Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung rechnet bei der Fußball-WM erneut mit einer starken Präsenz von Sportwettenwerbung und warnt vor möglichen Folgen. „Problematisch ist, wenn Fußball, Emotion und Wetteinsatz so eng miteinander verbunden werden, dass gerade junge Menschen den Eindruck bekommen, Wetten gehörten selbstverständlich zum Spiel dazu. Sportwetten sind kein harmloser Nervenkitzel. Sie können süchtig machen“, sagte Hendrik Streeck (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.
Rund um die Fußball-WM, die vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, ist Sportwettenwerbung erfahrungsgemäß omnipräsent. Der Anbieter betano ist sogar offizieller WM-Partner des Weltverbandes FIFA.
Laut Streeck weisen in Deutschland rund 1,23 Millionen Menschen zwischen 18 und 70 Jahren eine Glücksspielstörung auf. „Eine genaue Zahl nur für Sportwetten gibt es nicht, weil viele Betroffene mehrere Glücksspielarten nutzen. Klar ist aber, dass Sportwetten und vor allem Live-Wetten ein besonders hohes Risiko haben“, sagte Streeck. Aus einem Impuls werde dann schnell ein Kontrollverlust.
Streeck: Fußball darf kein Einstieg in die Spielsucht sein
Streeck warnte in diesem Zusammenhang auch vor den Problemen, die der illegale Glücksspielmarkt mit sich bringt. „Dort gelten die Schutzregeln oft nur auf dem Papier oder gar nicht. Jugendliche kommen leichter an Angebote, gefährdete Spieler werden nicht wirksam gesperrt, Einsatzgrenzen greifen nicht“, bemängelte der 48-Jährige.
Deshalb reiche es nicht, nur über Werbung legaler Anbieter zu sprechen. „Wer Spielerschutz ernst meint, muss illegale Angebote konsequent bekämpfen. Fußball darf Leidenschaft sein. Er darf nicht zum Einstieg in die Spielsucht werden“, stellte Streeck klar.
© dpa-infocom, dpa:260526-930-129645/1













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