Von der Donau an die Alster hieß es für Marvin Knoll vor Beginn der aktuellen Zweitliga-Spielzeit. Der Regensburger Aufstiegsheld hatte sich dem FC St. Pauli angeschlossen, weil er bei den Kiezkickern die Wahrscheinlichkeit eines Bundesliga-Aufstiegs höher ansah als beim SSV Jahn. Am Sonntag kehrte er erstmals in die Regensburger Continental-Arena zurück und hatte prompt so seine Orientierungsprobleme: "Ich hab' die Gästekabine fast nicht gefunden. In dem Trakt war ich vorher überhaupt noch nie", flachste der Defensiv-Spezialist mit dem markanten Bart nach dem 1:1 bestens gelaunt in der Mixed-Zone.
Seine gute Laune hatte gleich zwei Gründe. Zum einen freute er sich über einen Punktgewinn in der Oberpfalz. "Es ist verdammt eklig, gegen den Jahn zu spielen. Ich weiß besser als viele andere, wie schwer es ist, hier zu punkten." Knoll lobte die Truppe von Achim Beierlorzer für ihr Dauerpressing, das dem Gegner keine Zeit am Ball lässt und für konsequenten Stress sorgt. "Die lassen dir keine Ruhe. Du hast keine Zeit. Du musst ständig auf der Hut sein", war Knoll erleichtert, trotz 90-minütigen Dauerstresses einen Zähler ergattert zu haben. Der zweite Grund für die gute Laune des gebürtigen Berliners war eine Wette mit seinem Regensburger Kumpel Marco Grüttner. Hätte der Kapitän und beste Torschütze des SSV Jahn einen Doppelpack geschnürt, hätte Knolls Bart dranglauben müssen. "Die Wette konnte ich guten Gewissens eingehen. Es war eh klar, dass Marco nicht doppelt trifft", sagte Knoll mit einem Augenzwinkern - im Trikot seines ehemaligen Mitspielers.
Dabei wäre für die Hamburger sogar fast ein dreifacher Punktgewinn rausgesprungen. Bis drei Minuten vor dem Abpfiff führte St. Pauli in Regensburg nach einem Treffer des Holländers Henk Veerman mit 1:0. "Wenn wir das zweite Tor machen, ist das Ding hier durch und wir gewinnen", sagte Knoll mit Blick auf die dickste Chance im zweiten Durchgang seines Teams. Wieder durch Veerman, doch diesmal wehrte Jahn-Keeper Pentke reaktionsschnell per Fuß ab. So richtig verdient wäre ein Hamburger Sieg aber nicht gewesen, wie auch Knoll einräumen musste. "Das Unentschieden geht schon in Ordnung so."
Und ein wenig war der Freistoß-Spezialist dann auch froh, als alles vorbei war. "Ich war ganz schön nervös heute vor dem Spiel, aber jetzt ist alles gut", sagte Knoll und verschwand in Richtung Kabine - der des SSV Jahn Regensburg, um mit alten Gefährten zu plaudern. Dieser Weg war ihm dann schon vertrauter.













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