Der SSV Jahn Regensburg hat sich gegen den Hamburger SV ein achtbares 2:2 (1:0) erkämpft. Sebastian Stolze brachte die im ersten Abschnitt überlegenen Hausherren in Führung. Nach einem Doppelpack Mitte des zweiten Durchgangs drehten die Hanseaten kurzzeitig die Partie, ehe der eingewechselte Andreas Albers für den verdienten Ausgleich des SSV Jahn in einer äußerst unterhaltsamen Partie sorgte.
„Ein über 90 Minuten gesehen gerechtes Remis. Wir sind nicht so souverän aufgetreten wie in den letzten Wochen. Den einen Punkt nehmen wir gerne gerne mit, da wir letztes Jahr gegen Regensburg gar keinen geholt haben“, sagte Hamburgs Trainer Dieter Hecking. Sein Gegenüber Mersad Selimbegovic war ebenso einverstanden mit dem Resultat: „Wir waren richtig gut drin in der Partie. Nach der Pause wussten wir, dass der HSV aufdrehen wird. Und nach dem Rückstand sind wir froh, für diese gute Leistung wenigstens einen Zähler ergattert zu haben.“
Im ersten Abschnitt war der SSV Jahn gegenüber den Leistungen der Vorwochen nicht wiederzuerkennen. Giftig im Zweikampfverhalten, aggressiv beim Anlaufen und schnell im Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff: Ganz so wie die Regensburger den HSV bereits in der Vorsaison zweimal düpiert hatten. Schon nach 15 Minuten waren Marcel Correia und Jann George gelbvorbelastet, auch das war ein Ausdruck der körperbetonten Herangehensweise der Hausherren. Schon nach weniger als zwei Minuten stockte den 15210 Zuschauern in der ausverkauften Continental-Arena der Atem, als sich eine verunglückte Flanke von Jahn-Kapitän Marco Grüttner an die Latte senkte. Zwar blieben großartige Einschussmöglichkeiten rar, doch die Regensburger Führung nach 29 Minuten war hochverdient. HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes boxte eine George-Flanke recht uninspiriert vor die Füße von Sebastian Stolze, der die Kugel im Fallen ins Netz wuchtete. Erst nach dem grünen Licht des Video-Assistenten durfte der Jahn-Anhang auch ausgelassen jubeln, da eine mögliche Abseitsstellung des im Tor liegenden Grüttner überprüft werden musste. Erst nach dem Rückstand wachten die Hamburger auf, doch vom dominanten Auftritt eines Aufstiegsaspiranten war die Hecking-Elf trotzdem noch weit entfernt. Die rustikale Spielweise der Hausherren setzte dem Favoriten offensichtlich zu.
Nach dem Wechsel setzte der HSV zur erwarteten Reaktion nach 45 enttäuschenden Minuten an. Die Hecking-Elf ging aktiver zu Werke, entwickelte mehr Offensivdrang, doch der Ausgleich wollte zunächst nicht fallen. Besuschkow klärte für den durch den Strafraum irrenden Jahn-Keeper Meyer noch auf der Linie (55.). Bei einem Harnik-Kopfball rettete zudem der Pfosten (62.). Somit ergaben sich für den Jahn aber auch Räume für Konter, um für eine Vorentscheidung zu sorgen. Doch weder Stolze (62.) noch Grüttner (69.) brachten die Kugel aus vielversprechenden Situationen im Netz unter. Und so lag plötzlich der Favorit nach einem Doppelschlag in Führung: Nachreiner hatte einen Hereingabe ins eigene Tor gelenkt (72.) und Aaron Hunt nur drei Minuten später einen Flachschuss verwertet (75.). Wer jetzt glaubte, die Partie sei entschieden, und der HSV bringe die Begegnung ungefährdet nach Hause, hatte die Rechnung ohne die Regensburger Mentalitätsmonster gemacht. Obwohl etliche Spieler auf dem Zahnfleisch daherkamen, gelang Andreas Albers noch der Ausgleichstreffer – nach toller Vorarbeit von Grüttner (84.). Aufgrund der ersten Halbzeit hat sich die Jahn-Elf diesen Punkt redlich verdient.
SSV Jahn Regensburg – Hamburger SV 2:2 (1:0)
Regensburg: Meyer – Gimber (46. Geipl), Saller, Besuschkow, George (69. Albers), Correia, Grüttner, Palacios (57. Wekesser), Stolze, Nachreiner, Okoroji
Hamburg: Heuer Fernandes – van Drongelen, Dudziak (68. Kinsombi), Kittel (85. Jatta), Hunt, Hinterseer, Leibold, Harnik, Vagnoman, Jung (79. Letschert), Fein
Tor: 1:0 (29.) Stolze, 1:1 (72./Eigentor) Nachreiner, 1:2 (75.) Hunt, 2:2 (84.) Albers – SR: Tobias Welz – Zuschauer: 15210 (ausverkauft)



















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