12.01.2021 - 21:42 Uhr
SchwarzenfeldSport

Nur eine Sorge an den DFB-Stützpunkten

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Sie haben große Ziele, die Fußballer an den DFB-Stützpunkten. Sie trainieren einmal die Woche zusätzlich, auch in der Coronakrise. In Wohnzimmern, Spielzimmern oder wo ein Platz ist. Und überraschen damit, auch die Trainer in Schwarzenfeld.

Christian Most.
von Josef Maier Kontakt Profil

Diesen Jungs und Mädels kann auch die Pandemie nichts anhaben. Sie sind ehrgeizig, haben ein Ziel, ja, und das ist ganz normal in diesem Alter, der oder die ein oder andere träumt auch von einer Profikarriere. In Bayern gibt es 64 DFB-Stützpunkte, in denen sich die besten Nachwuchskicker tummeln. Darunter einen in Schwarzenfeld und dort ist man bisher eigentlich ganz gut durch die Coronakrise gekommen: "Im Sommer bei den Trainingseinheiten waren alle total diszipliniert, wir hatten gute Hygienekonzepte", blickt Christian Most (36) zurück. Und jetzt im Winter? "Im Dezember und Januar ist ja ohnehin nicht viel los", ergänzt der Stützpunkttrainer, der mit Florian Tausendpfund und Oliver Eckl die Nachwuchstalente coacht.

Das heißt aber nicht, dass die Jugendlichen auf der faulen Haut liegen. "Die sind alle heiß dabei." Jeden Montag wird ein Cybertraining vom DFB angeboten, MOVEember-Trainingseinheiten heißen die 90 Minuten, durch die topausgebildete Jugendtrainer führen. "Ich weiß jetzt nicht, ob alle eingeloggt sind", merkt Most an, "aber wir kriegen dann ja immer Nachrichten von den Spielern, die total begeistert sind." Auf Facebook oder Instagram schicken die jungen Fußballer dann immer Videos von ihren Kunststücken im Wohnzimmer hin und her. "Da lassen sie sich wirklich was einfallen."

Eine neue Aufgabe für Christian Most

Wernberg-Köblitz

Die Motivation der etwa 50 Kicker, davon 5 Mädels, im Alter von 12 bis 15 Jahren am Schwarzenfelder Stützpunkt stimmt. Viele Vereine befürchten nach der Coronakrise, dass viele Jugendspieler nicht mehr kommen werden, beim Stützpunkt ist diese Problematik so nicht gegeben: "Bei den Vereinen sind ja viele dabei, die nur spielen, weil der Kumpel dort spielt." Da sei die Eigenmotivation nicht so hoch. "Hier bei uns geht es schon in den Leistungsbereich", erklärt Most. Da hätten die Spieler schon ganz andere Ziele.

Dennoch will der 36-Jährige nicht ausschließen, dass die Corona-Monate später einmal auch Auswirkungen auf den Fußball im Stützpunkt-Bereich haben. "Wenn weniger Spieler in den Vereinen kicken, haben wir am Stützpunkt auch weniger Auswahl." Dennoch bleibt Most Optimist: "Die Jungs haben weiter Lust auf Fußball." Taktikschulung wird derweil auch bei den Cyber-Trainingseinheiten kurzgehalten. Most: "Es geht uns um die individuelle Förderung der Spieler." Und da ist der Stützpunkttrainer, der seit 2013 beim DFB tätig ist und auch die Bezirksliga-Fußballer des FC Wernberg coacht, immer wieder verblüfft: "Einige können jetzt schon viel mehr am Ball als ich." Und dabei hat der Pfreimder Most schon jede Menge an höherklassiger Erfahrung.

Info:

Mosts Aufgabe in Ettmannsdorf

Schon vor einiger Zeit hat Christian Most bekanntgegeben, dass er am Ende der Bezirksliga-Saison – wann immer das coronabedingt sein wird – beim Bezirksligisten FC Wernberg aufhört. Er wechselt danach zum SC Ettmannsdorf und wird dort offiziell Co-Trainer von Coach Mario Albert. „Nach sieben, acht Jahren Bezirksliga will ich den nächsten Schritt machen“, erklärt Most. „Und so viele Optionen gibt es da bei uns in der Region nicht.“

Mit Albert habe er in den Gesprächen gleich eine gute Basis gefunden. „Ich bin auch nicht nur da, um Hütchen aufzustellen. Ich habe klare Aufgabengebiete.“

Ausschlaggebend für den Wechsel nach Schwandorf sei nicht die Intuition gewesen, später einmal beim Sportclub Cheftrainer zu werden: „Für mich ist wichtig, auf diese Schiene zu kommen.“

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