In dieser Woche gab es für die Jahn-Spieler ein neues Gewand: Keine Trikots, mit feschen Anzügen wurden die Kicker eingekleidet. Den feinen Zwirn zogen sie aber schnell wieder aus, harte Arbeit in Trainingsklamotten war angesagt. Es gibt viel zu tun. "Wir brauchen einen überragenden Tag , wenn wir da etwas holen wollen", sagt nämlich Mersad Selimbegovic, und der Jahn-Trainer ergänzt: "Da müssen wir auf allen Positionen zu hundert Prozent da sein."
Die Regensburger müssen zu hunder Prozent da sein, wenn am Samstag (13 Uhr) der große Hamburger SV beim kleinen SSV Jahn zu Gast ist. HSV, da war doch was? Die Regensburger hatten nämlich schon mal diesen "überragenden Tag" - ausgerechnet gegen die Hanseaten. Mit 5:0 fieselte der SSV Jahn vor exakt fast einem Jahr die Hamburger in deren Stadion ab und machte den einstigen Europacup-Sieger bundesweit lächerlich: Selimbegovic saß damals auch auf der Bank, neben seinem damaligen Boss Achim Beierlorzer. "Natürlich erinnere ich mich gerne an dieses Spiel", sagt der einstige Co-Trainer, der jetzt der Chef ist: "Aber es ist jetzt nicht so, dass ich jeden Tag aufstehe und denke: Oh, wir haben 5:0 gegen den HSV gewonnen."
Der HSV ist nun auch ein anderer und hat überhaupt keine Lust mehr, sich bundesweit lächerlich zu machen. Und deshalb hat dieser Kantersieg und auch der 2:1-Heimerfolg in der Rückrunde keine Aussagekraft mehr für den Jahn-Trainer.
Der dritte Sieg gegen den HSV in Folge, quasi ein Hattrick, werde ganz, ganz schwer. Wenn er nur an die Offensive der Hamburger um die erstligaerprobten Lukas Hinterseer und Martin Harnik denkt, sagt er: "Die brauchen keine drei, vier hundertprozentige Chancen, um zu treffen."
Bei seinen Jungs ist das anders. Die vergessen das Toreschießen allzu oft. Wie zuletzt nach der 1:0-Führung in Dresden, als die Partie noch in der Schlussphase verloren wurde. Auch deshalb ist die Zweitligabilanz in Regensburg derzeit eher mager. Sieben Punkte aus sieben Spielen, das entspräche natürlich nicht den Erwartungen, sagt Selimbegovic ganz klar: "Wir könnten drei, vier Punkte mehr haben." Nervös wird der 37-Jährige aber nicht, denn: "Die Art und Weise unserer Leistung stimmt." Sie muss auch gegen den HSV vor seit langem ausverkauften Haus stimmen. Benedikt Saller wird dort nach seinen muskulären Problemen von zuletzt gegen den Zweitliga-Zweiten wieder dabei sein. Pechvogel Olli Hein wurde am Donnerstag an der Schulter operiert. Sein Trainer glaubt, dass der Straubinger noch vor der Winterpause wieder ins Team zurückkehrt. Selimbegovic kennt Hein schon lange: "Olli ist ein positiver Mensch. Es ist immer wichtig, einmal öfter aufzustehen als hinzufallen." Ein Motto, das in diesen Wochen auch für den SSV Jahn gilt.



















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