Er hatte am Samstag den besten Blick auf die Entwicklung rund um die Szenen, als das Spiel des FC Bayern in Hoffenheim kurz vor dem Abbruch stand: Bayern-Fan Stefan Schäftner (54) aus Vohenstrauß saß oberhalb des Bayern-Blocks im Hoffenheimer Stadion und hatte den besten Blick, als die Münchener Fans die Banner gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp präsentierten.
ONETZ: Herr Schäftner, wann haben Sie am Samstag während des Spiels bemerkt, dass sich im Bayern-Block etwas zusammenbraut?
Stefan Schäftner: Als mehrere Personen Mitte der zweiten Halbzeit mit Sturmmasken verkleidet im Block auftauchten, dachte ich mir schon, dass die jetzt wohl was vorhaben.
ONETZ: Warum haben die umstehenden Fans nicht eingegriffen?
Stefan Schäftner: Das ging alles sehr schnell. Plötzlich waren 25 bis 30 Mann mit weißen Maleranzügen und roten Sturmmasken im Block und haben die Banner etwa drei Minuten lang hochgehalten. Genauso schnell war diese Gruppe wieder verschwunden.
ONETZ: Wo kamen diese Leute her? Wo sind die hin?
Stefan Schäftner: Die standen vermutlich vorher in ziviler Kleidung im Block und haben sich im Schutz der Kurve die Malerkleidung an- und wieder ausgezogen. Kurze Zeit nach ihrem Auftritt sind sie wahrscheinlich irgendwo in zivil wieder im Block aufgetaucht. Die erhalten stets Deckung aus ihrem Umfeld.
ONETZ: Wie haben die anderen Bayern-Fans reagiert?
Stefan Schäftner: Die "normalen" Fans waren stinksauer und empört. Diese Aktion wurde aus dem Block mit Pfiffen und Mittelfingern quittiert.
ONETZ: Wussten Sie, was auf dem Banner stand?
Stefan Schäftner: Nicht sofort. Ich will nichts schönreden, Hurensohn ist eine üble Beleidigung. Aber Borussia Dortmund wird seit Jahren Woche für Woche in Deutschlands Stadien als Hurensöhne beschimpft. Das hat sich in Fankurven fast schon etabliert.
ONETZ: Diesmal richtete sich das Banner aber gegen Dietmar Hopp.
Stefan Schäftner: Dietmar Hopp ist jetzt das Opfer. Aber zu 90 Prozent richtete sich der Protest der Bayern-Fans gegen den DFB.

















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