Nachdrücklicher hätte sich Deniz Undav kaum für sein erhofftes Länderspiel-Comeback empfehlen können. Mit zwei Treffern und einer Torvorlage war der 29 Jahre alte Angreifer der Mann des Abends beim imponierenden 5:2 des VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Augsburg.
Seinen aktuellen Traumlauf im Verein will Undav nun auch in den WM-Tests am Freitag in Basel gegen die Schweiz und drei Tage später daheim in Stuttgart gegen Ghana fortsetzen. Er möchte Bundestrainer Julian Nagelsmann beweisen, dass er unbedingt mitgenommen werden muss zur WM im Sommer.
18 Saisontore - nur Harry Kane hat mehr
„Wenn ich spiele, versuche ich zu glänzen und zu treffen“, kündigte Undav vor der Anreise ins DFB-Quartier in Herzogenaurach an. Er brennt auf eine Bewährungschance: „Es sind sehr wichtige Spiele. Es sind nicht nur Freundschaftsspiele. Wir müssen uns anbieten, dem Bundestrainer zeigen, dass wir bei der WM dabei sein wollen. Es ist der letzte Grundstein, der gelegt werden kann. Jeder, der da ist, wird Gas geben - ich persönlich auch.“
Sein letztes von sechs Länderspielen (3 Tore) datiert aus dem Juni 2025. Danach blieb Undav ohne Einsatz in der WM-Qualifikation. Aber die aktuelle Torquote hat auch Nagelsmann zum Umdenken gebracht. Mit 18 Saisontoren ist Undav die Nummer zwei hinter Bayern-Topstar Harry Kane in der Bundesliga.
Profitiert Stiller von einer Pavlovic-Absage?
Und für ihn spreche noch mehr. „Ich kann vorne spielen und auf der Zehn. Ich glaube, der Bundestrainer weiß, dass ich beide Rollen spielen kann. Das ist gut für ihn, dass ich auf zwei Positionen effektiv sein kann“, sagte Undav in Augsburg. Also: Stürmer oder Zehner? Undav ist's egal. „Hauptsache, ich spiele.“
https://x.com/DFB_Team/status/2034615920639815798
Auch der zunächst von Nagelsmann nicht nominierte Mittelfeldspieler Angelo Stiller könnte Undav nach Franken begleiten. Weil sich Bayern-Profi Aleksandar Pavlovic mit einer Hüftverletzung herumschlägt und laut „Bild“-Zeitung seine Länderspiel-Teilnahme vorsichtshalber absagen muss, soll angeblich Stiller für ihn nachrücken. Der DFB bestätigte das am Sonntagabend nicht.
Der Bundestrainer „macht den Kader“
Stiller und auch VfB-Coach Sebastian Hoeneß wichen dem Thema in Augsburg aus. „Ich war noch nicht am Handy“, sagte Stiller bei DAZN. Sein Trainer verwies darauf, dass der DFB dafür zuständig sei, so etwas bekanntzugeben. Hoeneß lobte aber Stillers famose Leistung gegen den FCA: „Er war der Dreh-und Angelpunkt.“
Im Verein ist der 24-Jährige unumstrittene Stammkraft. Doch beim DFB sieht der Bundestrainer den Stuttgarter im defensiven Mittelfeld „einen Tick“ hinter dem 21-jährigen Pavlovic. „Ich sehe Angelo nicht in der ersten Elf, deshalb haben wir uns dafür entschieden, die Plätze dahinter anders zu besetzen“, erklärte Nagelsmann bei der Kaderbekanntgabe.
„Wenn der Nationaltrainer eine Begründung hat, dann wird sie immer stimmen“, sagte Stiller dazu. „Er hat einen Plan. Er weiß, wie er spielen will. Er hat seine Idee. So macht er den Kader, so stellt er auf.“ Das sei am Donnerstag „schade für mich“ gewesen, sagte Stiller. Jetzt scheint plötzlich wieder alles möglich.
© dpa-infocom, dpa:260323-930-852654/1














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