28.10.2021 - 12:46 Uhr
TeunzSport

Zwischen Dynamo Dresden und FC Bayern: Elf Fragen an Daniel Kellner (FC OVI-Teunz)

Daniel Kellner vom FC OVI-Teunz kann sich nicht vorstellen, für einen anderen Verein zu spielen. Dabei hatte er früher mal bei einem anderen Klub ein großes Erlebnis.

Daniel Kellner (links) hält als Innenverteifdiger die Abwehr des FC OVI-Teunz zusammen. Der 36-Jährige hat auch schon gegen Dynamo Dresden gespielt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Was für ein Liebesbekenntnis: "Mich kriegt hier keiner mehr weg." Daniel Kellner (36) ist zwar gebürtiger Sachse, aber Teunz im Landkreis Schwandorf ist ihm zur Heimat geworden. Im Jahr 2007 kam er zur Bundewehr in Oberviechtach, seit 2009 lebt er in Teunz und kickte natürlich dann auch für die dortige SpVgg. "Ich wurde dort aufgenommen, als wäre ich schon Jahre da", sagt der Serviceberater beim Autohaus Maschek in Wackersdorf. Auch nach der Fusion der SpVgg mit dem TSV Oberviechtach zum FC OVI-Teunz blieb er dem Verein treu.

Meist läuft er als Innenverteidiger auf, bekleidet aber ab und an auch die Sechserposition. Mit dem Aufsteiger FC OVI-Teunz zählt für ihn in der Bezirksliga Nord nur der Klassenerhalt.

ONETZ: 1. Warum sind Sie bei der Sportart Fußball gelandet und nicht beim Schach?

Daniel Kellner: Wir waren schon immer eine recht sportliche Familie, alle haben Fußball gespielt. Und die Oma stand früher im Handballtor. Sport war für mich immer Bewegung. Brettspiele haben wir zwar ab und an gespielt, aber Fußball war immer meine Nummer eins.

ONETZ: 2. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Daniel Kellner: ... vollkommen okay, so lange nicht das Logo von Borussia Dortmund drauf ist. Ich bin eingefleischter Bayern-Fan. Früher habe ich schon gerne bunte Schuhe getragen. Das hat sich aber mit Anfang 30 gelegt. Jetzt trage ich schwarze Schuhe mit etwas Grün drin.

ONETZ: 3. Ein Erlebnis in Ihrer Karriere, das Ihnen heute noch stinkt?

Daniel Kellner: Wenn ich so überlege, gibt es eigentlich nichts, wo ich mich lange geärgert habe. Ich schiebe Negatives immer weg, ich sehe immer das Positive. Ein verschossener Elfmeter oder eine Niederlage ärgern mich zwar ein paar Tage, aber dann geht es gleich weiter.

ONETZ: 4. Ihre Rückennummer ist die 8. Warum?

Daniel Kellner: Seit ein paar Jahren haben wir feste Nummern. Und ich wollte keine andere Nummer haben als die 8. Die hatte bei den Bayern Javier Martínez. Ihn habe ich immer bewundert, er war einer meiner Lieblingsspieler bei den Bayern. Die 8 nimmt auch kein anderer, wenn ich mal nicht da bin.

ONETZ: 5. Welche Fußballregel würden Sie abschaffen, welche fehlt?

Daniel Kellner: Für mich ändert sich das Regelwerk ständig. Nicht mal die Schiedsrichter haben doch da noch den Durchblick. Oft ärgert man sich über Entscheidungen, aber die Gegner ärgern sich ja genauso oft drüber. Wir müssen das alles hinnehmen, wie es ist. Irgendwann habe ich mal im Regelwerk geblättert. Da gibt es ja allerlei unsinnige Sachen, wie zum Beispiel keine Werbeslogans auf der Unterhose.

ONETZ: 6. Was ist das Gesprächsthema im Auto bei einem Auswärtsspiel?

Daniel Kellner: Das muss man unterscheiden. Mit den jungen Wilden, die am Freitag auf die Piste gehen, redet man natürlich darüber, wie es war. Mit den älteren Spielern geht es auf der Fahrt schon über das Spiel, Die Stärken und Schwächen des Gegners. Aber natürlich geht es auch bei den Jungen nicht nur um Party, die haben auch schon das Spiel im Blick.

ONETZ: 7. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Daniel Kellner: An eines ganz genau: 30. August 2006. Ich hab' da noch in Sachsen gelebt. Mit meinem Heimatverein, dem Landesligisten Bischofswerdaer FV 08, spielten wir im Sachsenpokal beim großen Dynamo Dresden. Im altwehrwürdigen Rudolf-Harbig Stadion, es war das letzte Spiel mit der alten Flutlichanlage, dem sogenannten Giraffen-Flutlicht, einer ganz besonderen Konstruktion. Knapp 10000 Zuschauer waren da. Mein großer Bruder hatte auf der Tribüne Tränen in den Augen, als ich 20 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. Er ist Riesen-Dynamo-Fan. Zur Halbzeit stands 1:1, am Ende verloren wir 1:5. Nach dem Spiel wurde zu Ehren der alten Flutlichtanlage das ganze Stadion in rot getaucht. Ein eindrucksvolles Schauspiel.

ONETZ: 8. Haben Sie einen Spitznamen? Warum gerade diesen?

Daniel Kellner: Ganz einfach "Kelle". Da kommt von meinem Nachnamen. Meine Mutter wurde schon so genannt. Schule, Arbeit, Bundewehr, Sport – immer nennen sie mich "Kelle". Nur mein Mitspieler Dani Tröger sagt "Kelly", aber darüber sehe ich galant hinweg.

ONETZ: 9. Welchen Zuruf von Zuschauern können sie gar nicht leiden?

Daniel Kellner: Alles, was unter die Gürtellinie geht. Fremdenfeindliche oder rassistische Sprüche, da werden ich richtig böse. Oder früher hieß es bei mir manchmal: Geh' doch zurück in den Osten. Heute kommt das nicht mehr vor. Ich mache mittlerweile auch gerne Späßchen mit den gegnerischen Fans.

ONETZ: 10. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Daniel Kellner: So einen richtigen Angstgegner gibts eigentlich nicht. Okay, in Weidenthal haben wir uns immer schwer getan. Heiß umkämpt waren auch immer die Derbys mit Oberviechtach vor unserer Fusion. Die sind heute noch bei dem ein oder anderen Bierchen Thema.

ONETZ: 11. Mit welchem bekannten Fußballer würden Sie gerne einmal in der Mannschaft spielen?

Daniel Kellner: Natürlich mit Thomas Müller. Was für eine Koryphäe. Wie der sich immer puscht. Es schaut alles schlaksig und komisch aus, dabei ist er technisch so stark. Und er ist ein Spaßvogel hoch fünf, mit dem hätte ich sicher meine Gaudi. Ich will ja noch ein bisschen spielen, vielelicht klappts ja noch.

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