19.05.2019 - 15:23 Uhr
MünchenSport

Die Schwäche der Konkurrenz

Die Bayern holten den 29. Meistertitel aufgrund einer bärenstarken Rückrunde. Allerdings auch, weil die Konkurrenz aus der Münchener Herbst-Depression zu wenig Gier und Mut gezogen hat, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Eine ordentliche Bierdusche darf bei einer Meisterfeier in München nie fehlen: Arjen Robben (rechts) suchte sich gleich zu Beginn der Feierlichkeiten seinen Trainer Niko Kovac als „Opfer“ aus.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
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Mantraartig predigten die jahrelang unterlegenen Kontrahenten stets: "Wenn die Bayern einmal schwächeln, müssen wir da sein." Nach dem siebten Münchener Meistertitel in Serie muss die Frage erlaubt sein: Ja wo waren sie denn? Bis auf Borussia Dortmund zog kein Verein einen Nutzen aus der Herbst-Depression des Abo-Meisters. Eine derartige Indisponiertheit bieten die Bayern für gewöhnlich selten an. Und selbst der BVB muss sich trotz einer guten Serie den Vorwurf gefallen lassen, neun Zähler Vorsprung auf die Münchener im November fahrlässig verdaddelt zu haben. Allein mit einem Derbysieg gegen das schlechteste Schalke der letzten Jahrzehnte wäre die Schale nun in den Pott gewandert.

Doch um die Bayern in die Knie zu zwingen, bedarf es keiner guten, sondern schon einer exzellenten Saison. Und weder der BVB (Einbruch nach der Winterpause) noch die nur vor dem Winter starke Borussia aus Mönchengladbach oder die erst spät im neuen Jahr auftrumpfenden Leipziger hielten der Wucht der Bayern-Aufholjagd stand. Das Gejammer von Langeweile ob des Serienmeisters verläuft deshalb ins Leere. Dieser Titel ist nicht allein der Stärke der Bayern zuzuschreiben, sondern vor allem der fehlenden Gier und der Mutlosigkeit der Konkurrenz.

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