg in der Nähe von Stuttgart zurück. Warum gerade dorthin?

Marco Grüttner: Ich habe dort schon von der D- bis zur A-Jugend gespielt und dann auch zwei Jahre bei den Aktiven. Ich bin 12 Kilometer entfernt von Freiberg aufgewachsen. Für mich stand nie außer Frage, dass ich in die Heimat zurückkomme.

ONETZ: Die Fußballstiefel ziehen Sie noch nicht aus ...

Marco Grüttner: Ich werde dort in der Oberliga spielen und nebenher den Sportlichen Leiter machen.

ONETZ: Wenn Sie als solcher genug Erfahrungen haben, könnte ja der SSV Jahn wieder ein Thema werden, oder?

Marco Grüttner: Grundsätzlich gehen wir ja bewusst den Schritt zurück in unsere Heimat, auch wenn wir uns in Regensburg immer super wohl gefühlt haben. Für mich ist das in Freiberg ein guter beruflicher Einstieg, wo ich mich auch finden kann. Ich freue mich mega, dass ich die Chance bekommen habe, hier den beruflichen Einstieg zu schaffen.

ONETZ: Wenn Sie auf Ihre Profikarriere zurückblicken. War alles dabei, was Sie erwartet haben?

Marco Grüttner: Ja natürlich. Für mich war es schon ein großer Durchbruch, mal höher zu spielen als Oberliga. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal sechs, sieben Jahre dritte Liga spiele. Und dann am Ende aufzusteigen und drei Jahre zweite Liga zu spielen und auch noch Kapitän zu sein, da ist ein Traum in Erfüllung gegangen.

ONETZ: Was werden Sie von Regensburg am meisten vermissen?

Marco Grüttner: Die Gelassenheit und Freundlichkeit der Leute. Wir werden unsere Freunde sehr vermissen. Da gibts auf jeden Fall ein Wiedersehen.

Grüttners Trainer Mersad Selimbegovic im Porträt

Regensburg
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