Thomas Müller spazierte bestens gelaunt durch die Mixed-Zone im Bauch der Allianz-Arena, pfiff Weihnachtslieder und rief immer wieder: "Wir sind wieder da." Seinen Zusatz "Mehr gibt es heute nicht zu sagen" hielt er aber nicht lange aufrecht. Zwar verkürzten die Bayern nach dem späten 1:0-Erfolg gegen RB Leipzig durch einen Ribéry-Treffer (83.) den Rückstand auf Primus Borussia Dortmund auf sechs Zähler, doch die spielerischen Defizite traten abermals sehr deutlich zutage. "Wir haben uns mit Ball nicht ganz so viel zugetraut, weil wir natürlich um die Stärken der Leipziger wussten", erklärte Müller den bayerischen Fokus auf eine stabile Defensive.
Das ist der gravierendste Einschnitt, den Bayern-Coach Niko Kovac nach dem Krisen-Herbst vorgenommen hat. "Safety first" lautet die neue Marschroute, mit der die Aufholjagd auf den BVB gelingen soll. Und vorne hilft der liebe Gott - oder eben Franck Ribéry.
Bayern fitter
Gegen Leipzig hatten die Bayern hinten raus mehr Körner als die Sachsen und entwickelten in der Schlussviertelstunde mehr Offensivpower. "Er war da, wo wir ihn gebraucht haben, danke Franck", lobte Müller das französische Auslaufmodell, das ein Chancen-Feuerwerk mit dem Siegtor krönte. "Wie er zwei Gegenspieler ins Leere laufen lässt und dann noch den Torwart verlädt, das war eine wichtige Szene zu einem wichtigen Zeitpunkt der Partie", lobte auch Keeper Manuel Neuer den 35-jährigen Torschützen. Nach dem zweiten Zu-Null-Spiel in Folge scheint die defensive Stabilität wiederhergestellt zu sein.
"Wir arbeiten nach hinten aktuell sehr gut. Das ist die Basis", sagte Neuer über seine Mitstreiter beim Toreverhindern. Im finalen Spiel des Jahres bei Eintracht Frankfurt (Samstag um 18.30 Uhr) sehen sich die Bayern wieder in einer komfortablen Rolle. Die vor ihnen platzierten Dortmund und Gladbach duellieren sich bereits im Freitagabendspiel. 24 Stunden später können die Münchener wieder nachlegen und mit einem Erfolg in der Main-Metropole entweder den aktuellen Zweitplatzierten Gladbach überholen oder den Rückstand auf den BVB weiter verkürzen.
Gute-Laune-Bär Müller könnte sich vorstellen, dass die bislang so souverän auftretenden Dortmunder nach der Düsseldorf-Pleite ins Grübeln kommen. "Natürlich fühlt sich das nie gut an, wenn man verliert und der Gegner punktet. Das haben wir dieses Jahr auch schon zu oft erleben müssen", sprach er und verließ Jingle-Bells-pfeifend die Arena.
Timo Werner bringt sich bei den Bayern ins Gespräch
Während der 90 Minuten am Mittwochabend war Nationalspieler Timo Werner im rot-weißen „Bullen“-Dress maximal durch eine gute Laufleistung aufgefallen. Im Nachgang rückte der 22-Jährige mit seinen Aussagen in die Mikrofone, Diktiergeräte und Smartphones der Journalisten dafür umso mehr in den Mittelpunkt. „Ich hatte schöne zweieinhalb Jahre bei RB, und natürlich ist RB Leipzig im Rennen. Aber natürlich sind auch noch andere Vereine im Rennen“, sagte er über die Verhandlungen zur Verlängerung seines noch bis 2020 in Leipzig datierten Arbeitspapiers. Aber er schob schon im nächsten Satz hinterher: „Wenn man in Deutschland bei RB spielt und in Deutschland bleiben will, kommt ja nur ein Verein infrage. Im Ausland ist die Auswahl natürlich größer.“
Offensiver hat sich selten ein Gästeakteur bei den Münchenern um eine Anstellung beworben. Dass er eventuell auch Borussia Dortmund gemeint haben könnte, glaubte nicht einmal Werner selbst. „In den Wintertagen hat man genug Zeit, sich über so Sachen Gedanken zu machen. Das werde ich tun. Und dann irgendwann meine Entscheidung treffen“, sagte Werner noch nichtssagend, ehe er in Richtung des RB-Busses stapfte.















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